Dorle Ferber ist eine Institution, nicht nur in der Region. Mit ihrem kreativen, spielerischen und unkonventionellen Umgang mit Musik ist die Violinistin mit ihrer variablen Stimme immer wieder in verschiedenen Formationen zu hören. Mit den acht Miniaturen "Parole Alice" gewann sie erst vor kurzem einen Kompositionspreis des Netzwerks Neue Musik und der Winfried-Böhler-Kulturstiftung, Anfang Juli werden sie in Heidenheim uraufgeführt. "Die Musikschule Heidenheim übt das gerade." Vor drei Jahren hatte sie an Wiestorschule ein faszinierendes Musikprojekt begleitet und binnen kurzer Zeit mit Stimmen und Instrumenten eine gespielten "Reise um die Welt" eingeübt.

Weltweit unterwegs

Ferber ist weltweit unterwegs, doch in der Seeregion zuhause. Sehr viel arbeitet sie mit dem Kreiskulturforum Sigmaringen und der Stadt Pfullendorf zusammen, demnächst ist sie wieder mit einem Workshop bei der Heiligenberger Kunstwoche vertreten. Mit einem neuen Bandprojekt ist die Taisersdorferin am kommenden Samstag, 9. Juni, beim Kulturkreis Owingen in der Neuen Gerbe in Billafingen zu hören (20 Uhr). Damit schließt sich ein Kreis, denn mit ihrer Gruppe "Elster Silberflug" hatte die Musikerin im Dezember 2001 die allererste Veranstaltung des damals neuen Kulturkreises gestaltet. Dieses Mal hat ihre neue Band "Dorle Ferber & Friends" Premiere, deren Zusammensetzung aus dem üblichen Rahmen fällt. Weder Klavier noch Gitarre gibt es. Stimme und Geige Ferbers versprechen in Verbindung mit Saxofon, Percussion, Electronics und Kontrabass einen besonderen Hörgenuss. Im Mittelpunkt stehen eigene Kompositionen (aus den jüngsten Solo CDs "Vortsadtgesänge" und "Stroh zu Gold"), die intuitiv bearbeitet und interpretiert werden – über alle stilistischen Grenzen hinweg.

Langjährige Musikerfreundschaft

Ihre Partner sind in diesem Ensemble der Überlinger Saxofonist Benjamin Engel sowie Jan Fride – Gründungsmitglied der Gruppe Kraan – mit Schlagzeug und Percussion sowie Kolja Legde am Kontrabass. Mit Fride verbindet Dorle Ferber seit einer gemeinsamen Deutschlandtour mit der Folk-Rock-Formation "Zeitenwende" eine langjährige Musikerfreundschaft. Der Percussionist bespielt inzwischen auch immer wieder Klangobjekte des Taisersdorfer Metallkünstlers Michael Kussl, zugleich Ehemann und Atelierpartner Ferbers. Kolja Legde studierte am Jazz-Institut, steht für Improvisation und Neue Musik und ist seit 2017 im Duo mit Dorle Ferber unterwegs. Gemeinsam bringt das Quartett unter anderem Erfahrung aus dem Jazz in vielen Spielarten mit und verspricht eingängige Songs, Rhythmen und echte Worldmusic.

Kein Wunder, dass das neue Ensemble bei seiner Premiere "globale Musik aus dem Hinterland" verspricht. Denn in Taisersdorf lebt die gebürtige Mannheimerin Dorle Ferber zwar schon seit fast 20 Jahren. Doch sie ist herumgekommen in der Welt und lässt dies ihre Heimat auch im besten Sinne spüren. Sie musiziert mit Indonesiern und Afrikanern, ja in Zentraljava war es Dorle Ferber sogar einmal ein Geigenauftritt im lokalen Gamelanorchester beschieden. Zuletzt stand sie in Berlin-Friedrichshain mit indonesischen Musikern auf der Bühne.

In Billafingen zu Gast

Nun also in Billafingen zu Gast beim Owinger Kulturkreis, bei dem sich seit der Gründung 2001 einiges getan hat. "Das ist wirklich toll, was da läuft", sagt auch Febrer anerkennend und ist jetzt noch traurig, dass die ersten Owinger Musiktage von Martin und Lida Panteleev Anfang März nicht direkt miterleben konnte, auch wenn da manches viel geordneter zuging, als es in ihren Ensembles gemeinhin der Fall ist.

In der Neuen Gerbe kommt am Samstag einiges zu auf das Publikum. Denn das neue Quartett steht nach den Worten Ferbers "für musikalische Fantasie und Spielfreude, für spannende Unterhaltung, intensiv, virtuos und voller Klangzauber bis zum letzten Ton". Karten gibt es für 16 Euro im Vorverkauf, für 18 Euro an der Abendkasse.

 

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