Henrik Wengert machte eines deutlich. Es sei durchaus nicht ungewöhnlich, dass ein öffentliches Gebäude für die Gemeinde ein Minusgeschäft darstelle, erklärte der Owinger Bürgermeister in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Seine Aussage bezieht sich auf das Bürgerhaus Kultur/O. Seit drei Jahren steht es in der Mühlenstraße, seit zwei Jahren stellt das Rechnungsamt die Einnahmen und Ausgaben gegenüber. Das jährliche Defizit liegt bei 29 725 Euro.

"Das Bürgerhaus ist beliebt als Ort für Veranstaltungen. Wir haben Erfahrungen gesammelt und geschaut, wo Stärken und Schwächen liegen", sagte Wengert. Es wurde Sparpotenzial gefunden: Mit dem Beschluss von acht Maßnahmen sollen zukünftig rund 7000 Euro eingespart werden.

Dafür müssen die Mieter für den Veranstaltungsort ab dem 1. August mehr bezahlen. Der Bürgermeister betonte in der Sitzung, dass es keine unrechtmäßige oder verwerfliche Erhöhung sei. Für die Buchung des Kultur/O wird die Grundgebühr um zehn Prozent angehoben. Damit zahlen beispielsweise auswärtige Vereine und Gruppen für den Saal mit 327 Quadratmeter, dem Foyer und den Toiletten-Anlagen in Zukunft 550 Euro. Vorher waren es 50 Euro weniger. Zur Gebühr kommen noch die Extrawünsche, die früher von der Verwaltung nicht in Rechnung gestellt wurden. So kostet das Wasserspiel künftig 35 Euro pro Stunde. Für den Gebrauch der Satellitenanlage werden pro Veranstaltung 50 Euro berechnet.

Überrascht zeigte sich die Verwaltung von den hohen Personalkosten. Wenn in Zukunft der Hausmeister gebraucht wird, kostet es nun für örtliche Vereine zehn Euro und für andere Nutzer 25 Euro pro Stunde. Wengert erklärte die Erhöhung: "Der Hausmeister muss fast immer da sein. Außer bei den Vereinen, die kennen sich meist aus."

Dass es durch die leichte Erhöhung zu weniger Interesse am Kultur/O kommt, damit rechnet der Bürgermeister nicht. Die Reservierungen für das Bürgerhaus reichen bis ins Jahr 2020. Ratsmitglied Jörg Schirm pflichtete bei: "Es ist ein schönes Haus, die Preise sind immer noch günstig. Es wird weiterhin genutzt werden."