Kinderglücksyoga, das klingt ziemlich vielversprechend. Aber was uns da genau erwartet, davon haben weder meine Tochter Emma noch ich eine Ahnung. In den Lebensräumen in Oberteuringen empfängt uns Yogalehrerin Christina Mueller strahlend. Kurz darauf erscheinen auch die anderen Teilnehmer: drei Mütter und ein Vater mit ihren Kindern. Sternförmig werden die Matten um die vorbereitete Mitte ausgebreitet. Emma schaut mich noch etwas skeptisch an.

SÜDKURIER-Mitarbeiterin Nicole Burkhart und ihre Tochter Emma wärmen sich auf und lassen dabei ein Wintertor entstehen.
SÜDKURIER-Mitarbeiterin Nicole Burkhart und ihre Tochter Emma wärmen sich auf und lassen dabei ein Wintertor entstehen. | Bild: Christina Mueller

Christina – denn hier im Kinderyoga duzen sich alle – beginnt die Stunde mit einer Klangschale. Tatsächlich lauschen alle gespannt, bis der Ton verklungen ist. Wir begrüßen uns mit dem "Namasté", dem Gruß der Yogis. "Ihr schaut, worauf ihr Lust habt, was euch guttut. Eure Matte ist euer Königreich", erklärt Christina.

Beim "Feuer, Wasser, Sturm"-Spiel flitzen die Kinder durch den Raum

Bei der anschließenden Vorstellungsrunde kuschelt sich Emma noch an mich. Aber schon beim umgewandelten "Feuer, Wasser, Sturm"-Spiel flitzt sie mit den anderen Kindern im Raum herum und verwandelt sich auf Zuruf in Schneemann, Schneeflocke, Schlitten oder Schneeball. Spätestens jetzt wird es auch mir warm.

Winter zieht sich als roter Faden durch die Stunde

Christina gelingt es gut, einen roten Faden durch die Stunde zu ziehen – heute geht es um den Winter und die Tiere im Wald. Wir tanzen als Schneeflocken durch den Raum und pusten die Schnee-Watte über unsere Matten. Passend dazu fängt es draußen tatsächlich an zu schneien.

Es geht darum, sich etwas Gutes zu tun

Emma scheint es Spaß zu machen – ich erkenne aber auch, dass sie noch gar nicht merkt, dass es hier nicht darum geht, die Schnellste, Erste, Beste zu sein. Sondern einfach darum, sich selbst etwas Gutes zu tun, hier im Familienyoga gemeinsam mit einem Herzensmenschen, wie es Christina auf ihrer Website nennt.

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Ich freue mich, mal fernab von Alltag, Haushalt und Job die Zeit zu haben, nur auf Emma einzugehen und mit ihr gemeinsam etwas zu erleben. Sie genießt sicherlich auch die Zeit ohne Hausaufgaben, den kleinen Bruder oder die üblichen Erledigungen. Als wir beide unabhängig voneinander nach dem Hände warmreiben unseren Nacken als Stelle auswählen, dem die Wärme guttut, muss ich schmunzeln.

Tiere darstellen als abgewandelte Yoga-Übungen

Anschließend sind die Kinder gefragt. Tierspuren müssen den passenden Tieren des Waldes zugeordnet werden. Dann beginnt das, was uns Erwachsene am meisten an das Yoga erinnert, das wir kennen. Die Tiere Hund, Katze, Pferd, Hirsch, Igel und Adler werden als abgewandelte Übungen dargestellt. Dabei greift Christina immer wieder die Ideen der Kinder auf und geht auf sie ein.

Übungen fordern auch untrainierte Erwachsene

Ich selbst merke, dass mich und meinen untrainierten Körper auch das Kinderyoga fordert. Zum Abschluss tupfen wir uns gegenseitig mit der Schneeball-Watte ab und kuscheln zu den Tönen des Zaphir-Klangspiels.

Als ich Emma auf dem Heimweg frage, wie es ihr gefallen hat, antwortet sie schlicht: "Gut!" Zuhause aber ist der Kurs für sie bis abends immer wieder Thema. Dabei sieht mich Emma an und sagt: "Mama, das Yoga war toll!" Kinderglücksyoga eben.

Informationen über das Angebot bei Christina Mueller, Telefon 01 76/72 32 62 49, oder im Internet: http://www.kindergluecksyoga.de

Das sagen die Teilnehmerinnen:

Stefanie Thoma und ihre Tochter Sophie, sieben Jahre
Stefanie Thoma und ihre Tochter Sophie, sieben Jahre | Bild: Nicole Burkhart
  • Stephanie Thoma: „Wir waren schon ein paar Mal in Friedrichshafen beim Familienyoga und ich habe mir immer gewünscht, dass es das auch hier in Oberteuringen gibt. Ich mache selbst schon lange Yoga und finde es schön, dass Sophie das in einer Gruppe lernen kann. Sie wird auch in den Kinderkurs gehen. Mir hat es sehr gut gefallen, es war eine runde Stunde. Das Imaginäre ist so wichtig für Kinder und es war schön, dass die Stunde an die Jahreszeit und die Tiere angelehnt ist.“
Melanie Zeni und ihre vierjährige Tochter Paulina
Melanie Zeni und ihre vierjährige Tochter Paulina | Bild: Nicole Burkhart
  • Melanie Zeni: „Ich habe im Ortsblatt von dem Angebot erfahren. Wir sind das erste Mal mit dabei und schnuppern mal. Paulina geht dann auch in den Kinderkurs. Ich habe früher auch selbst Yoga gemacht, seit den Kindern fehlt mir leider die Zeit dafür. Daher finde ich das Familienyoga etwas ganz arg Tolles. Zudem habe ich für Paulina etwas ohne Leistungsdruck gesucht und das habe ich hier gefunden. Als Erzieherin nehme ich von der Stunde sogar selbst noch Ideen mit.“

Das sagt Christina Mueller:

Kinderyogalehrerin Christina Mueller
Kinderyogalehrerin Christina Mueller | Bild: Christina Mueller

„Unser Kinderyoga gibt es seit Oktober 2018 hier in Oberteuringen und ich freue mich, dass es gut angenommen wird. Dabei darf das Kinderyoga nicht gleichgesetzt werden mit dem Erwachsenenyoga, wie viele es kennen. Die Stunde folgt einem Ablauf mit festen Ritualen, meist orientiert an den Jahreszeiten. Zusätzlich fließen aktuelle Themen der Kinder, kuriose Feiertage oder andere Themen ein, wie Sonnenwende oder Yoga kennenlernen. Die Asanas sind runtergebrochene oder abgewandelte Übungen. Zum Abschluss folgt immer eine Entspannungsphase beispielsweise mit einer Traumreise, Massage oder Partnerübung.“