Owingen – Mit Pauken und Trompeten, mit Liedern des Kindergartens und mit einem lebendigen Markt feierte Billafingen am Samstag die Eröffnung seines neuen Dorfplatzes. Wer die große Freifläche im Herzen des Ortes und die kleine „Festhütte“ am Rande sieht, der vermisst die Roth'sche Scheune nicht mehr und käme nicht auf die Idee, dass die neue Idee nur zweite Wahl war. Ganz vergessen ist auch das ehemals dorfprägende Gebäude nicht. Ein Rechteck aus größeren Steinplatten erinnert an die Umrisse des maroden Baus und aus dessen Abbruchmaterial gewannen die Billafinger das Gebälk für ihre neue „Besenwirtschaft“, die zunächst, als die Scheune abgerissen worden war, schmerzlich vermisst wurde. Demnächst wird hier auch noch die Infrastruktur für andere Bedürfnisse eingebaut.

Wengert: "Wunderbares Ergebnis"

Kurz rekapitulierten Bürgermeister Henrik Wengert und Ortsvorsteher Markus Veit die lange Vorgeschichte des Projektes, das in zwei Bürgerwerkstätten und in Zusammenarbeit mit der Überlinger Planstatt Senner entwickelt worden war. „Billafingen hat einen attraktiven neuen Mittelpunkt bekommen“, erklärte Wengert: „Mit diesem Dorfgemeinschaftsplatz haben wir einen schönen Treffpunkt und Begegnungsort gewonnen.“ Nach monatelanger Planung und Bautätigkeit liege nun das „wunderbare Ergebnis“ vor, sagte der Bürgermeister. Mit seiner ansprechenden Gestaltung lade der Platz ein „zum Verweilen und Plaudern, zum Flanieren und Schauen, zum Spielen und natürlich zum Feiern". Das ließen sich die Billafinger natürlich nicht zweimal sagen.

Veit: "Unser Kultur-B"

Ortsvorsteher Markus Veit erinnerte daran, dass es für den neuen Dorfplatz zwar einen offiziellen Spatenstich, für das kleine Gebäude sogar ein inoffizielles Richtfest gegeben habe, allerdings ohne echten Richtspruch. Der Zimmermeister nutzte daher das große Publikum, um dies jetzt nachzuholen. Mit seinem Mitarbeiter Patrick Waldbüßer stieg er dem Bauwerk aufs Dach. Gemeinsam erhoben sie das Glas und trugen ihr Gedicht vor. „Ich konnt es heute kaum erwarten einzuweihn des Dorfes Platz und Garten...", begannen der Ortsvorsteher, um später in Anspielung auf das Owinger Bürgerhaus Kultur-O zu konstatieren: „Nun haben wir zum Sielmannsee als Attraktion das Kultur B.“

Ein Hoch auf den neuen Billafinger Dorfplatz und das "Kultur B": Ortsvorsteher Markus Veit und Patrick Waldbüßer stiegen aufs Dach der neuen "Festhütte" und holten den Richtspruch nach. Bild: Hanspeter Walter
Ein Hoch auf den neuen Billafinger Dorfplatz und das "Kultur B": Ortsvorsteher Markus Veit und Patrick Waldbüßer stiegen aufs Dach der neuen "Festhütte" und holten den Richtspruch nach. | Bild: Hanspeter Walter Journalist-Texte-Bilder

Senner: "Ein schöner Ort"

Naturgemäß wird es noch einige Zeit dauern, bis das Gerüst der erkennbaren Pergola intensiv begrünt ist. Doch ist deren besondere Qualität schon jetzt erkennbar. Mit Kiwis, Rosen, Wein und vielem mehr sei die Anlage bepflanzt, erklärte Planer Johann Senner und beschrieb das Ziel, der Platz solle sich „harmonisch mit der Umgebung“ im Dorf verbinden, die noch von typischen Bauerngärten geprägt sei. Senner hob das „gute Miteinander“ in der Bürgerbeteiligung hervor. Auch wenn neue Ideen sein Büro mehrfach vor neue Herausforderungen gestellt habe. „Ich denke, es ist ein schöner neuer Ort im alten Billafingen entstanden“, sagte der Freiraumplaner. Auch wenn nicht jeden Tage so ein reges Leben herrschen werde.

Kosten: 293 000 Euro

Das große Engagement der Bürger hob Bürgermeister Henrik Wengert ausdrücklich hervor. Die Bürger hätten sich nicht nur mit Ideen, sondern ganz praktisch beim schonenden Abbruch der Scheune und auch beim Aufbau des neuen Gebäudes hervorgetan. Die Kosten für die neue Errungenschaft bezifferte Bürgermeister Henrik Wengert von den Bürgerwerkstätten über den Kauf und den Abbruch der Scheune bis zur Neuanlage des Dorfplatzes auf 293 000 Euro. Aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum erhalte die Gemeinde Zuschüsse von 121 000 Euro. Darüber hinaus werde sich die katholische Kirche an der Toilette in der „Festhütte“ beteiligen. Für die gute Festlaune sorgte auch die „Zäpfles Bräss Band“ um Karl Huber.