Einen Bauantrag für den Neubau zweier Häuser mit Tiefgarage im Droste-Hülshoff-Weg lehnte der Ausschuss für Umwelt und Technik einstimmig ab. Für eine Baugenehmigung hätte es zahlreicher Ausnahmen und Befreiungen bedurft, erläuterte Stadtbaumeister Martin Bleicher das Vorhaben auf dem ehemaligen Holzer-Areal. Der neue Besitzer des Grundstücks und Antragsteller plante die Errichtung eines dreigeschossigen und eines kleineren zweigeschossigen Hauses. Beide Gebäude sollten Flachdächer erhalten und die Keller der Gebäude sollten durch eine Tiefgarage verbunden werden. Zusätzlich waren Nebenanlagen wie Terrassen und ein Außenpool vorgesehen.

„Es handelt sich nicht um eine Mehrfamilienanlage, sondern um Villen, wie bisher“, erklärte Bleicher, sodass das Vorhaben sich im Wesentlichen an die jetzige Bebauung halte, auch wenn es sehr modern anmute. Jedoch würden Hauptgebäude, Nebenanlagen und Tiefgarage die Baugrenzen überschreiten. Auch die Wandhöhen würden überschritten. Der vorhandene Baumbestand müsste beseitigt werden, insbesondere die Linde an der Einfahrt von der Straße her in die geplante Tiefgarage, so Bleicher.

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Baurechtsamt äußert sich noch zum Vorhaben

Michael Dörr (FDP) meldete sich als Erster zu Wort und machte seinen Standpunkt eindeutig klar. „Ich werde strikt gegen jegliche Befreiung stimmen“, sagte er und fügte später an: „Die Architekten müssen lernen, sich an die Vorgaben im Bebauungsplan zu halten.“ Peter Schmidt (CDU) meinte ebenfalls, dass er nicht zustimmen werde. „Wir sollten genau überlegen, wo wir zustimmen“, sagte er: „Nicht, dass wir am Ende wieder übers Ohr gehauen werden.“ Markus Waibel (FWV) sagte zwar „ Ich bin froh darüber, dass nur zwei Häuser geplant sind und nicht 20 Wohnungen“, aber er sei gespannt, was das Baurechtsamt dazu sage.

Michael Dörr, FDP: „Ich werde strikt gegen jegliche Befreiung stimmen. Die Architekten müssen lernen, sich an die Vorgaben im Bebauungsplan zu halten.“
Michael Dörr, FDP: „Ich werde strikt gegen jegliche Befreiung stimmen. Die Architekten müssen lernen, sich an die Vorgaben im Bebauungsplan zu halten.“ | Bild: Sylvia Floetemeyer

Boris Mattes (SPD) sah ebenfalls zu viele massive Befreiungen. Vorher sei es ein schön eingewachsenes Grundstück gewesen, nun aber sei „Tabula rasa“ durch Gelände-Modellierungen geplant. Auch den Bau der Tiefgarage über mehrere Grundstücke sah er kritisch. „Der Bauherr muss sich mehr Mühe geben“, schloss er. Monika Biemann (Umweltgruppe) bezeichnete die Planung als „Zigarettenkästchen mit Flachdach“ und sorgte sich um die Ansicht vom See her. Denn so sagte sie, der Antrag sei „clever formuliert“, da immer nur darauf hingewiesen werde, dass die Tiefgarage vom Droste-Hülshoff-Weg aus nicht zu sehen sei.

Bürgermeister sieht auch Gesprächsbedarf

Martin Brugger (CDU) sah in der Tiefgarage kein Problem, da an der Stelle jetzt noch das Hallenbad sei. Insgesamt sehe er aber auch Gesprächsbedarf mit der Bauherrschaft. Bürgermeister Robert Scherer sah die Tiefgarage positiv. „Ich wäre froh, wir hätten mehr.“ Zudem bat er, die Einsehbarkeit des Grundstücks nicht zu überschätzen. Das jetzige Hallenbad sei vom Himmelbergweg nicht zu sehen, sagte er. Grundsätzlich sehe aber auch er noch Gesprächsbedarf.

Eine Befreiung hinsichtlich der Rodungsarbeiten wurde ebenfalls einstimmig abgelehnt. Bauamtsleiter Bleicher hatte im folgenden Tagesordnungspunkt zu dem Gelände den Antrag auf weitere Fällungen von Bäumen vorgestellt. Diesem sei ein Gutachten beigelegt worden, dass die Bäume teilweise krank seien. Michael Dörr (FDP) kommentierte, das erstaune ihn nicht, bei einem vom Investor in Auftrag gegebenen Gutachten. Auf Scherers Hinweis, dass Gutachten auch vor Gericht Bestand haben müssten und der Gutachter schon lange im Geschäft sei, antwortete er, dass es für jedes Gutachten auch ein Gegengutachten gebe.

In einer früheren Version des Artikels war nur die Rede von Holzer-Areal und nicht vom ehemaligen Holzer-Areal. Wir bitten zu entschuldigen, wenn beim Lesen ein falscher Eindruck entstanden sein sollte.

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