Eine Gemeinde geht neue Wege. Mit dem Haus am Teuringer wurde ein deutschlandweit konzeptionell einzigartiges Projekt verwirklicht, das nun mit Leben und bürgerschaftlichem Engagement ausgefüllt werden kann. Am vergangenen Wochenende war es soweit: Sechs Jahre Entstehungszeit, davon zwei Jahre als wachsender Bau, mündeten in feierlichen Eröffnungsworten der beteiligten Akteure, in Dankesworten gegenüber Mitstreitern, in Resumés der Verantwortlichen und in Zukunftswünschen auf breiter Basis. "Jede Vision hat ihre Zeit", zitierte Bürgermeister Ralf Meßmer und betonte: "Im Herzen unserer Gemeinde ist das Haus am Teuringer entstanden. Ein Ort der Begegnung für Jung und Alt, für Menschen mit und ohne Behinderung, für Familien, für Lesehungrige und Kaffeegenießer."

Singen den Gästen ein Willkommenslied (von links): Vivien Nagel, Annika Taube, Heike Steier-Schmidt, Markus Schababerle, Sarah Zwerger, Sabine Römhild, Pikria Imedashvili, (verborgen: Petra Mecking), Patricia Philips, Matthias Strobel, (dahinter, verdeckt: Roxana Pop), Michael Friedrich-Gaire, Esther Ohl, Sabine Essich.
Singen den Gästen ein Willkommenslied (von links): Vivien Nagel, Annika Taube, Heike Steier-Schmidt, Markus Schababerle, Sarah Zwerger, Sabine Römhild, Pikria Imedashvili, (verborgen: Petra Mecking), Patricia Philips, Matthias Strobel, (dahinter, verdeckt: Roxana Pop), Michael Friedrich-Gaire, Esther Ohl, Sabine Essich. | Bild: Gudrun Schäfer-Burmeister

Im Mittelpunkt standen bei der feierlichen Eröffnung am Freitag neben den offiziellen Grußworten die Menschen, die die unterschiedlichen Einrichtungen repräsentieren und die vielfältigen Angebote unterstützen (siehe Infokasten). Sie alle bildeten einen gemeinsamen Chor und hießen die Gäste willkommen. Sommerlicher Sonnenschein überstrahlte den Tag der offenen Tür am Sonntag. Die bewirtenden Mitglieder Oberteuringer Vereine hatten alle Hände voll zu tun, um dem Gästeansturm auf dem Marktplatz gerecht zu werden. Bürgermeister Ralf Meßmer und Stefanie Locher, Geschäftsführerin der Lebenswert Alter gemeinnützige GmbH er der Stiftung Liebenau, hoben die Besonderheit des gemeinsamen Projekts hervor, dem sie auch künftig ein konstruktives Miteinander wünschen. "Freuen Sie sich auf ein offenes, lebendiges Haus, das Sie immer mit Herzlichkeit willkommen heißt", lud Meßmer die Gäste ein.

Alle im Haus am Teuringer vertretenen Einrichtungen schlossen sich dieser Einladung an, auch das benachbarte Seniorenwohnheim und Haus der Pflege St. Raphael gewährte Einblicke mit einer Sitztanz-Aufführung. In der Mediathek wurde eifrig in Büchern und Zeitschriften geblättert und geschmökert. Zwischen den Bücherregalen wurde vor allem der Wunsch geäußert, die Mediathek würde bald auch Medien verleihen, was dem Herzenswunsch von Leiterin Sarah Zwerger und ihren ehrenamtlichen Kolleginnen entspricht. Aber die technische Integration aller 6000 Titel dauert noch ein wenig.

Im Café von Roxana Pop gab es zusätzlich zu Kaffee und Kuchen Verkostungen von Limonade, Eistee und "Kaffee ma(h)len." Acryl-Malen bot die Liebenau Teilhabe im Bildungs-, Begegnungs- und Förderzentrum (BBF), Kinderhaus und Familientreff hatten Spielstationen aufgebaut und wer über die Entstehung des Hauses Genaues wissen wollte, hatte dazu in Kurzvorträgen Gelegenheit. Daran anschließend hatte Inklusionsbeauftragte Annika Taube jeweils eine Überraschung parat. Mit "Musik als Türöffner für gemeinsames Tun" ließ Tobias Mrzyk Groß und Klein beim rhythmischen und emotionalen Mitmachen "den gemeinsamen Groove" finden. Nicht zum Mitmachen, aber zum Mit-Schwingen und -Swingen luden die EMUS – die Ehemaligen des Musikvereins – auf dem Marktplatz und Jazzpianist Martin Giebel vor dem Büro für Gemeinwesenarbeit. "Eins – zwei drei – Zauberei" versprach Mario Richter und ließ Illusionen scheinbar wahr werden. Dass jeder zaubern kann, wenn er nur daran glaubt, wissen jetzt alle, die seine Familienshow besucht haben. Bei der Eröffnungsfeier am Freitag hatte Pfarrer Rainer Baumann das Haus am Teuringer als Beispiel für eine verwirklichte Utopie bezeichnet. "Vor dreißig Jahren wäre Inklusion eine Utopie gewesen." Am Tag der offenen Tür hat sich gezeigt, dass sich im neu geschaffenen Zentrum Menschen begegnen, die einander vermutlich sonst nicht begegnen würden.

Stefanie Locher von der Stiftung Liebenau und Bürgermeister Ralf Meßmer feiern die gute Zusammenarbeit bei Planung und Verwirklichung des Großprojekts.
Stefanie Locher von der Stiftung Liebenau und Bürgermeister Ralf Meßmer feiern die gute Zusammenarbeit bei Planung und Verwirklichung des Großprojekts.