Am kommenden Wochenende steht die Gemeinde Owingen Kopf: Der Musikverein feiert mit einer Jubiläumsparty, einem großen Festumzug und Serenadenkonzert sein 125-jähriges Bestehen. Rund 500 Musikanten wollen ihren Owinger Kollegen zum Geburtstag gratulieren. Nach dem Festakt im April ist das die zweite große Veranstaltung des Vereins; vom 15. bis 17. September folgt erstmals ein dreitägiges Oktoberfest, ganz zu schweigen vom Jahreskonzert am 8. Dezember.

Das Geburtstagskind besteht derzeit aus 47 Mitgliedern, welche aktiv in der Kapelle musizieren. Das Jahr über umrahmt der Musikverein kirchliche und weltliche Veranstaltungen im Ort und ist auch in der Umgebung unterwegs, um sein Publikum mit Frühschoppen und Blasmusikabenden zu unterhalten. Zusätzlich werden Konzerte ausgerichtet, welche auch hin und wieder mit anderen musikalischen Vereinen im Ort gestaltet werden, wie beispielsweise ein Kirchenkonzert gemeinsam mit dem Kirchenchor. 21 Auftritte wurden allein im Vorjahr gezählt. Das Mittel-Oberstufenorchester verfügt über ein großes Repertoire an Titeln der Unterhaltungsmusik sowie der konzertanten Blasmusik. Seit 2002 steht der Verein unter der Leitung von Hans-Georg Benz, der Jugendkapelle und Vororchester dirigiert, musikalisch leitet ihn seit dem Jahr 2000 Angela Gorber.

Gegründet als "Musikgesellschaft"

Das Vereinsleben begann im Jahr 1893, als sich sieben Männer trafen, um in der Gemeinde eine Musikkapelle zu gründen, damals noch unter dem Namen „Musikgesellschaft“. Es stellte ein neues Kapitel in der Geschichte der Gemeinde Owingen dar. Unter Ortspfarrer Lehmann, der zum Dirigentenstab griff, wurde die Musikgesellschaft bereits im Jahre 1910 bei einem Musikfest in Markdorf mit einem ersten Preis ausgezeichnet.

1991 war der Musikverein mit dabei, als in Coudoux die offizielle Partnerschaft zwischen der französischen Gemeinde und Owingen geschlossen wurde. Im selben Jahr erhielt der MV mit der Fertigstellung des Rathauserweiterungsbaus sein jetziges Probelokal. Mit einem Bezirksmusikfest und einer Ausstellung in der Galerie des Owinger Rathauses feierte der Musikverein 1993 sein 100-jähriges Bestehen und präsentierte erstmals seine neu beschaffte Tracht. Sie ist in ihrem Aussehen an die historische Kleidung der Region sowie an die Owinger Bürgertracht angelehnt. 1995 bekam der Musikverein die „Pro Musica-Plakette“ verliehen.

Das jetzt anstehende Großereignis zum Geburtstag wird am morgigen Samstag, 23. Juni, 17 Uhr, mit einer Jubiläumsparty im Kultur|o eröffnet. Ab 18 Uhr greifen „Die Dorfheiligen“ zu ihren Instrumenten. Das Repertoire der zwölf Musiker aus dem Unterallgäu reicht von traditionell bis modern, gefühlvoll bis rasant, über Oldies bis zu den heutigen Partyhits. Dabei werden sämtliche Stilrichtungen und Genres aufgemischt und mit einem ganz eigenen Sound versehen. Acht Blechbläser, drei Sänger, ein Schlagzeuger und ein Pianist wollen das Kultur|o zum Kochen bringen. Gegen 20 Uhr wird das Konzert unterbrochen, schließlich steht das Fußballspiel Deutschland gegen Schweden an: Public-Viewing ist selbstverständlich, bevor es um 22 Uhr mit dem Konzert weiter geht.

Mit einem ökumenischen Gottesdienst um 10 Uhr beginnen am Sonntag die weiteren Feierlichkeiten, die ihre Fortsetzung in einem Frühschoppenkonzert mit dem Musikverein Hochsträß finden. Den Höhepunkt bildet dann um 14 Uhr der Festumzug, wenn rund 500 Musikerinnen und Musiker aus 14 Musikvereinen sowie acht weiteren Vereinen durch die Straßen der Gemeinde ziehen. Der Festzug beginnt bei der katholischen Kirche St. Peter und Paul und endet auf dem Festgelände. Moderiert wird der Umzug von Bürgermeister Hendrik Wengert und Hans-Georg Benz vor der Sparkasse. Der Umzug gipfelt in einem Gesamtchor vor dem Kultur|o , der von Andrea Gorber geleitet wird: Zu hören sein werden „Hoch Badnerland“ und „In Harmonie vereint“. Anschließend werden die Bezirkskapellen weiter auf dem Vorplatz unterhalten.

Örtliche Vereine helfen mit

Unterstützt wird der Musikverein am Wochenende von den Owinger Vereinen: Während im Festzelt die Owinger Hexen bewirten, sind dafür im Kultur|o der Sportverein, die Nebelspalter und die Steinböcke sowie der Förderverein des Kinderhauses zuständig. Die Feuerwehr wiederum wird unter anderem für die Parkplatzeinweisung, der Bauhof für die Beschilderung zuständig sein. Im Vorfeld konnte der Verein übrigens auf die Gemeinde zählen. „Sie haben uns sehr viel abgenommen“, lobt Maximilian Stärk, Beisitzer im Musikverein. „Das war eine schöne, tolle Sache“, wie Angela Gorber ergänzt. Dass auch in 25 Jahren ein weiteres Jubiläum gefeiert werden kann, dessen ist sich die Dirigentin sicher, schließlich verfüge man über eine hervorragende Jugendarbeit: Derzeit bildet der Musikverein rund 75 Kinder aus. Dirigentin Angela Gorber: „Ein Nachwuchsproblem haben wir zurzeit nicht.“