Im November ist die Bürgerstiftung Oberteuringen mit dem Projekt „Teuringer für Teuringer“ gestartet. Innerhalb von knapp drei Monaten ist es dem Team gelungen, 3200 Euro an Spenden für Oberteuringer Bürger in einer Notlage zu sammeln, wie die Verantwortlichen berichten.

Renate Hold, Monika Bucher, Ramona Hebold und Sabine Mohr sind die Frauen, die hinter „Teuringer für Teuringer“ stehen. Mit den gesammelten Spenden wollen sie schnell und vor allem unbürokratisch Hilfe leisten, damit die Menschen wieder Hoffnung schöpfen können und neuen Lebensmut finden. „Wir haben viele kleine, aber auch größere Spenden bis 1000 Euro bekommen und sind dafür sehr dankbar“, sagt Renate Hold. Umso mehr, weil das Team wegen des ausgefallenen Weihnachtsmarktes kaum eine Möglichkeit gehabt habe, sich zu präsentieren. Gedacht sei das Geld für insbesondere für Menschen vor Ort, die zeitnah keine staatliche Unterstützung bekommen. „Unser Ziel ist, die erste Not zu lindern“, so Monika Bucher.

Zwei Familien konnten die Frauen über „Teuringer für Teuringer“ bereits unterstützen. Die Betroffenheit ist ihnen insbesondere beim ersten Fall anzumerken. „Eine junge Mutter ist überraschend gestorben. Sie hinterließ zwei kleine Kinder. Ihr Mann muss weiter funktionieren, ist aber im Moment nicht arbeitsfähig. Eines der Kinder ist ebenfalls schwer krank“, schildert Renate Hold. Da die Familie neu zugezogen sei, habe sie vor Ort noch kein Netzwerk. Anfangs sei zwar eine Dorfhelferin in die Familie gekommen, aber dieses System sei wackelig. „Ohne einzelne Freunde würde es gar nicht gehen – weder finanziell noch emotional“, weiß Hold. Bis Witwer- und Halbwaisenrenten ausbezahlt werden, könne ein halbes Jahr ins Land ziehen.

Das Haus am Teuringer in Oberteuringen ist eine wichtige Anlaufstelle für die Bürger von der jungen Familie bis hin zu Senioren.
Das Haus am Teuringer in Oberteuringen ist eine wichtige Anlaufstelle für die Bürger von der jungen Familie bis hin zu Senioren. | Bild: Claudia Wörner

„Damit der Familienvater wieder auf die Beine kommt, braucht er eine Basis“, sind sich die Frauen einig. Erfahren haben sie von seiner Notlage durch Mitarbeiter des Familientreffs im Haus am Teuringer. Das Team beschloss 500 Euro aus dem Spendentopf des Projekts „Teuringer für Teuringer“ in Form von Einkaufsgutscheinen für Lebensmittel und Drogerieartikel an den Mann zu geben. „Er war sehr denkbar. Nicht nur für die finanzielle Hilfe, sondern auch dafür, dass er in seiner Not gesehen wird und nicht ganz alleine ist“, sagt Monika Bucher. Ziel sei, dass er mithilfe der Gutscheine den Zeitraum überbrücken könne, bis die institutionellen Hilfen greifen würden.

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Auch im zweiten Fall ist eine junge Familie betroffen. Die Firma, in der der Vater gearbeitet hat, meldete Insolvenz an und er hat einige Monate kein Gehalt bekommen. Sein Auto ist kaputt, Schulden sind aufgelaufen und seine Frau erwartet ein Baby, für das Anschaffungen notwendig sind. Hier überlegen Monika Bucher, Renate Hold, Ramona Hebold und Sabine Mohr noch, wie sie am besten unterstützen können. Wichtig ist dem Team, dass die Hilfe über „Teuringer für Teuringer“ nicht an ein bestimmtes Alter gebunden ist. „Wir helfen Senioren ebenso gern wie jungen Menschen“, sagt Renate Hold. Den Spendern versichern sie, dass ihr Geld zu 100 Prozent bei den Betroffenen ankommt.