Wohnraum für Familien und Senioren will die Gemeinde Stetten schaffen und plant dafür ein neues Wohngebiet am Ortsausgang Richtung Markdorf. Bauträger ist das Ravensburger Unternehmen Intecta Bauentwicklung. Bereits im November hatte der Gemeinderat dem Projekt durch einen Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan Halde den Weg geebnet.

Bebauungsplan soll noch vor der Sommerpause beschlossen werden

Bürgermeister Daniel Heß sagte im Gemeinderat, ein notwendiger Planungskostenvertrag werde derzeit erstellt und soll zusammen mit dem Bebauungsplan in der letzten Sitzung vor der Sommerpause beschlossen werden. Intecta-Geschäftsführer Bernd Incerpi und seine Tochter Mariella Incerpi stellten in öffentlicher Sitzung zusammen mit dem Architekten Hans-Peter Sulger einen ersten Planentwurf vor.

Auf dem Areal ab der Ausfahrt Riedetsweilerstraße entlang der Hauptstraße in Richtung Markdorf soll ein Wohngebiet plus Seniorenwohnen entstehen.
Auf dem Areal ab der Ausfahrt Riedetsweilerstraße entlang der Hauptstraße in Richtung Markdorf soll ein Wohngebiet plus Seniorenwohnen entstehen. | Bild: Martina Wolters

Seniorenwohnen, Wohnungen, Nahversorgung und Café waren vorgegeben

Von der Einmündung Riedetsweiler Straße sollen am Hang entlang der Hauptstraße Richtung Markdorf ein Gebäude für Betreutes Wohnen, ein Quartiershaus sowie, dahinter platziert, vier Mehrfamilienhäuser entstehen. Im westlichen Teil des Quartiers sind sechs Doppelhaushälften mit je rund 130 Quadratmetern Wohnfläche geplant. Die Vorgaben von Bürgermeisterseite seien klar gewesen, sagte Mariella Incerpi: Seniorenwohnen, Wohnbebauung sowie Nahversorgung und ein Café seien gesetzt gewesen.

Das könnte Sie auch interessieren

Bauträger sucht Betreiber für betreutes Seniorenwohnen

Die Seniorenwohnanlage bildet das Zentrum der Bebauung. 35 Wohnungen mit 55 bis 75 Quadratmetern plus Loggien und Gemeinschaftsraum sind hier angedacht, um „selbstbestimmtes Wohnen mit optionaler Betreuung“ zu ermöglichen, wie Mariella Incerpi sagte. Nach Beschluss des Bebauungsplans will der Bauträger einen Betreiber für das betreute Seniorenwohnen suchen. In östlicher Richtung, leicht versetzt neben der Wohnanlage für die ältere Generation, ist ein Wohnhaus als Wohnmix mit Tiefgarage eingeplant. Das Erdgeschoss bietet Platz für Gewerbe, eine Bäckerei und ein Café.

Wohnungen unterschiedlichen Zuschnitts in vier Mehrfamilienhäusern

Um dem steigenden Bedarf an Wohnungen für Ältere Rechnung zu tragen, werden Quartiershaus und die seniorengerechte Wohnanlage unterirdisch miteinander verbunden. Die vier hinteren Mehrfamilienwohnhäuser mit übergrünter Tiefgaragenplätze im nördlichen Bereich des Gebiets sollen Zwei-, Drei- und Vierzimmerwohnungen bis 120 Quadratmeter bieten.

Die Bauträger Bernd und Marielle Incerpi stellten einen ersten Planentwurf für das Projekt vor. Von links: Bernd und Marielle Incerpi, Bürgermeister Daniel Heß und Hauptamtsleiterin Daniela Warnkönig.
Die Bauträger Bernd und Marielle Incerpi stellten einen ersten Planentwurf für das Projekt vor. Von links: Bernd und Marielle Incerpi, Bürgermeister Daniel Heß und Hauptamtsleiterin Daniela Warnkönig. | Bild: Martina Wolters

Klaus Horn (FWV) war angetan von der Konzeption. “Es ist toll, dass es Stettener Senioren möglich gemacht wird, sich zu verkleinern und vor Ort zu bleiben.“ Martin Frick (CDU) lobte das „sehr ansprechende Konzept“, es sei dringend Wohnraum für Jung und Alt nötig. Der einzige Wermutstropfen sei, dass sich die Silhouette des Orteingangs verändern werde.

„Ich hoffe, dass das Preisniveau so sein wird, dass ein Stettheimer Senior, der sein Häusle verkauft, sich dort auch eine Wohnung leisten kann.“
Jürgen Kammerer, FWV

Auch Jürgen Kammerer (FWV) war überzeugt von der Entwurfsplanung. Im Hinblick auf den anvisierten hohen Energiestandard bis KFW 40 wollte er eventuell Abstriche machen, um günstigere Preise anbieten zu können. „Ich hoffe, dass das Preisniveau so sein wird, dass ein Stettheimer Senior, der sein Häusle verkauft, sich dort auch eine Wohnung leisten kann.“ Der Freie Wähler erkundigte sich ferner nach der Entwässerung des Areals in Hanglage. Es gebe ein unterirdisches, doppeltes Retentionsverfahren und zusätzlich noch Retentionszisternen, lautete die Antwort.

Mehr Stellplätze als vorgeschrieben und Carsharing-Modell für Senioren

Tobias Heiß wollte wissen, für wen die Stellflächen parallel zur Hauptstraße gedacht seien und ob sie ausreichten. Der Architekt erklärte, es seien mehr Stellplätze als vorgeschrieben eingeplant, auch für Besucher. Darüber hinaus sei für den Seniorenbereich ein Carsharing-Modell angedacht.

„Da haben wir etwas Schönes und Ansprechendes hinbekommen“, resümierte der Bürgermeister. Er dankte ausdrücklich dem Stettener Grundbesitzer, der die Bebauung durch Verkauf seiner Flächen ermögliche. Wie Daniel Heß erklärte, habe Bernd Incerpi die gesamte Baufläche erworben und trete als Bauherr auf.