Am Sonntag fand in Meersburg die Gedenkfeier zum Volkstrauertag statt. Aber, es war alles anders als sonst, teilt Thomas Schärli für die Stadtverwaltung mit. Würdig und eindrücklich waren die Minuten der Einkehr an der Gedenkstätte trotzdem. Aus Sicherheitsgründen wegen der Corona-Pandemie und zum Schutz der Bürger gab es keine öffentliche Mahn- und Gedenkstunde im üblichen Rahmen. Peter Schmidt, erster Bürgermeister-Stellvertreter, sprach in der Aussegnungshalle auf dem Friedhof Meersburg im kleinen Kreis, bestehend aus Bürgermeister Robert Scherer, Pfarrer Matthias Schneider von der katholischen Kirchgemeinde sowie den Fahnenträgern der jeweiligen Vereine. „Heute am Volkstrauertag, 75 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg, glaubten und hofften wir eigentlich, alles im Griff zu haben. Seit 75 Jahren schweigen bei uns die militärischen Waffen. Die derzeit etwa 150 gewaltsamen Krisen und Kriege finden relativ weit weg statt. Doch in diesem Jahr wurden wir eines Besseren belehrt“, so Schmidt.

Gedenken an alle Opfer von Krieg und Gewalt

Der Volkstrauertag ist ein staatlicher Gedenktag, der immer zwei Sonntage vor dem ersten Advent stattfindet. Ursprünglich eingeführt, um der Toten des Ersten Weltkrieges zu gedenken, wurde der Inhalt mittlerweile über rein kriegerische Ereignisse hinaus erweitert, das heißt, dass nicht nur an die Kriegstoten, sondern auch an die Opfer von Gewalt erinnert werden soll. In Meersburg ist der Gedenktag seit 1952 Tradition. „Wir denken heute an die Opfer von Gewalt und Krieg, an Kinder, Frauen und Männer aller Völker.“ Dies sei man insbesondere auch den 282 Kriegsheimkehrern, 53 Vermissten und den 110 Gefallenen Meersburger Bürgern schuldig, erklärte Schmidt.

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Unsere Verantwortung gelte dem Frieden unter den Menschen zu Hause und in der ganzen Welt, so der Bürgermeisterstellvertreter. Er verwies darauf, dass „auch heute wieder durch Unsicherheit Angst wird und aus Angst Gewalt entsteht“. Pfarrer Matthias Schneider findet es erschreckend, dass nach der Wahl in den USA zu Kriegsrhetorik gegriffen wird. Entsprechend setzte dann auch die Fürbitte um Frieden den Schlusspunkt dieser Gedenkfeier.