Im Beisein zahlreicher Kunstbegeisterter ist in der Galerie im alten Rathaus die Ausstellung von Ashgar Khoshnavaz und Franziska Löchle eröffnet worden. Raku-Brand-Keramik ist eine japanische Technik, der sich der aus dem Iran stammende Ashgar Khoshnavaz verschrieben hat. Dazu gesellen sich facettenreiche Experimente in Acrylmalerei von Franziska Löchle.

Löchle experimentiert mit Farbe und Strukturen

Die gebürtige Owingerin Franziska Löchle absolvierte eine Ausbildung zur Assistentin für Produktdesign in Berlin. „Wir entwickelten Möbel, die funktional sind und schön aussehen“, erzählt Franziska Löchle. Sie experimentiert mit Farbe und Strukturen. „Wir können sozusagen ihre Entwicklungsgeschichte vom Treppenaufgang bis in den oberen Sitzungssaal hin verfolgen“, sagte Jörg Schirm, Stellvertreter des Owinger Bürgermeisters.

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Einblicke in Ashgar Khoshnavaz‘ Leben gab Günter Graf, „der in Kunstkreisen kein Unbekannter ist“. Er zitierte, weil er dies passend für Khoshnavaz fand: „Wer sich selbst und andere kennt, wird auch hier erkennen: Orient und Okzident sind nicht mehr zu trennen“, aus dem Gedicht „West-östlicher Divan“ von Johann von Goethe. „Was vor 200 Jahren Goethe empfunden hat, gilt für uns heute mehr denn je“, erklärte Graf. Er würdigte das Werk „Die Boote“ des Raku-Künstlers. „Es sind nicht die Menschen, die über die See fahren, sondern die Schatten der Ertrunkenen, die in Erscheinung treten.“

Für musikalische Untermalung der Ausstellungseröffnung sorgte Stephanie Menacher, unter anderem mit einem persischen Wiegenlied „Ah laa looh“ auf ihrem Steinxylofon.

Khoshnavaz stellt Raku-Technik vor

Ashgar Khoshnavaz, der seit fast 50 Jahren in Deutschland lebt und mit einer Japanerin verheiratet ist, stellte seine Arbeiten vor. „Raku ist porös“, erklärte er, auf seine japanischen Teetassen deutend. „Die Tonobjekte werden bei 1000 Grad gebrannt.“ Er griff eine leicht gewellte Tasse heraus. „Die habe ich aus Ton geschnitten, weil die Japaner bei der Teezeremonie keine Symmetrie schätzen.“

Die Ausstellung ist bis zum 10. November zu sehen, zu den gewohnten Öffnungszeiten und zusätzlich sonntags von 15 bis 18 Uhr.