Christiane Ebert, die in ihrem Laden „Herby & Spicy“ Tee, Kräuter und Gewürze verkauft, erzählte: „Heute Morgen hat mich schon eine Kundin angestrahlt und gesagt, sie sei froh, dass ich wieder auf habe.“ Während der Zwangspause, die für Ebert wegen ihres Sortiments nicht ganz so lange dauerte wie für andere, hatte sie Einkaufszettel am Eingang deponiert. Diese konnten die Kunden ausfüllen und ihr in den Briefkasten werfen. Ebert betonte auch: „Das Engagement der Stadt ist toll.“ So funktioniere die Kooperation mit dem Mitteilungsblatt, das unter „Meersburger Betriebe sind für Sie da“ deren Angebote während der Krise auflistet, hervorragend. „Das wird auch echt angenommen“, sagt Ebert.

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Raumausstatterin mit viel Arbeit

Unterwegs trafen Scherer und Müller Julia Naeßl-Doms, Chefin der Meersburg, zu der mehrere Läden gehören. Sie sind noch geschlossen, da sie alle Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken musste, sagt Naeßl-Doms. „Hoffentlich können wir im Mai wieder aufmachen.“

Raumausstatterin Sybille Eberhard (links) ist für Kundschaft gerüstet, auch mit Einweghandschuhen und Desinfektionsmittel.
Raumausstatterin Sybille Eberhard (links) ist für Kundschaft gerüstet, auch mit Einweghandschuhen und Desinfektionsmittel. | Bild: Sylvial Floetemeyer

Bei Raumausstatterin Sybille Eberhard stehen am Eingang ihres Ladens „Wohnfühlung“ Einweghandschuhe und Desinfektionsmittel für Kunden. Eberhard war trotz Krise in letzter Zeit in ihrer Werkstatt sehr beschäftigt, vor allem mit Polsterarbeiten. Man merke, dass die Leute mehr daheim seien. Doch Möbel neu beziehen zu lassen, sei auch vorher schon angesagt gewesen, was vielleicht mit dem Nachhaltigkeitstrend zu tun habe. Sie sei zum Glück breit aufgestellt, aber es könne schon sein, dass im nächsten Jahr weniger Aufträge aus der Gastronomie eingingen.

Elektro Greitmann (links Monika Greitmann) hatte als handwerklicher Mischbetrieb nur drei Tage lang zu. Bild: Floetemeyer
Elektro Greitmann (links Monika Greitmann) hatte als handwerklicher Mischbetrieb nur drei Tage lang zu. Bild: Floetemeyer | Bild: Sylvial Floetemeyer

Elektro Greitmann hatte als handwerklicher Mischbetrieb gerade mal drei Tage zu, erzählte Monika Greitmann. Im Schnitt seien fünf Kunden pro Woche gekommen, aber sie sei morgens eh immer im Büro. Positives vom ersten Wiederöffnungstag berichtete Anette Schobloch von der Buchhandlung Linzgau: „Gestern war‘s super, es ist sehr gut angelaufen.“ Während der Schließzeit habe man ausgeliefert und werde das auch weiter anbieten.

Diana Bollin von Mode Keck würde sich über mehr Besucher in der Stadt freuen, erzählt sie Bürgermeister Robert Scherer.
Diana Bollin von Mode Keck würde sich über mehr Besucher in der Stadt freuen, erzählt sie Bürgermeister Robert Scherer. | Bild: Sylvial Floetemeyer

Ohne Auswärtige ist es zäh

Diana Bollin von „Mode von Keck“ hatte an diesem Vormittag noch keine Kundschaft, tags zuvor seien aber schon einige Stammkunden da gewesen. „Ohne Fremde ist es zäh“, meinte Bollin. Rosanna Morra vom Kleiderladen „Lieblingseck“ bekräftigte: „Wir wären froh, wenn wir ein paar Gäste hätten. Wir machen auf und es ist nichts los.“ Jenny Ulmer von der Firma Römer und Heike Paysen von „Schmuckes“, deren Sortiment vor allem auf Laufkundschaft ausgelegt ist, haben ähnliche Probleme. „Bisher hatte ich null Umsatz“, sagt Paysen.

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Sybille Thomac von Juwelier Raither würde sich auch über mehr Leben in der Stadt freuen und fragt, wann die Gastronomie wieder aufmache. Das wisse man noch nicht, sagen Scherer und Müller. „Das wird aber das Letzte sein“, ist sich Müller sicher. Scherer versicherte: „Wir arbeiten im Hintergrund daran, wann wieder was machbar sein wird, auch im touristischen Bereich.“

Sybille Thomac von Juwelier Raither (rechts) hofft, dass bald auch wieder die Gastronomie aufmachen kann.
Sybille Thomac von Juwelier Raither (rechts) hofft, dass bald auch wieder die Gastronomie aufmachen kann. | Bild: Sylvial Floetemeyer

Iris Müller glaubt an den innerdeutschen Tourismus

Iris Müller wollte noch nicht zu viel verraten, meinte aber, dass „im kleinen kulturellen Bereich“ einiges möglich sei trotz Krise, etwa was Führungen oder Spaziergänge angehe. „Wir wollen die Leute auch mit Werbemaßnahmen unterstützen.“ Sie glaube, dass der innerdeutsche Tourismus in nächster Zeit boomen werde.

Mit ihrer Begrüßungsaktion in den Geschäften wollten Scherer und Müller bewusst auch für Meersburg als Einkaufsstadt Werbung machen. Müller: „Wir haben gar keine Geschäfte mit über 800 Quadratmetern, sondern viele kleine, individuelle Läden.“ Das könne man jetzt ganz deutlich zeigen, gerade auch Leuten von außerhalb, die jetzt in dieser ruhigen Zeit die Meersburger Läden für sich entdecken könnten.

Rosanna Morra vom „Lieblingseck“ würde sich wünschen, dass bald wieder Gäste nach Meersburg kämen.
Rosanna Morra vom „Lieblingseck“ würde sich wünschen, dass bald wieder Gäste nach Meersburg kämen. | Bild: Sylvial Floetemeyer

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