Die Aktion „Lebensmittelspenden für bedürftige Bürger“, die die Narrenzunft Schnabelgiere gemeinsam mit der Stadtverwaltung organisiert, läuft gut an. Am Dienstag, dem ersten Tag, an dem Meersburger ihre Spenden offiziell in der Zunftstube abgeben konnten, kamen etliche Unterstützer und die Tische füllten sich stetig.

Mit einem fröhlichen „Ho Narro“ betrat etwa Susanne Richter die Zunftstube. Neben Artikeln wie Klopapier und Waschpulver hatte sie auch vier Gutscheine à fünf Euro für die Bäckerei Stüble-Wurster dabei, die ihr Bruder Bertold Wurster betreibt. Mit Bärbel Endress von der Narrenzunft besprach sie außerdem, wie man Backwaren, die abends im Laden übrig bleiben, abholen könnte. Wilma Morin, die vorher bei der Stadtverwaltung nachgefragt hatte, was denn gebraucht würde, brachte unter anderem Hygieneartikel und Dosenwurst vorbei.

Die Spendenaktion

Bärbel Endress hatte die Idee zu der Aktion, für die sie die Narrenzunft mit Norbert Waßmer an der Spitze und Bürgermeister Robert Scherer sofort gewinnen konnte: Die Zunft und die Stadtverwaltung sammeln haltbare Lebensmittel und dringend benötigte Hygieneartikel, stellen sie für Bedürftige nach deren Bedarf zusammen, richten sie zur Abholung her oder liefern sie bei Bedarf auch aus.

Zahl der Bedürftigen steigt in Zeiten der Krise

Steffi Möglich von der städtischen Abteilung Familie, Soziales, Bildung koordiniert mit ihrer Kollegin Karin Hölle die Aktion. Steffi Möglich will die Aktion nicht nur bekannt machen und dabei auch mit der ehrenamtlichen Nachbarschaftshilfe kooperieren, sondern gleichzeitig direkt auf Bürger in prekären Verhältnissen zugehen. Rund 350 „fixe Kunden“ habe sie derzeit und aufgrund der Corona-Krise „werden noch welche dazukommen“, sagte sie.

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Bürgermeister Scherer betonte: „Wir leben in einer wohlhabenden Gegend, aber auch bei uns gibt es Menschen, die Unterstützung brauchen und jetzt hat es noch mehr erwischt.“ Zunftmeister Waßmer sagte, derzeit hätten sicher viele Probleme, doch er meinte, sichtlich betroffen: „Aber das sind existenzielle Sorgen, wenn man nichts zu knabbern hat.“ Er freut sich über den Zuspruch für die Aktion und glaubt: „Wenn man weiß, für wen man etwas tut, ist die Solidarität noch größer.“

Bedürftige können direkt zur Spendensammelstelle kommen

Steffi Möglich begrüßt die Aktion mitten in der Stadt und die kurzen Wege. Bärbel Endress wies darauf hin, dass auch die Stadtverwaltung ganz in der Nähe sei, was die Abstimmung erleichtere. Die Initiatorin weiß, dass manche Bedürftige Scheu davor haben, sich direkt zu melden. Doch sie unterstrich: „Wer will, kann auch direkt zu uns kommen“ an den drei Nachmittagen, an denen die Zunft Spenden sammelt. Man könne dann Päckchen gleich in Absprache mit den Empfängern zusammenstellen.

Im Hof der Zunfstube steht auch eine Spendenbox.
Im Hof der Zunfstube steht auch eine Spendenbox. | Bild: Sylvia Floetemeyer

Auch Bargeldspenden, mit denen man dann etwa noch fehlende Dinge kaufen könne, seien willkommen, sagte Möglich. Auch einzelne Unternehmen hätten schon gespendet, so der Winzerverein Hagnau kleine Weinfläschchen und der Discounter Norma Eis. Da die Einzelausgabe schwierig wäre, soll es Pflegekräften im Altenheim und Ehrenamtlichen als kleines Dankeschön zugutekommen.

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Rund 140 freiwillige Helfer stünden derzeit in der Nachbarschaftshilfe und im Arbeitskreis Asyl zur Verfügung, so Möglich. Auf dieses Potenzial würde sie gerne auch künftig zurückgreifen, etwa „wenn wir mal die Seniorenhilfe auf neue Beine stellen“.

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