Klimaveränderungen und Stürme setzen den Wäldern zu. Auch um die sechs Hektar Gemeindewald in Oberteuringen ist es nicht gut bestellt. Förster Jörn Burger von der Stadt Markdorf berichtete im Gemeinderat vom Zustand des Waldes. Borkenkäfer und von der Dürre ausgetrocknete Waldböden schädigen die Bäume. Daneben habe Sturm Sabine dem Wald zugesetzt, erläuterte Burger. „Die Bäume im Gewann Döllenäcker fielen schräg auf den Wanderweg. Alle, die bis zu 40 Meter weg vom Wegrand standen, wurden wegen fehlender Standsicherheit gerodet.“ Auch entlang des Wanderwegs auf der ehemaligen Bahntrasse wurden zahlreiche Bäume gefällt.

Fläche soll im Frühjahr 2021 wieder aufgeforstet werden

Weiter informierte Burger über ein Eschentriebsterben im Wald zwischen Unterteuringen und Raderach. Hier befalle ein Pilz die Krone und das Wurzelwerk der Eschen. „Da reicht ein kleiner Wind und die Bäume liegen.“ Geplant sei, die Flächen im kommenden Frühjahr mit 1250 Pflanzen wieder aufzuforsten. „Es soll aber kein dichter Wald werden, wir denken eher an einen parkähnlichen Charakter“, sagte Burger.

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Bei einer Erwärmung von einem Grad fällt Fichte zu 60 Prozent aus

Deutlich machte der Förster, wie sich die Klimaveränderung auf den Wald auswirkt. So finde die Fichte, die aktuell 70 bis 80 Prozent des heimischen Baumbestands ausmache, keine idealen Bedingungen mehr vor. Bei einem Grad Klimaerwärmung falle sie zu 60 Prozent aus, bei zwei Grad komplett. „Wir hoffen, dass die Tanne überlebt, aber auch sie hat bei einem sinkenden Grundwasserspiegel Probleme“, erläuterte Burger den Gemeinderäten.

Förster fürchtet, dass Holz als Rohstoff in 50 Jahren ausgehen könnte

Er befürchte, dass der Rohstoff Holz bis in 50 Jahre ausgehen könnte. „Über jeden Baum, der neu gepflanzt wird, bin ich froh.“ Festzustellen sei, dass die Waldbesitzer – 343 Hektar des Waldes auf Oberteuringer Gemarkung sind in Privatbesitz – kein großes Interesse an der Bewirtschaftung hätten. Denn der Holzpreis sei stark gesunken.

Gemeinde vermarktet 264 Festmeter Holz

Für die Baumfällungen entstanden der Gemeinde Kosten von 15 600 Euro. Für die Abfuhr des Holzes musste der Wirtschaftsweg saniert werden, wofür weitere Kosten von 22 000 Euro anfielen. Insgesamt 264 Festmeter Holz werden vermarktet.

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