Die Maucher Formenbau GmbH möchte gerne an ihrem Standort in Unterteuringen erweitern. Dies sagte Inhaber und Geschäftsführer Peter Strittmatter am Montag anlässlich eines Firmenbesuchs des Landtagsabgeordneten Martin Hahn (Bündnis 90/Die Grünen) und des Oberteuringer Bürgermeisters Ralf Meßmer. Die Kapazitäten der rund 10 000 Quadratmeter umfassenden Produktionsstätte seien in absehbarer Zeit ausgereizt, so Strittmatter. Sollten die Gespräche mit dem Grundstückseigentümer erfolgreich verlaufen, erhoffe man sich von der Gemeinde grünes Licht für eine Fläche von weiteren 10 000 Quadratmetern am Kopfende des derzeitigen Areals im Gewerbegebiet Elzenbach. Die Auftragsbücher seien gefüllt, die Nachfrage nach ultraleichten Kunststoffteilen für die Automobilindustrie ein starker Wachstumsmarkt, führte Strittmatter aus. Aktuell arbeiten rund 60 der 140 Maucher-Mitarbeiter in Unterteuringen. Die anderen Mitarbeiter verteilen sich auf die Standorte in Meckenbeuren, der der Hauptsitz ist, und am Flughafen in Friedrichshafen. In Unterteuringen, so Strittmatter, könnten im Falle einer Expansion 25 bis 30 weitere Arbeitsplätze entstehen.

Alles aus einer Hand: Maucher fertigt das Leichtbauteil (oben im Bild) ebenso wie die Form dafür selbst.
Alles aus einer Hand: Maucher fertigt das Leichtbauteil (oben im Bild) ebenso wie die Form dafür selbst. | Bild: Helmar Grupp/ Maucher

Vor zwei Jahren hatte die Firma Maucher ihren Betrieb in Unterteuringen aufgenommen, mangels Möglichkeiten zur Erweiterung in Friedrichshafen. Die aktuellen Erweiterungspläne spiegeln das Wachstum von Maucher in den vergangenen Jahren wider: 2010 hatte die Firma noch rund 65 Mitarbeiter.

Konsequenter Leichtbau und hochfeste Materialien: Dies ist die Nische im Automotive-Zuliefererbereich, die Maucher augenscheinlich sehr erfolgreich besetzt. Direkte Wettbewerber habe man nicht, so Strittmatter. Dies liege an der enormen Fertigungstiefe der Produktion: Von der Konzeption der Teile, über den Formenbau bis hin zum fertigen Endprodukt bekomme der Kunde alles aus einer Hand. So fertigt Maucher etwa Innenverkleidungen für Radkästen, Hutablagen, Kofferraumwannen oder Dämmverkleidungen für das Abgassystem – alles aus extrem leichtem Thermoplast. Neben BMW, Audi und Mercedes sind vor allem auch deren Luxusmarken Abnehmer der Maucher-Produkte: Rolls-Royce, Bentley, Lamborghini und AMG setzen auf Leichtbau made in Unterteuringen. Nicht überraschend, denn bei den schweren Luxuslimousinen wie auch bei den Supersportwagen zählt jedes Kilo, das beim Fahrzeuggewicht eingespart werden kann. Die Materialkosten hingegen spielen eine eher untergeordnete Rolle. Daran werde sich auch in Zukunft nichts ändern, so Strittmatter. Eher im Gegenteil: "Die Segmente der teuren Fahrzeuge werden noch weiter steigen, denn dort wird man auch künftig gute Erlöse erzielen können." Nach eigenen Angaben erwirtschaftete Maucher zuletzt einen Umsatz in Höhe von mehr als 20 Millionen Euro. Gefertigt wird in erster Linie für den Kleinserien- und Prototypenbereich.