Unbekannte haben in dieser Woche in der Nacht auf Dienstag gegen 2.50 Uhr den freistehenden Geldautomaten am Fährhafen in Meersburg gesprengt. Der Fähranleger wurde durch die Detonation nicht beschädigt. Josef Siebler, Pressesprecher bei den Stadtwerken Konstanz, die die Fährverbindung Meersburg – Konstanz betreiben, berichtet auf SÜDKURIER-Nachfrage: „Es fielen nur Aufräumarbeiten an.“

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Der Geldautomat wurde bis auf den Tresor im Inneren komplett zerstört, die nebenstehende Telefonzelle in Mitleidenschaft gezogen. Außer am Automaten und am Telefon seien keine weiteren Reparaturen notwendig, sagt Josef Siebler. Die Polizei schätzt den Schaden auf insgesamt rund 15 000 Euro. Obwohl umgehend nach den Tätern gefahndet wurde, fehlt bislang jede Spur von ihnen. Da der Tresor nicht beschädigt wurde, waren sie nicht an Bargeld gelangt. Die Kriminalpolizei in Friedrichshafen ermittelt und nimmt unter der Telefonnummer 0 75 41/70 10 jegliche Hinweise zu dem Vorfall entgegen.

Ungestört von Fähremitarbeitern und Fahrgästen

In der Facebook-Gruppe Meersburg wurde gleich am Dienstagmorgen über den Vorfall diskutiert. Ein Nutzer erklärte, den Knall gehört zu haben. Die Polizei gab etwa 2.50 Uhr als Tatzeit an. Mit Blick auf den Fahrplan der Fähre wird klar, dass die Täter hinsichtlich Mitarbeiter und Fahrgäste ungestört gewesen sein müssen. Die Fähre legt zwischen 0 und 4 Uhr immer fünf Minuten nach der vollen Stunde in Konstanz-Staad ab und fährt zwischen 0 und 5 Uhr stets um fünf nach halb wieder von Meersburg aus zurück. So ergibt sich ein längerer Zeitraum, in dem keine Fähre an dem Anleger in Meersburg auf Fahrgäste wartete.

Bei dem Geldautomaten handelte es sich nach Angaben von Josef Siebler um einen ATM-Geldautomaten von Euronet. Das Unternehmen stellt seine Automaten an bankenunabhängigen Standorten auf, wie auf der Euronet-Internetseite zu erfahren ist. 2000 Exemplare sind demnach in ganz Deutschland aufgestellt.

Kosten für neuen Automat im vierstelligen Bereich

Eine Unternehmenssprecherin teilt mit: „Der Austausch des Geldautomaten in Meersburg ist bereits für den 13. Oktober eingeplant. Die Kosten für einen derartigen Austausch sind nicht unerheblich und bewegen sich im mittleren bis oberen vierstelligen Bereich.“

Aufgrund der „sehr hohen Investitionen in Sicherheitsmaßnahmen sind wir unterdurchschnittlich von Angriffen betroffen, ganz ausschließen lassen sich diese leider nie“, berichtet sie. Der Geldautomat in Meersburg werde gut angenommen und man lege hohen Wert darauf, „unsere Kunden in Meersburg und Umgebung zeitnah wieder mit Bargeld zu versorgen“.

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