Der Ausschuss für Umwelt und Technik besteht auf seiner Haltung, keine neuen Ferienwohnungen zu genehmigen, bevor er zu diesem Thema keine grundsätzliche Regelung getroffen hat. Und so lehnte das Gremium auch in seiner jüngsten Sitzung vier Anträge auf die Umwandlung von Wohnungen in Ferienwohnungen mit großer Mehrheit ab.

In drei Fällen schnell Einigkeit

In drei Fällen, in denen je eine Ferienwohnung in der Simon-Weinzürn-Straße, im Dornerweg und Am Weiher beantragt worden war, war sich der Ausschuss schnell einig. Jedes Mal hatte die Bauverwaltung argumentiert, dass es in der näheren Umgebung bereits eine hohe Zahl von Ferienwohnungen gebe – im Umfeld vom Am Weiher sind es laut Bauamtschef Martin Bleicher 21. In allen drei Fällen sei „zu befürchten, dass weitere Ferienwohnungen städtebauliche Spannungen begründen und die Situation im fraglichen Bereich in einer Weise in Bewegung bringen könnte, dass es als rücksichtslos angesehen werden muss“, so die Standardbegründung.

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Eine längere Diskussion entspann sich nur bei einem Antrag auf die Umnutzung von zwei Wohnungen in einem Haus im Lehrenweg, von denen eine bereits als Ferienwohnung bei Meersburg Tourismus gemeldet ist. Georg Dreher (CDU) meinte, man solle diese Wohnung zulassen. „Wenn wir die heute ablehnen, kann die ab morgen nicht mehr als Ferienwohnung vermietet werden.“ Auch Monika Biemann (Umweltgruppe) sagte, sie finde es „schade, wenn wir die angemeldete Ferienwohnung nicht genehmigen könnten“. Denn nach der Corona-bedingten „Durstphase“ wollten viele Leute endlich Urlaub machen.

Mattes: „Klare Struktur“ nicht aufweichen

Boris Mattes (SPD) warnte davor, „unsere klare Struktur“, bis auf Weiteres keine neuen Ferienwohnungen zuzulassen, aufzuweichen. Mattes betonte: „Beide Wohnungen waren nicht baurechtlich beantragt und sind nicht genehmigt.“ Auf Nachfragen von Biemann und Martin Brugger (CDU), ob es keine Möglichkeit gebe, nur die bereits angemeldete Wohnung zu genehmigen, meinte Bürgermeister Robert Scherer: „Es ist ein unglücklich gestellter Antrag.“ Aber das sei das Problem der Antragstellerin. „Wir entscheiden heute über ein (einziges) Paket“, betonte Scherer. Mit acht Nein- und drei Jastimmen lehnte der Ausschuss auch diesen Antrag ab.

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