Klebestreifen auf dem Boden, die Lauflinien anzeigen und für Abstand sorgen sollen, Plexiglasscheiben an Kassen und Tresen, sowie Desinfektionsmittel am Eingang öffentlicher Räume, diese gut sichtbaren Schutzmaßnahmen sind mittlerweile gang und gäbe. Doch zur Verhinderung der Verbreitung des Corona-Virus gibt es auch Maßnahmen, die weitgehend unbemerkt bleiben.

Rückgabe über Container

So werden ausgeliehene Medien in der Stadtbücherei Meersburg bei Rückgabe erst einmal für 72 Stunden in Quarantäne geschickt. Damit die gelesenen Bücher, Zeitschriften oder auch DVDs und Spiele erst gar nicht in die Nähe der Bücherei kommen, wurde der Rückgabecontainer vom oberen Eingang zur Bücherei nach unten in den Eingang des Gebäudes verlegt.

Damit Ausgeliehenes gar nicht in die Nähe der Bücherei kommt, steht der Rückgabecontainer gleich am Fuß der Treppe im Gebäudeeingang.
Damit Ausgeliehenes gar nicht in die Nähe der Bücherei kommt, steht der Rückgabecontainer gleich am Fuß der Treppe im Gebäudeeingang. | Bild: Lorna Komm

„So haben auch die Nutzer, die keinen Kontakt zu den Mitarbeitern oder anderen Kunden wollen, die Möglichkeit, die Medien ohne Begegnungen zurück zu geben“, erklärt die Leiterin der Stadtbücherei, Claudia Löffler. Auf Bücherwägen kommen die zurück gegebenen Bücher per Fahrstuhl in das Dachgeschoss, wo sie 72 Stunden auslüften, bevor sie wieder in die Regale der Bibliothek eingeräumt werden und zur Wiederausleihe bereit stehen.

Mehraufwand für Mitarbeiter

„Diese Maßnahmen bedeuten einen erheblichen Mehraufwand für die Mitarbeiter“, sagt Löffler, zumal auch eine erhöhte Kommunikation mit den Büchereinutzern stattfinde, da abgefragt werden müsse, ob alle Leihobjekte auch zurückgegeben worden seien, und die Ausleihfrist dann auch um die Quarantänezeit verlängert werden muss, bevor die Bücher dann endgültig als zurückgegeben verbucht werden können. Doch es klappe alles gut.

„Unsere Nutzer sind zufrieden, wieder Lesefutter zu bekommen“, erzählt die Büchereileiterin. Auch die Kleinsten desinfizierten sich gerne die Hände und trügen Masken. „Wir müssen darauf achten, dass sich jeder die Hände beim Eintritt desinfiziert, ansonsten müssen wir jedes angefasste Buch aussortieren und auch ohne Ausleihe in Quarantäne schicken“, verweist Löffler auf die strengen Auflagen.

Auch das gemütliche Verweilen bei einer Tasse Kaffee, das gemeinschaftliche Spielen von Brettspielen oder das Schmökern in der Zeitungsecke sind derzeit verboten. Lesungen, Workshops oder der Bibliotheksführerschein für Kindergartenkinder sind bis auf Weiteres verschoben. Ansonsten hat die Stadtbücherei zu den gewohnten Zeiten geöffnet.

Besondere Corona-Angebote

„Die Online-Ausleihe von E-Books wurde vom Verbund um einige Angebote erweitert“, berichtet Löffler. Einige Zeit noch weitergeführt wird das während der Corona-Schließung eingeführte Angebot zur kontaktlosen Ausleihe von Medienpaketen.

Per Internet oder Telefon können Bücher und sonstige Angebote der Bücherei auswählt werden, die dann von den Mitarbeitern zusammengestellt und zu einem vereinbarten Zeitpunkt abgeholt werden können. So könnten auch Leser die zu Risikogruppen gehörten oder keine Begegnungen mit Anderen wünschten, Lesespaß haben, so Löffler.

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