Walter Buchmeier stand am Sonntag, 13. August 1995, im Mittelpunkt: „Meersburg feierte am gestrigen Sonntag nur einen einzigen Mann“, schrieb der SÜDKURIER am darauffolgenden Tag. Walter Buchmeier hatte das Bundesverdienstkreuz erhalten.

„Als einen großen Tag für die Stadt bezeichnete Bürgermeister Rudolf Landwehr die Verleihung (...) an Buchmeier, dessen bürgerschaftliches Engagement seinesgleichen suchen müsse.“ Mit diesem Satz eröffnete der SÜDKURIER den Artikel über den damals 85-Jährigen, der ein Stück Geschichte seiner Heimatstadt Meersburg mitgestaltet hat. Dass der Tag der Verleihung mit dem Geburtstag von Buchmeier zusammenfiel, sei zweifelsfrei „Verdienst des Bürgermeisters“ gewesen. Alle Hebel habe Landwehr dafür in Bewegung gesetzt.

Betreuer und Leiter des Heimatmuseums

In der Laudatio von Landrat Siegfried Tann, der Walter Buchmeier das Verdienstkreuz ans Revers heftete, ging es um Buchmeiers Position als ehrenamtlicher Betreuer und Leiter des Heimatmuseums. In so unnachahmlicher Weise habe er diese Aufgabe zu seinem Lebensinhalt gemacht. Durch seinen Einsatz sei aus dem Heimatmuseum ein „richtiges Stadtmuseum„ geworden.

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Im Alter von immerhin 78 Jahren, im Jahr 1988, hatte Buchmeier die Übersiedlung ins Dominikanerinnenkloster bewerkstelligt. Doch nicht nur das: Buchmeier war aktives Mitglied in der Trachtengruppe Meersburg, in der Kolpingfamilie, im 1987 gegründeten Museumsverein und in der Gesellschaft der 101 Bürger von Meersburg. „Das Gedächtnis der Stadt Meersburg zu sein“ – ein Ruf, den sich der „Sammler, Erhalter und Gestalter des Heimatmuseums“ über Jahrzehnte erworben hatte.

Wertvorstellungen und bodenständiger Alefanz

Peter Schmidt, der seit drei Jahrzehnten im Meersburger Gemeinderat sitzt und CDU-Fraktionsvorsitzender ist, schilderte seinen „Freund und Nachbar“ Buchmeier damals als einen Mann der Toleranz, mit hohen Wertvorstellungen, aber auch mit „echtem bodenständigem Alefanz“.