Wie bewerten Sie das aktuelle ÖPNV-Angebot?

Im Rahmen des vom Land Baden-Württemberg initiierten Zuschussprogramms wurde vom Landkreis Sigmaringen in Zusammenarbeit mit dem Bodenseekreis am 1. März 2016 die Regiobus-Linie Sigmaringen-Überlingen (kurz: Regio Bus 500) in Betrieb genommen und damit auch der Verkehrsverbund Naldo bis Überlingen ausgeweitet. Nachdem die Gemeinde Owingen mit dem Hauptort Owingen direkt auf dieser Linie liegt, haben wir ganz erheblich davon profitiert. Selbstverständlich habe ich mich im Zuge meines Kreistagsmandats in hohem Maße für diese Regio-Bus-Linie eingesetzt. Mit dem Regio Bus 500 und der Linie 7379 (Linzgaubus Überlingen–Owingen–Frickingen–Heiligenberg) haben wir somit zwischen Owingen und Überlingen mittlerweile eine halbstündige Taktung, was zu einer erheblichen Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs für unsere Gemeinde geführt hat. Zum 9. Dezember 2018 konnten wir darüber hinaus in Zusammenarbeit mit der RAB und dem Landratsamt Bodenseekreis für unsere Ortsteile Billafingen, Hohenbodman und Taisersdorf ein Anruf-Taxi mit den Emma-Linien 676 und 692 (mit festem Fahrplan) ins Leben rufen. Diese versorgen, wenn man so will, die 500er-Linie im zweistündigen Takt von unseren Ortsteilen aus nach Owingen. Mit dem Betrieb dieser Linie hat die RAB die Firma Omnibus Morath aus Überlingen beauftragt. Diese betreibt diese Linie wiederum mit einem siebensitzigen Elektrofahrzeug. Nunmehr wäre es natürlich wünschenswert, wenn die Emma-Linien noch weiter ausgebaut werden könnten (zunächst auf eine Ein-Stunden-Taktung und mit zusätzlichen Fahrten über den Tag beziehungsweise die Nacht hinweg). Falls sich eine ausreichende Zahl an ÖPNV-Nutzern finden sollte, steht am Ende der Wunschliste natürlich eine richtige Buslinie, welche die Ortsteile mit dem Hauptort Owingen verbindet. Insgesamt betrachtet sind die Linien direkt am See sehr gut ausgebaut. Hier besteht in der zweiten und dritten Reihe des Bodenseekreises sicherlich noch Nachholbedarf.

Henrik Wengert
Henrik Wengert | Bild: SK

Was tragen Sie zur Verbesserung bei?

Im Rahmen meines politischen Mandats, insbesondere auch im Kreistag, setze ich mich regelmäßig für den Ausbau des ÖPNV ein (die Emma-Linien habe ich Rahmen meiner Bürgermeistertätigkeit mit angestoßen). Dazu gehört natürlich auch die Elektrifizierung der Bodenseegürtelbahn. Darüber hinaus haben wir in den letzten Jahren zwei öffentliche Ladestationen für Elektrofahrzeuge geschaffen. Eine davon steht in der Ortsmitte von Owingen (neben dem Rathaus), die andere beim Bürgerhaus „Neue Gerbe“ in Billafingen.

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Wie schätzen Sie angesichts der Klimadebatte den mittelfristigen Bedarf ein?

Derzeit befinden wir uns in der Fortschreibung des Regionalplans Bodensee-Oberschwaben. Im Rahmen der vorbereitenden Untersuchungen wurde seitens des Verbandsdirektors Wilfried Franke deutlich gemacht, dass der Autoverkehr und vor allem auch der Lastwagenverkehr in den nächsten Jahren nochmals zunehmen wird. Insofern wird dem ÖPNV und dem Ausbau desselben eine ganz besondere Bedeutung zukommen. Allerdings müssen auch die bisherigen Autonutzer ihre Gewohnheiten ändern und auf die öffentlichen Verkehrsmittel umsteigen. Nur dann ist ein wirtschaftlicher Betrieb dieser dann eventuell zusätzlich eingerichteten zusätzlichen ÖPNV-Linien möglich.