Vor knapp eineinhalb Jahren ist das neue Parkhaus West am See an der Fähre in Meersburg eröffnet worden. Jetzt sind auch die letzten Rechnungen eingegangen. Rund 4,74 Millionen Euro hat der Bau gekostet und damit knapp 250.000 Euro mehr als veranschlagt. Abzüglich der Fördermittel des Landes liegen die Herstellungskosten für einen Stellplatz in diesem Parkhaus bei etwa 8.660 Euro.

40 Jahre Diskussion und knapp neun Monate Bauzeit

Bürgermeister Robert Scherer meinte in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats, bei vergleichbaren Objekten lägen die Herstellungskosten für einen Stellplatz bei 20.000 Euro aufwärts. Er sei stolz auf die Leistung des Bauamts. Trotz Corona und unvorhergesehener Hindernisse sei das Parkhaus in knapp neunmonatiger Bauzeit entstanden. Das sei rekordverdächtig. Nach 40 Jahren Diskussion über den Bau an einer so exponierten Stelle war im Jahr 2018 der Beschluss gefasst worden. „Das Ergebnis lässt sich sehen“, meinte Scherer.

Erste Bewirtschaftungskosten werden noch vorgestellt

Christian Herter (Umbo) fragte nach den Bewirtschaftungskosten. „Wo stehen wir? Kommen wir mit den Kosten Null auf Null raus“, wollte er wissen. Scherer antwortete, dass bis jetzt erst eine Rückmeldung aus den Ämtern vorliege, aber die Zahlen würden noch kommen. Auch ob die Fördermittel des Landes von rund 1,5 Millionen Euro bereits eingegangen sind, konnte der Bürgermeister nicht mit Sicherheit sagen, da müsse die Kämmerin befragt werden.

In der Oberstadt weniger Fahrzeuge auf Parkplatzsuche

Markus Waibel (FWV) sagte, das Projekt sei lobenswert, zumal die Stadt das allein geschafft habe. Er habe festgestellt, dass in der Oberstadt weniger Fahrzeuge auf Parkplatzsuche unterwegs seien. „Die Autofahrer fahren runter und finden einen Platz, das gab es früher nicht.“ Boris Mattes (SPD) war enttäuscht über die Zahl der Gastronomen und Hoteliers, welche feste Parkplätze angemietet hätten. „Ich bin froh, dass wir uns nicht von der Euphorie haben anstecken lassen, sonst hätten wir da jetzt 600 Parkplätze.“ Weiterhin meinte Mattes, dass der Verkehr jetzt gezielt auf die freien Plätze geleitet werden müsse, um „die Qualität zu erhöhen und den Verkehr zu minimieren“. Christine Ludwig (Bündnis 90/Die Grünen) merkte an, dass es gar keine Plätze zu kaufen oder mieten gegeben habe, sondern nur Tageskarten für die Hoteliers. Außerdem seien noch Fragen offen bezüglich der Ein- und Ausfahrten, insbesondere auch für Busse.

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Köstlinger ruft Debatte um Fußgängerbrücke in Erinnerung

Alexandra Mahl (Umweltgruppe) fügte an, dass auch beim Fußgängerverkehr nachjustiert werden müsse. Dazu meinte Peter Köstlinger (CDU), dass vor Beginn der Bauphase eine Brücke für Fußgänger Richtung „Wilder Mann“ angedacht worden sei. „Ich höre nichts mehr von dieser Idee“, bemängelte er, dabei habe man im Gemeinderat das Thema doch „ziemlich weit durchgekaut“.

Parkleitsystem Thema in der nächsten Ratssitzung

Der Bürgermeister antwortete, dass nicht alles parallel bearbeitet werden könne. Das Thema Parkleitsystem sei für die nächste Gemeinderatssitzung anberaumt und wegen der Zufahrt, auch für Busse, habe Bauamtsleiter Martin Bleicher bereits Gespräche mit einem Ingenieur. Auch über die Parkgebühren, welche in Eilentscheidung festgelegt wurden, könne noch diskutiert werden, antwortete Robert Scherer, an Julia Naeßl-Doms (CDU) gewandt. Die Gemeinderätin hatte angemerkt, dass die Auslastung des Parkhauses vielleicht besser wäre, wenn das Parken billiger werde.