Klick, klick – und wieder zwei Besucher mehr auf dem Kunsthandwerkermarkt auf dem Schlossplatz. Petra Huemer vom WSC-Müller Ordnungsdienst aus Immenstaad zählt mittels eines Handklickers ankommende und ausgehende Besucher. Mit ihrem Kollegen auf der anderen Seite des Platzes ist sie per Funk verbunden und ständig werden die Zahlen abgeglichen, denn bei 300 Personen ist Einlassstopp.

Petra Huemer vom WSC-Müller Ordnungsdienst aus Immenstaad kontrolliert die Besucherzahlen und zählt mittels eines Handklickers ankommende und ausgehende Besucher.
Petra Huemer vom WSC-Müller Ordnungsdienst aus Immenstaad kontrolliert die Besucherzahlen und zählt mittels eines Handklickers ankommende und ausgehende Besucher. | Bild: Lorna Komm

Kurzzeitig kommt es Samstagmittag dann auch dazu und es bildet sich eine Warteschlange am Eingang. Die Besucher warten geduldig und schon bald geht es wieder rein.

Maskenpflicht und Desinfektionsmittel

Auf dem Marktgelände herrscht Maskenpflicht und nicht nur am Eingang, sondern auch an jedem Stand steht Desinfektionsmittel, sodass die Kaufinteressenten die Waren auch anfassen können. „So ist das eben in den Corona-Zeiten“, sagt Organisatorin Bettina Güttinger, „aber wir Aussteller sind alle glücklich, dass wir wieder Märkte abhalten dürfen.“

13 Märkte konnte sie dieses Jahr veranstalten in Bayern, Württemberg und Vorarlberg. Überall hätten andere Sicherheitskonzepte gegolten. „Doch alle waren froh, dass überhaupt, was stattfinden konnte.“ Von den Marktbesuchern habe sie heute bisher nur positives Feedback erhalten. „Die Besucher fühlen sich wohl und sicher“, sagt die Töpferin.

Weniger Stände, keine Engstellen

Um die Abstände einhalten zu können, sind dieses Jahr weniger Stände aufgebaut, so werden Engstellen vermieden. „Leider“, so sagt Güttinger, habe sie deshalb einigen Interessenten absagen müssen, „aber es ist toll, wieder hier zu sein und dass die Stadt hinter der Veranstaltung steht.“

Für das Foto hat Organisatorin Bettina Güttinger kurz den Mund-Nasen-Schutz abgelegt. Die in Isny beheimatete Töpferin veranstaltet Kunst- und Töpfermärkte im Allgäu, Vorarlberg und dem Bodenseekreis.
Für das Foto hat Organisatorin Bettina Güttinger kurz den Mund-Nasen-Schutz abgelegt. Die in Isny beheimatete Töpferin veranstaltet Kunst- und Töpfermärkte im Allgäu, Vorarlberg und dem Bodenseekreis. | Bild: Lorna Komm

Froh da sein zu dürfen, sind auch Andrea und Reinhard Bäz. „Wir sind beide Glasbläser. Das ist nicht unser Hobby, sondern wir leben davon“, sagt er. Sie hätten kein Ladengeschäft und keinen Onlinehandel, sondern lebten nur von dem Verkauf auf den Märkten. Dazu hatte das Thüringer Ehepaar in diesem Jahr wenig Gelegenheit.

„Überrascht, wie gut Kunden drauf sind“

„Dies ist erst der sechste Markt und wir wissen nicht, ob es bis Weihnachten weitergeht“, sagt Reinhold Bäz. Dennoch lasse er sich die gute Laune nicht verderben. So plaudert er mit den Besuchern und hält ein Schwätzchen mit den Kollegen am Nachbarstand. „Ich bin überrascht, wie gut die Kunden drauf sind“, sagt Bäz.

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Ebenfalls viel Ausfall hatten die Besenbinder Paul und Werna Pfaus. Sie haben ihre handgemachten Produkte schon oft auf dem Meersburger Markt angeboten. Normalerweise zeigt Paul Pfaus live, wie er zum Beispiel seine Handfeger fertigt, doch das Wetter sei ihm zu ungewiss gewesen.

Leute halten sich an Corona-Regeln

Als ungewiss bezeichnet Petra Brühl dagegen mit Blick auf die neuesten Nachrichten die Lage. „Ich bin froh, heute hier sein zu können“, sagt die Inhaberin der Holzproduktion „Los Oliveros“. „Ab Montag soll Alarmstufe rot gelten, hat Ministerpräsident Kretschmann gesagt. Wer weiß, was das dann für uns bedeutet“, sorgt sie sich. Dabei genießt sie dennoch die Atmosphäre auf dem Schlossplatz. „Es ist angenehm, die Leute halten sich an die Regeln.“

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