Owingen gibt Gas. Auch bei der Einrichtung öffentlicher Stromtankstellen. Jetzt nahmen Bürgermeister Henrik Wengert und Ortsvorsteher Markus Veit beim Dorfgemeinschaftshaus Billafingen eine Ladestation in Betrieb, gemeinsam mit Rico Goede von der Energieversorgung Baden-Württemberg (EnBW), die dafür ein innovatives Modell breitstellte. Die Station bietet insgesamt vier Ladepunkte an. An den beiden Wechselstrom-Anschlüssen vom Typ 2 mit bis zu 22 Kilowatt (kW) Leistung reiche eine Stunde Laden bei neueren E-Mobilen schon für gut 100 Kilometer Reichweite, erläuterte EnBW-Kommunalberater Goede. Ältere Fahrzeuge oder auch Zweiräder ließen sich an zwei Schuco-Steckern mit je 3,7 kW aufladen.

Der Zugang zu den Anschlüssel erfolgt mithilfe handelsüblicher RFID-Karten, die über einen Funk-Transponder die Identifikation des Kunden ermöglicht, oder der "mobility+ App" des Energieversorgers auf dem Smartphone. Mit der App lässt sich die Entfernung zu den nächstgelegenen Stationen ermitteln, man kann die Öffnungszeiten einsehen und die Verfügbarkeiten der Ladesäulen prüfen. Darüber hinaus informiert sie über die Ladeleistung der Tankstellen, über die zur Verfügung stehenden Steckertypen und über die möglichen Bezahlmöglichkeiten.

Bereits vor gut zwei Jahren war beim Owinger Rathaus die in der Region erste öffentliche Ladesäule im Rahmen des EMMA-Projekts installiert worden. "Auch sie bietet je zwei Anschlüsse für Autos mit 22 kW und Pedelecs mit 3,7 kW und wird gut angenommen", sagt Bürgermeister Henrik Wengert. Damit die Elektromobilität aber richtig vorankomme, bedürfe es eines flächendeckenden Netzes leistungsfähiger Ladesäulen. "Deshalb engagieren wir uns weiter und setzen auch in Billafingen ein klares Zeichen, dass wir es mit der Umsetzung unseres Klimaschutzkonzeptes von 2015 ernst meinen".

Die Gemeinde hatte sich für die neue Station um eine Förderung des Bundes beworben und im September 2017 die Zusage erhalten. Zu den Investitionskosten von 15 000 Euro steuerte der Bund 6000 Euro bei. Auch in Billafingen soll das Tanken, abgesehen von möglichen Roaming-Gebühren, bis Ende Oktober kostenfrei bleiben.