Gerade mal fünfeinhalb Monate war das Gasthaus Adler seit dem Brand am 12. Februar 2019 geöffnet. Danach gefragt, wie es ihm aktuell gehe, fallen Manfred Denner zuerst seine Stammgäste ein: „Viele von ihnen haben uns die Treue gehalten und das hilft uns sehr.“ Inzwischen, so sein Eindruck, seien alle ein wenig müde geworden, wobei er sich nicht ausnimmt. „An den Sonntagen läuft unser Außer-Haus-Geschäft nach wie vor gut, aber unter der Woche ist es weniger geworden“, berichtet Denner.

Helles Holz und eine gemütliche Atmosphäre: Die Gasträume des Gasthof Adler in Hefigkofen sind ein Jahr nach der Sanierung immer noch so gut wie ungenutzt.
Helles Holz und eine gemütliche Atmosphäre: Die Gasträume des Gasthof Adler in Hefigkofen sind ein Jahr nach der Sanierung immer noch so gut wie ungenutzt. | Bild: Claudia Wörner

Hinzu komme, dass aktuell nur wenige Gäste aus beruflichen Gründen in den frisch renovierten Zimmern übernachten. Hilfreich sei der Neubau der Oberteuringer Tennisanlage gewesen. „Von dieser Baustelle hatten wir über Wochen bis zu acht Gäste, die auch bei uns gegessen haben“, sagt Junior-Chef Peter Denner. Aber jetzt sei die Tennisanlage fertig. Wann die ersten Urlauber übernachten können, stehe hingegen in den Sternen.

Mehr am Schreibtisch als hinter dem Tresen

Statt hinter dem Tresen zu stehen, sitzt Manfred Denner aktuell oft am Schreibtisch und kümmert sich unter anderem darum, Fördergelder für den Betrieb zu bekommen. „Glücklicherweise klappt es inzwischen. Sonst hätten wir ein großes Problem.“ War doch der Brand eine erhebliche finanzielle Belastung. Ein Feuer hatte sich an diesem Tag von der Küche über den Dunstabzug in die oberen Stockwerke bis unters Dach ausgeweitet und bis zu 120 Feuerwehrleute in Atem gehalten.

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Peter Denner ergänzt, dass es natürlich schöner wäre, wenn man das Geld selbst verdienen könnte, statt Fördergelder in Anspruch zu nehmen. Nichtsdestotrotz haben die Denners einen Teil ihrer Rücklagen in den Betrieb gesteckt. „Unsere Lebensarbeitszeit wird sich ganz klar verlängern“, sagt der 59-jährige Manfred Denner, der zusammen mit seiner Frau Angela vor Beginn der Corona-Krise bereits in Richtung Ruhestand geblickt hatte.

An Christi Himmelfahrt startet der Imbiss

Motiviert seien sie aber nach wie vor. „Aktuell haben wir einen Grillimbiss in unsere neue Hütte integriert“, berichtet Peter Denner. Nun wollen sie pünktlich zu Christi Himmelfahrt am 13. Mai den Imbissbetrieb aufnehmen und neben Steak und Bratwurst auch Haxenfleisch „to go“ anbieten.

Der Biergarten des Gasthauses Adler ist bereit für Gäste. Tische und Stühle sind frisch gestrichen. Nun hofft die Wirtefamilie auf eine baldige Wiedereröffnung der Gastronomien.
Der Biergarten des Gasthauses Adler ist bereit für Gäste. Tische und Stühle sind frisch gestrichen. Nun hofft die Wirtefamilie auf eine baldige Wiedereröffnung der Gastronomien. | Bild: Claudia Wörner

In den vergangenen Wochen hat die Familie die Zeit genutzt, um Tische und Stühle im Biergarten frisch zu streichen. „Wir wären bereit.“ In den sanierten Innenräumen haben die Denners in eine Lüftungsanlage investiert, die die Luft elf Mal pro Stunde austauscht.

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„Aber wir haben die Befürchtung, dass die Innengastronomie noch länger geschlossen bleibt“, so Manfred Denner. Deshalb habe er zusätzlich zum teilweise überdachten Biergarten noch ein Zelt bestellt, um die Gastronomie im Freien auch bei schlechterem Wetter attraktiv zu machen.

Februar 2019: Ein Küchenbrand hatte sich im Gasthaus Adler ausgebreitet und die Feuerwehr in Atem gehalten.
Februar 2019: Ein Küchenbrand hatte sich im Gasthaus Adler ausgebreitet und die Feuerwehr in Atem gehalten. | Bild: Feuerwehr Oberteuringen

Hoffnung gibt den Denners der Blick auf den Sommer 2020, der „gigantisch“ gelaufen sei. Manfred Denner ist sich sicher, dass die Menschen auch in diesem Jahr wieder ausgehen und genießen wollen, sobald es möglich sein wird. „Das macht uns Mut.“

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Wichtig sei aber auch, dass Ferienwohnungen und Campingplätze bald wieder Gäste beherbergen dürfen. „Unser Geschäft läuft nur rund, wenn auch Urlauber in der Region sind“, erklärt Denner. Allein die Gäste aus der Region würden auf Dauer nicht ausreichen. Mit dem Wissen von heute hätten sie nicht mehr in so großem Stil renoviert und umgebaut, sagt er.