Wir sind besser geworden“, kommentierte Bürgermeister Daniel Heß in der vergangenen Gemeinderatssitzung die Kriminalstatistik 2019 für Stetten. In der Gemeinde am Bodensee waren im Vorjahr insgesamt 19 Delikte verübt worden. Das sind zwei weniger als noch im Jahr 2018. Es handelt sich damit um das zweitbeste Ergebnis innerhalb von fünf Jahren.

Aufklärungsquote deutlich unter 50 Prozent

Mit Blick auf die Häufigkeitsquote, die Zahl der Straftaten bezogen auf eine hochgerechnete Einwohnerzahl von 100 000, bewegt sich die kleinste Seegemeinde deutlich im untersten Drittel des Bodenseekreises. Genau genommen steht sie an fünfter Stelle hinter den Kreisgemeinden Neukirch, Daisendorf, Heiligenberg und Oberteuringen. Lediglich im Bereich der Vergehens-Aufklärung sind die Zahlen im kreisweiten Vergleich nicht ganz so positiv. In Stetten liegt die Aufklärungsquote bei 47,4 Prozent. Nur in Markdorf (46,2 Prozent) und Bermatingen (33,3 Prozent) werden Delikte weniger häufig aufgeklärt. Die Aufklärungsquote für den gesamten Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Ravensburg bewegt sich gemäß Polizeipräsidium mit 61,1 Prozent „immer noch über dem Landesdurchschnitt“. Im Vorjahr waren es 62,5 Prozent.

Gesamtbericht macht Bürgermeister Sorgen

Der Bürgermeister zeigte sich grundsätzlich zufrieden mit den Stettener Zahlen. Die Gemeinde stehe gut da. „Trotzdem sind 19 Delikte 19 zu viel“, meinte Heß. Hinsichtlich des Gesamtberichts für die Zuständigkeitsbereiche des Polizeipräsidiums Ravensburg äußerte er sich besorgt. Besonders die Zunahme von Sexualstraftaten um über 20 Prozent gab ihm zu denken. Ebenfalls bedenklich fand Heß eine fortlaufende Zunahme bei Gewalttaten gegenüber Polizeibeamten. Gleiches gelte für Angriffe gegen Feuerwehrleute, sagte Heß, der selbst der örtlichen Feuerwehr angehört. Wegen der Corona-Krise fehlte der sonst übliche Besuch von Seiten des Polizeipräsidiums zur Vorlage der Kriminalstatistik und damit entfiel auch die Feinanalyse für die Kommune.

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