Die Auswirkungen des Corona-Jahrs 2020 sind auch im Energiebericht der Stadt Meersburg abzulesen. Dies wurde in der jüngsten Gemeinderatssitzung deutlich, in der Felix Berger vom Unternehmen Netze BW den Bericht 2020 zum Energieverbrauch in den städtischen Gebäuden vorstellte. Bisher sei das Erstellen eines Energieberichts eine freiwillige Leistung gewesen, seit Einführung des Klimaschutzgesetzes Baden-Württemberg sei es eine Pflicht.

Rund 70 Prozent der größeren städtischen Gebäude erfasst

Peter Gress, Mitarbeiter der Abteilung Bauen und Gebäudemanagement der Stadt Meersburg, erklärte, dass in den vergangenen zwei Jahren viele Daten zusammengetragen und rund 70 Prozent der größeren städtischen Gebäude erfasst wurden. Die Therme sei bewusst außen vor gelassen worden, da sie mit anderen städtischen Gebäuden nicht vergleichbar sei. Der Energieverbrauch der Therme werde separat berechnet, sagte Gress.

Wärmeverbrauch steigt, weil mehr gelüftet werden muss

Coronabedingt sei das Jahr 2020 beim Energieverbrauch etwas aus dem Rahmen gefallen, erläuterte Felix Berger die Zahlen des rund 100-seitigen Berichts. Im Kindergarten zum Beispiel sei durch die Hygienemaßnahmen wie Lüften und Heizen mehr Wärme verbraucht worden. Hingegen sei der Energieverbrauch im Vineum um etwa zwölf Prozent zurückgegangen, weil das Museum zeitweise komplett geschlossen war.

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Wetter wirkt sich auf Verbrauch im Bauhof aus

Aber auch das Wetter spiele bei den Zahlen eine Rolle, wie Berger erläuterte. So habe die Gärtnerei für das Gewächshaus mehr Wärme benötigt. Witterungsbedingt schwanke hier auch der Wasserverbrauch, wenn zum Beispiel mehr Gießwasser benötigt werde.

Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED zeigt deutliche Einsparungen

Bei der Straßenbeleuchtung seien bereits deutliche Einsparungen zu erkennen. 61 Prozent der Lampen seien inzwischen mit LEDs ausgerüstet. Kaputte Leuchtmittel würden durch LED ersetzt, ebenso wie in den städtischen Gebäuden. Weitere Maßnahmen zur Einsparung von Energie seien geplant, wie die Installation von Fotovoltaikanlagen auf Dächern städtischer Gebäude oder eine Umrüstung des Heizkessels im Feuerwehrhaus.

Bessere Lösung für Wasserverbrauch in WC-Anlagen

Christine Ludwig (Bündnis 90/Die Grünen) meinte, „das ist ein wunderbares Gesetz, nun können wir mal auf alle Daten schauen.“ Sie nahm Bezug auf die angestrebten 20 Prozent, die die Stadt Meersburg in den nächsten fünf Jahren an Energie einsparen wolle. Für sie sei es jedoch Schock zu sehen, wo die Stadt stehe und wo sie hinmüsse. Monika Biemann (Umweltgruppe) hatte für den hohen Wasserverbrauch in den städtischen WC-Anlagen einen Vorschlag. Insbesondere die Anlage am Hafen verbrauche viel Wasser. Bei einem Vor-Ort-Besuch habe sie festgestellt, dass die Automatik so eingestellt sei, dass für jeden Nutzer vier Mal gespült werde. „Da kann man Kosten sparen“, meinte die Gemeinderätin. Peter Gress bestätigte, das man bereits eine bessere Lösung für die sensorgesteuerte Anlage gefunden habe. Peter Köstlinger (CDU) erklärte, er hoffe, dass man bei all den notwendigen Einsparungen nicht „auf die Wahnsinnsidee der Nachbargemeinden kommt und alle Brunnen abstellt, um ein paar Euro zu sparen“. Bürgermeister Robert Scherer schloss, dass in nächsten Jahren noch einiges auf die Stadt zukomme, um den Energieverbrauch zu justieren und optimieren.