Die Stadt Meersburg investiert 29.000 Euro in ein neues Konzept zur Entwicklung des Tourismus‘. Der Gemeinderat vergab den Auftrag nach intensiven Diskussionen in seiner jüngsten Sitzung an die Agentur Kohl und Partner aus Stuttgart. Im Oktober 2020 hatten drei Agenturen im Gemeinderat ihre Konzepte vorgestellt. Damals hatten die Räte nach intensiver Diskussion über die Notwendigkeit eines solchen Konzepts entschieden, das Projekt mit Blick auf die angespannte Haushaltslage zu verschieben.

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Auch in der jüngsten Sitzung wurde intensiv beraten, bevor die Räte mit einer Gegenstimme den Auftrag an Kohl und Partner vergaben. In die Diskussion war Tobias Stoiber eingebunden, der im Januar die Leitung von Meersburg Tourismus übernehmen wird. Er tritt die Nachfolge von Iris Müller an, die in die Personalabteilung wechselte. Stoiber ist derzeit noch Bereichsleiter für Tourismus in Konstanz.

Das neue Konzept soll auch klären, welche Aufgaben in Zukunft auf die Tourist-Information und ihren neuen Leiter
Das neue Konzept soll auch klären, welche Aufgaben in Zukunft auf die Tourist-Information und ihren neuen Leiter | Bild: Lorna Komm

Boris Mattes (SPD): Konzept sinnvoll, wenn auch nur ein Impuls kommt

Boris Mattes (SPD) meinte, ein Konzept zur Entwicklung des Tourismus‘ sei ein maßgeblicher Punkt, um weiterhin Förderungen zu erhalten. „Die Richtlinien laufen so, deswegen ist es zwingend erforderlich.“ Wenn das Konzept auch nur einen neuen Impuls gebe oder darin bestärke, dass der eingeschlagene Weg der richtige sei, dann sei dies gut, meinte Mattes pragmatisch. Markus Waibel (FWV) argumentierte ähnlich. Auch wenn er ein großer Kritiker der Gutachten sei, bestätigte er die Notwendigkeit eines Entwicklungskonzeptes, um wirksame Anträge auf Förderungen beim Land stellen zu können.

Michael Dörr (FDP): Stoiber könnte Konzept selbst erarbeiten

Michael Dörr (FDP) war der Meinung, man sei durch die Neueinstellung von Tourismusfachmann Tobias Stoiber nicht mehr auf Experten von außen angewiesen. Er habe den Eindruck, dass die Agenturen in ihren Konzepten lediglich die Namen der Städte austauschten. Er meinte, an Stoiber gewandt: „Ich habe den Wunsch an Herrn Stoiber, selbst ein Konzept zu erarbeiten. Ich denke, Sie sind dazu in der Lage.“

Peter Schmidt (CDU): Auch Gastronomie, Einzelhandel und Handwerk gefordert

Auch Peter Schmidt (CDU) fragte nach der Meinung des „Fachmanns aus Konstanz“. In Anbetracht dessen, dass man schon zwei Gutachten im Archiv habe, plädierte er dafür, auch mal an die Umsetzung zu gehen. Dahingehend seien alle gefordert, auch Gastronomie, Einzelhandel und Handwerk. Schmidt erklärte, auch er sei zunächst gegen ein erneutes Gutachten gewesen. Nur das Argument der Zuschüsse habe ihn überzeugt. Dennoch sagte er: „Ich setzte meine Hoffnung auf den neuen Mann, nicht auf Gutachten.“

Tobias Stoiber, hier auf einem Archivbild vom August 2019.
Tobias Stoiber, hier auf einem Archivbild vom August 2019. | Bild: Scherrer, Aurelia

Tobias Stoiber: Blick von außen ist wichtig

Tobias Stoiber dankte für die „Vorschusslorbeeren“, wie er es nannte. Natürlich könne er ein Stück weit selbst ein solches Gutachten erstellen. „Aber der Blick von außen ist wichtig“, sagte er. Er habe sich die verschiedenen Angebote der Agenturen angesehen und das Konzept von Kohl und Partner habe ihn sofort überzeugt. „Zufällig ist es auch das Günstigste“, erklärte er. „Ich bin überzeugt, dass wir ein zukunftsfähiges Konzept mit allen Beteiligten hinbekommen.“