Baumbestattungen in Wäldern liegen im Trend. Aber bleiben deswegen die Plätze auf den Friedhöfen frei? Auf den ersten Blick wirkt es so: Auf dem Friedhof in Meersburg gibt es zahlreiche große leere Flächen, aber auch Bereiche, in denen nur vermeintlich keine Gräber sind. Zum einen wird eine Rasenfläche für anonyme Beisetzungen freigehalten. Diese Grabstätten werden nicht gekennzeichnet, die Urnen werden ohne Beisein von Angehörigen und ohne Hinweis auf den Zeitpunkt beigesetzt. Zum anderen werden weitere Rasenflächen als Erweiterungsflächen vorgehalten.

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2023 eventuell konzeptionelle Weiterentwicklung

Bürgermeister Robert Scherer erklärt dazu: „In früheren Jahren war der Trend zu kleinen, pflegefreien Grabstätten noch nicht absehbar und der Friedhof ist stetig gewachsen.“ Die Freiflächen würden im Rahmen einer künftigen Gesamtbetrachtung berücksichtigt. Für das Jahr 2023 sei im Haushalt ein Betrag für eine mögliche konzeptionelle Weiterentwicklung eingeplant. „Eine Erweiterung der Urnen-Gemeinschaftsgrabanlage ist bereits in Auftrag gegeben“, antwortet Scherer auf die Nachfrage zu der fast vollständig belegten Urnenwand.

Freiflächen auf dem Friedhof werden für Erweiterungen vorgehalten oder für anonyme Bestattungen.
Freiflächen auf dem Friedhof werden für Erweiterungen vorgehalten oder für anonyme Bestattungen. | Bild: Lorna Komm

Findlinge mit Namensschildern weisen auf Gräber hin

Auch im gärtnergepflegten Grabfeld scheint es auf den ersten, flüchtigen Blick keine Gräber zu geben. Neben dem geschwungenen Weg wachsen vielfältige Stauden und Gehölze, eine Bank lädt zum Verweilen ein. Nur die Namensschilder auf den Findlingen weisen darauf hin, dass auch hier Bestattungen möglich sind. Wie im Friedwald kann auch hier eine Grabstelle unter einem Baum gewählt werden, wobei für den Unterhalt Kosten anfallen. Die Friedhofsgärtner bepflanzen und pflegen die Anlage das ganze Jahr über, sodass Angehörige, die sich selbst nicht kümmern können, stets eine gepflegte Grabanlage vorfinden. Diese Art der Grabanlage existiert seit 2014 auf dem Friedhof, wie Scherer erläuterte.

Nur auf den ersten Blick scheint es im gärtnergepflegten Grabfeld keine Gräber zu geben. Findlinge mit Namensschild weisen auf die ...
Nur auf den ersten Blick scheint es im gärtnergepflegten Grabfeld keine Gräber zu geben. Findlinge mit Namensschild weisen auf die Ruhestätten hin. | Bild: Lorna Komm

Bestattungen in traditionelle Reihengräbern für einen oder mehrere Verstorbene sind nach wie vor möglich. Für den alten Teil des Friedhofs, der 1682 angelegt wurde, können Grabpatenschaften für die Ehrengräber von Meersburger Persönlichkeiten übernommen werden, ebenso „für künstlerisch und historisch wertvolle Grabstätten, für die kein Nutzungsrecht mehr besteht“, wie in der Broschüre der Friedhofsverwaltung nachzulesen ist.

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