Die Sommertalschule kann neue Präsentationsmedien für die Klassenzimmer anschaffen sowie weitere iPads für Lehrer und Schüler und auch das erforderliche Zubehör wie Tastaturen und Kabel. Der Gemeinderat nahm unisono die Kostenkalkulation zur Kenntnis und stimmte dem Medienenentwicklungsplan zu. Die Mittel sind im laufenden Haushalt eingestellt, Fördergelder aus dem Digitalpakt in Höhe von rund 117 000 Euro hat die Schule bereits erhalten, sodass für die Stadt ein Eigenanteil von rund 93 000 Euro bleibt.

Neue Technik für alte Klassenzimmer

Schulleiterin Tanja Fäßler, Alexander Heller, Leiter des Arbeitskreises Medien, und die Lehrerinnen Melanie Moll und Anette Dietenberger stellten zuvor den Bedarf vor und standen anschließend den Räten bei teils kritischen Fragen Rede und Antwort. Im Neubau der Schule seien die Klassenzimmer bereits mit Nahdistanzbeamer, Dokumentenkamera, Lautsprecher und Doppelpylonentafel ausgestattet, erläuterte Heller den Istzustand. In den alten Klassenzimmern soll nun auch die neue Technik eingebaut werden.

Lehrer lehnen Smartphone-Nutzung ab

Die Nutzung von Smartphones werde von den Lehrern einstimmig abgelehnt, sodass zu den bereits vorhanden 16 iPads weitere drei Koffer mit jeweils zwölf IOS-Tablets angeschafft werden sollen. „Im Gegensatz zu Android-Geräten bietet Apple viele kostenlose Bildungsapps“, erklärte Heller, weshalb man sich für diese Marke entschieden habe. Die Bedienung der Geräte sei einfach und intuitiv, außerdem seien sie langlebig, so der Lehrer.

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Dörr (FDP): „Eine Deluxe-Ausstattung“

Michael Dörr (FDP) sagte, das sei „eine Deluxe-Ausstattung, von der andere nur träumen können“ und er vermisse ein Signal, dass danach für fünf Jahre Ruhe sei. Schulleiterin Fäßler verteidigte die Ausstattung, man habe sich an vielen Schulen umgeschaut und „die günstigste und nachhaltigste Variante“ ausgesucht. Ein externer Dienstleister helfe bei der Einrichtung und auch sie hoffe, dass danach Ruhe sei. Aus den Erfahrungen in dem Corona-Jahr könne sie sagen, dass man auf einem tollen Weg sei und „nun wollen wir nicht stagnieren“. Mit der Arbeit an den Geräten sei es einfacher, die Schüler individuell zu fördern, sagte sie.

Michael Dörr, FDP
Michael Dörr, FDP

Rektorin: Fortbildungskonzept in Arbeit

Markus Waibel (FWV) sagte, die Tablets könnten nur dann sinnvoll genutzt werden, wenn die, die es einem beibringen sollen, auch alle Funktionen beherrschten. „Wie sieht es mit der Fortbildung der Lehrer aus und was kostet die?“, fragte er. Schulleiterin Tanja Fäßler antwortete, dass die Fortbildungskonzeption in Planung sei. Zudem gebe es auch für die Lehrer kostenlose Apps zum Thema „Wie unterrichte ich?“. Peter Köstlinger (CDU) beurteilte die Entscheidung für Doppelpylonentafeln als positiv, da diese besser seien als die Alternative Whiteboard. Aus Erfahrung wisse er, dass die Whiteboards oft nicht funktionierten.

Peter Köstlinger, CDU
Peter Köstlinger, CDU | Bild: Archiv

Der Kriminalhauptkommissar warnte, dass iPads sehr begehrt seien und plädierte für eine Aufbewahrung in einem einbruchssicheren, fensterlosen Raum. Allerdings war er der Meinung, dass nicht alle Geräte gleichzeitig in allen Klassenzimmern genutzt werden würden, und fragte, ob es nicht ausreichen würde, stattdessen pro Stockwerk je einen Medienwagen anzuschaffen.

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Alexander Heller verneinte, die Beamer würden täglich in jeder Stunde benutzt, und seine Kollegin Melanie Moll fügte an, dass ein Medienwagen extrem teuer in der Anschaffung sei. Zudem würde durch das Hin- und Herfahren der Wägen und durch das ständige Umstecken der Kabel wichtige Lehrzeit verschwendet.

Monika Biemann (Umweltgruppe) wollte wissen, ob ein externer Dienstleister notwendig sei und ob sich nicht der städtische ITler um das Netzwerk kümmern könne. Bürgermeister Robert Scherer lehnte dies kategorisch ab, dieser habe genug Arbeit. Magdalena Malin (UMBO) unterstützt die Anschaffung der neuen Technik. „Es ist wichtig, diesen Schritt nicht zu verschlafen“, sagte sie, es gehe hier schließlich um die Jüngsten der Meersburger.

Monika Biemann, Umweltgruppe
Monika Biemann, Umweltgruppe | Bild: Archiv