Edith Schmidt aus Überlingen möchte in diesem Jahr ihr erstes Osterwasser holen. Gehört hat sie von dem Brauch von einer Freundin. Maria im Stein, der Wallfahrtsort nahe Bruckfelden ist ihr Ziel. Aus der Quelle an der Kapelle werde das ganze Jahr über Wasser geschöpft. Dem Wasser würden Heilkräfte zugesprochen werden, weiß Brauchtumsforscher Hermann Keller aus Lippertsreute.

Über die neue Brücke im Achtal ist jetzt der Wanderweg durch das Landschaftsschutzgebiet wieder freigegeben. Die Brücke ist 13,5 Meter lang und der ursprüngliche Weg vor dem Staudamm dadurch nur um wenige Meter verschoben.(Bild: Gemeinde Owingen)
Über die neue Brücke im Achtal ist jetzt der Wanderweg durch das Landschaftsschutzgebiet wieder freigegeben. Die Brücke ist 13,5 Meter lang und der ursprüngliche Weg vor dem Staudamm dadurch nur um wenige Meter verschoben.(Bild: Gemeinde Owingen) | Bild: Gemeinde Owingen

Dass zum Osterfest der Weg durch den Aachtobel, nach fast vierjähriger Sperrung, wieder geöffnet ist, lässt mehrere Varianten der Wanderung zum Osterwasser bei Maria im Stein zu.

"Schönheits-Elixier"

Der Brauch, Osterwasser zu holen, stamme aus heidnischer Zeit und sei vor allem im Spreewald sehr verbreitet, erfreut sich aber auch hier einiger Beliebtheit, wie Hermann Keller berichtet. Am frühen Ostersonntagmorgen, noch vor Sonnenaufgang, soll das Wasser nach schweigsamer Wanderung geschöpft werden. Es hält dem Brauch nach besonders lange, ohne faulig zu werden, könne heilen und sei beliebtes "Schönheits-Elixier".

Die neue Brücke.
Die neue Brücke. | Bild: Gemeinde Owingen

An der Kreisstraße K 7788 zwischen Lippertsreute und Großschönach gibt es gleich mehrere Parkplätze, um den im Landschaftsschutzgebiet gelegenen Wallfahrtsort zu erreichen. Besonders schön ist die Wanderung, nimmt man den Einstieg südlich von Taisersdorf aus. Seit dem Starkregen im Jahre 2014, bei dem auch der Hang in der Marienschlucht auf der gegenüberliegenden Seeseite abrutschte, war der Weg durch das landschaftlich reizvolle Aachtal ebenfalls durch Hangrutsch und der bleibenden Gefahr eines erneuten Rutsches gesperrt.

Gemeinschaftswerk

Bernhard Widenhorn, Ortsbaumeister in Owingen, freut sich über die neue 13,5 Meter lange Brücke, die den Wanderweg nun wieder passierbar macht. Die neue Brücke kurz vor dem Staudamm der Aach füge sich harmonisch in die Landschaft, den Weg habe man nur wenige Meter verlegen müssen.

33 000 Euro

Die Attraktivität des Weges leide nicht darunter, erklärt Widenhorn. Die Gemeinden Owingen und Frickingen, die Stadt Überlingen und der Verschönerungsverein Überlingen waren gemeinsam an den Bauarbeiten beteiligt. Die Baukosten für die neue Brücke betrugen rund 33 000 Euro. Die lange Bauzeit sei den vielen Genehmigungen und Verhandlungen geschuldet, die man hätte in diesem sensiblen Naturschutzgebiet führen müssen, erklärt der Ortsbaumeister von Owingen.

Wie hinkommen?

Edith Schmidt möchte mit dem Fahrrad zu Maria im Stein fahren und hofft, die Kräfte des Osterwassers auch durch eine stille Radtour zu erhalten. "Im Dunkeln möchte ich allerdings auch noch nicht losfahren und nach dem Wasser schöpfen bietet sich doch ein schönes Picknick direkt beim Wallfahrtsort an", erklärt die Überlingerin.

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Von Überlingen geht ihr Weg über den Haustierhof Reutemühle, weiter über den Georgenhof nach Lippertsreute und dann nach Bruckfelden. Links vom Ortseingang aus gesehen ist ein Parkplatz und von da ab führt ein Weg bis zur Aach. Dort möchte sie das Rad stehenlassen und zu Fuß weitergehen.

Wanderrouten:

Von Überlingen geht die Wanderroute zu Maria im Stein und Aachtobel, beginnend beim ZOB, über die Landstraße 200. Für die 10,1 Kilometer lange Wanderung über Bambergen und Lippertsreute werden rund 2,15 Stunden benötigt.

Vom Startpunkt Taisersdorf Ortsmitte erreicht man den rund 3,5 Kilometer entfernten Wallfahrtsort über den Steinweg in 42 Minuten. Der Wanderweg führt direkt durch den Aachtobel und über die neue Brücke. Die Wanderwege sind gut ausgeschildert.

Von Bruckfelden aus gelangt man in 20 Minuten zu Fuß zu Maria im Stein. Der Parkplatz ist direkt an der Kreisstraße 7788 Richtung Großschönach links gelegen.

Vom Wallfahrtsort aus führen beschilderte Wanderwege zum Aachtobel, nach Owingen, Taisersdorf oder Hohenbodmann.

Vom Elisabethenhof an der K 7788 führt der kürzeste Fußweg, stark absteigend, zu Maria im Stein in ca. 10 Minuten. Ausgeschildert sind Wanderwege durch den Aachtobel.