Zu beantragten Umnutzungen in Ferienwohnungen sagte der Ausschuss für Umwelt und Technik des Meersburger Gemeinderats in seiner jüngsten Sitzung dreimal nein und einmal ja. Doch einer Diskussion enthielten sich die Räte bei allen vier Tagesordnungspunkten, nachdem sie einem entsprechenden Antrag von Boris Mattes (SPD) zugestimmt hatten. Denn Mattes sah „keinen Grund, in die ewig gleiche Diskussion einzusteigen“, bevor eine verbindliche Regelung vorliege, wie man künftig in punkto Ferienwohnungen verfahren wolle. Eine solche Regelung fordert das Gremium, das sich regelmäßig mit dem Thema auseinandersetzen muss, schon seit längerem.

Formbrief für alle Antragsteller

Peter Schmidt (CDU) bat die Verwaltung ferner darum, allen Antragstellern einen Formbrief zukommen zu lassen, in dem man sie bitte, mit ihrem Ansinnen zu warten, bis die Stadt ein einheitliches Konzept entwickelt habe. „Wir sollten schauen, dass wir bis Jahresende ein Format haben“, fügte Schmidt hinzu. Bürgermeister Robert Scherer sagte, dass Bauamtsleiter Martin Bleicher mit den Bürgern schon entsprechend rede, nahm Peter Schmidts Vorschlag aber auf.

Eine Ferienwohnung darf im zweiten Obergeschoss des Anwesens „Burgkeller“ in der Steigstraße in Meersburg entstehen.
Eine Ferienwohnung darf im zweiten Obergeschoss des Anwesens „Burgkeller“ in der Steigstraße in Meersburg entstehen. | Bild: Sylvia Floetemeyer

Mit einer knappen Mehrheit von sechs Ja- zu fünf Neinstimmen genehmigte der Ausschuss eine Ferienwohnung im zweiten Obergeschoss des Anwesens „Burgkeller“. Im April hatte er den Antrag noch abgelehnt, da, so Bleicher, man aus den Plänen nicht eindeutig entnehmen konnte, wo und wie genau die Ferienwohnung entstehen sollte. Letztere entstehe in einem Wohn- und Geschäftshaus, das überwiegend zu Wohnzwecken genutzt werden soll, ferner gebe es in unmittelbarer Nachbarschaft ein Haus mit acht Ferienwohnungen. Die Nutzung einer einzelnen Ferienwohnung im Anwesen Burgkeller verändere den Charakter des Mischgebiets nicht, so Bleicher.

Ablehnungen mit verschiedenen Begründungen

Keine Bewilligung erteilte das Gremium hingegen einer Ferienwohnung in der Grasbeurer Straße in Baitenhausen, die tags zuvor bereits der Ortschaftsrat abgelehnt hatte. Im Haus des Antragstellers wurde bereits 2016 eine Ferienwohnung genehmigt. Doch zusätzlicher Ferienwohnraum sei in dem Wohngebiet aus städtebaulicher Sicht nicht wünschenswert, so das Bauamt. Eine Absage erhielt auch eine Ferienwohnung im Droste-Hülshoff-Weg. Dort gebe es bereits eine hohe Zahl an Ferienwohnungen, weitere könnten laut Bauamt „städtebauliche Spannungen begründen und die Situation im fraglichem Bereich in einer Weise in Bewegung bringen, die als rücksichtslos angesehen werden muss.“ Knapp, mit einem Patt, verweigerte der Ausschuss auch einer bestehenden Ferienwohnung im Mesmerweg die Zustimmung – obwohl diese laut Bauamt seit 2014 unbeanstandet geführt werde. Da es sich um keine zusätzliche Nutzung handle, hätte man aus Sicht der Bauverwaltung zustimmen können.

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