Lorna Komm

Nachdem bereits im September Alex Wurster zum neuen Zunftmeister und Niklas Bergmoser zum neuen Kanzleirat gewählt wurden, folgte bei der Martinisitzung der Narrenzunft Schnabelgiere die Ernennung fünf neuer Narrenräte. Mit Franziska Strobel, Eva-Maria Goretzki und Maren Weißhaar wurden drei junge Frauen in den bisher fast ausschließlich männlich besetzten Rat aufgenommen. Einzige Ausnahme war 2016 die Aufnahme von Bärbel Endress.

Zudem rückten Benjamin Wurster und Matthias Walser in das Gremium. Peter Schmidt und Thomas Mackowiak wurden mit Ehrentiteln verabschiedet. Schon in der vorherigen Sitzung hatten Zunftmeister Norbert Waßmer und Kanzleirat Tobias Keck ihre Ämter abgegeben, der Posten von Markus Waibel war schon vor der Corona-Pandemie vakant.

Thomas Mackowiak (Mitte) wurde als Ehrennarrenrat von Kanzleirat Niklas Bermoser (links) und Zunftmeister Alex Wurster (rechts) ...
Thomas Mackowiak (Mitte) wurde als Ehrennarrenrat von Kanzleirat Niklas Bermoser (links) und Zunftmeister Alex Wurster (rechts) verabschiedet. | Bild: Lorna Komm

Narrenpolizist Thomas Bergmoser setzte die neuen Amtsträger mit launigen Reimen ein. „Eines finde ich sehr apart, mehr Frauen in den Narrenrat“, kommentierte er die neue Zusammensetzung. Alle neuen Narrenräte sind in der Zunft wohl bekannt, so waren Eva-Maria Goretzki und Maren Weißhaar unter anderem langjährige Burgfräulein, Franziska Strobel Mitglied der Glonke, Martin Walser sowohl Hänsele als auch Frohlockender Engel. Benjamin Wurster, „der Klettermaxe vom Narrenbaum“, wird der zukünftige Schnabelgiere und bekam den Narrenorden verliehen, den sein 2020 verstorbener Opa Fritz Wurster Jahrzehnte lang als närrisches Urgestein unter anderem als Narrenvater und Ehrenzunftmeister trug.

Das könnte Sie auch interessieren

Enkel des legendären „Wurster-Fritz“

Der neue Mann an der Spitze, Alexander Wurster, ebenfalls ein Enkel des legendären „Wurster-Fritz“, ist von Kindesbeinen an Mitglied in der Glonke. 1983 geboren und in Meersburg aufgewachsen, kam er mit zwei oder drei Jahren in die Zunft. „Das Laufen lernte ich als Glonke“, scherzt er. Die ganze Familie sei närrisch aktiv gewesen. 2010 sei Alex, wie ihn jeder nennt, dann Mitglied im Narrenrat geworden. Beim Allerlei war er als Bühnenmeister und Dekochef tätig. „Ich hatte schon länger überlegt, ob ich mir den Posten als Zunftmeister zutraue“, erzählt er. Nachdem Norbert Waßmer aus beruflichen Gründen seinen Abschied bekannt geben musste, habe er sich spontan zur Wahl gestellt.

Zunftmeister Alex Wurster sagt: „Das Laufen lernte ich als Glonke.“
Zunftmeister Alex Wurster sagt: „Das Laufen lernte ich als Glonke.“ | Bild: Lorna Komm

Die Vorbereitungen für die Fasnet seien am Laufen, die ersten Sitzungen zur Planung der Umzüge wurden abgehalten. „Wir wollen es ordentlich und richtig machen“, erklärt Wurster. Wegen der unsicheren Corona-Lage soll so viel wie möglich auf der Straße passieren, beim Allerlei werde luftiger bestuhlt, auch wenn dann ein paar Plätze wegfielen. „Wir können froh sein, dass wir während Corona fast keine Austritte hatten“, freut er sich und überlegt, auch wieder ein Sommer-Grillfest für die Mitglieder zu veranstalten. „Ich habe noch viel mehr Ideen, aber die verrate ich nicht“, sagt der neue Ober-Narr.

Anmeldung gleich am Tag der Geburt

Der neue Vize, Niklas Bergmoser, der als Kanzleirat automatisch Schriftführer der Zunft ist, kann ebenfalls auf eine lange närrische Zeit zurückblicken, obwohl er erst 21 Jahre alt ist. „Ich kam schon als Hexe auf die Welt“, sagt er. Am Tage seiner Geburt hat Vater und Narrenpolizist Thomas Bergmoser die Anmeldung für ihn abgegeben. Seine Eltern seien von Anfang an bei den Hexen gewesen und sein Uropa Johann Rauber war Narrenpolizist. „Den kennt man aber besser unter dem Namen Ruländer-Hannes“, sagt Bergmoser grinsend. Seit 2017 verkörpert er die Figur des „Till“, zudem ist er der Jugendbeauftragte der Zunft.

Kanzleirat Niklas Bergmoser sagt: „Ich kam schon als Hexe auf die Welt.“
Kanzleirat Niklas Bergmoser sagt: „Ich kam schon als Hexe auf die Welt.“ | Bild: Lorna Komm

Auch wenn viele Termine der Fasnet fix und die Abläufe gleich seien, so sei es doch im ersten Jahr eine Mehrarbeit, bis man alle Ansprechpartner kenne, meint Bergmoser. Doch erhielten sie viel Unterstützung der aktiven und ehemaligen Narrenräte. „Wir können stolz sein auf den Zusammenhalt und die gute Zusammenarbeit untereinander“, sagt er. Das neue Führungsduo hofft mit Blick auf Corona, die Fasnet komplett durchziehen zu können und empfiehlt, auf die Straße zu gehen und Freunde und Bekannte mitzunehmen. „Die Fasnet muss am Leben bleiben“, schloss Alexander Wurster in der Martinisitzung.