Meersburg – Die Sanierung und Erweiterung der Sommertalschule, deren zweiter Bauabschnitt nun beendet ist, stellt eine der größten Investitionen der Stadt Meersburg dar. Rund 8,3 Millionen Euro wird das gesamte Paket kosten. Knapp sechs Millionen Euro sind für die bereits abgeschlossenen Maßnahmen ausgegeben worden, so Architekt und Planer Tobias Müller vom Büro mmp aus Uhldingen-Mühlhofen.

Dazu zählen etwa ein L-förmiger Erweiterungsbau, der Platz bietet für vier zusätzliche Klassenzimmer und zwei Fachräume, eine Mensa mit 86 Sitzplätzen, sowie die Aufstockung der Pausenhalle. In deren „zweiter Etage“ entstanden weitere Klassen- und Lehrerzimmer. Insgesamt umfasst die neu entstandene Fläche 1150 Quadratmeter.

Genau zwei Jahre dauerte die Schulerweiterung, die Anfang Juli 2018 offiziell mit der Grundsteinlegung durch Grundschüler startete. Doch bereits 2017 hatten umfassende Sanierungsarbeiten an der Schule begonnen. So setzte man etwa Fassaden instand und erneuerte die Wärmeversorgung. Statt des alten Gas- und Ölkessels, der früher nur die Schule bediente, entstand eine zentrale Heizanlage, die den ganzen Campus versorgt: Die Schule, die Turn- und Festhalle sowie den Kindergarten, der derzeit – auch unter der Leitung von Tobias Müller – ebenfalls vergrößert wird. Außerdem erneuerte man die Lüftungsanlage und sei dabei, so Müller, auf aktuelle Erfordernisse eingegangen. Es gebe eine Kohlendioxid-abängige Lüftungssteuerung, sprich: „Die Lüftung läuft nur dann, wenn Luft ausgetauscht werden muss.“

Für die Verbindung von alten und neuen Gebäudeteilen habe man die Flure und Erschließungsflächen des Bestandes so genutzt, dass man „möglichst wenig neue Fläche generieren musste“, sagt Müller. Auch die Innenausstattung wurde gründlich überholt und, wo nötig, ergänzt. So erneuerte man etwa Bodenbeläge und Fliesen.

Eine große – und kostenintensive –Aufgabe stellte auch die Erfüllung der Brandschutzauflagen dar. So mussten, mit entsprechendem baulichem Aufwand, Brandabschnitte gebildet sowie ein Fluchttreppenhaus auf der Nordseite errichtet werden.

Barrierefreiheit war selbstverständlich ebenfalls ein Muss: Im Erweiterungsbau verbindet ein Aufzug die verschiedenen Ebenen und auch die Außenanlage zwischen der Mensa und der Turnhalle, die in den vergangenen Wochen als jüngste Maßnahme fertiggestellt wurde, ist behindertengerecht. Der unterschiedlichen Höhensituation auf dem Gelände habe man durch die geschwungene Rampe Rechnung getragen, so Müller. Der Platz zwischen der Schule und der benachbarten Festhalle sei durch die Gestaltung aufgewertet worden, findet der Architekt.

Was waren für ihn die größten Herausforderungen während der insgesamt dreijährigen Sanierungs- und Bauphase? Die Arbeiten während des Unterrichts vorzunehmen, sagt Müller. Und: Eine Lösung für die Mensa zu finden, die der Gemeinderat nachträglich beschlossen hatte. Denn bedingt durch die Hanglage im Sommertal sei eine Gebäudeentwicklung nur sehr eingeschränkt möglich gewesen.

Sommertalschule

Das Sommertal ist seit 1963 Schulstandort. Im März jenes Jahres wurde der Neubau der damaligen „Volksschule im Sommertal“ eingeweiht. Zuvor waren die acht Klassen der Volksschule auf zwei Gebäude in der Meersburger Oberstadt verteilt: die alte Mädchenschule im ehemaligen Dominikanerinnenkloster sowie das frühere Priesterseminar. Ein Jahr nach der Eröffnung der Sommertalschule wurde die Volkschule als Schulart in der BRD abgeschafft. An ihre Stelle als Regelschule traten 1964 die vierjährige Grundschule und die fünfjährige Hauptschule. Mitte der 1990er Jahre ergänzte man die Sommertalschule um eine Werkrealschule. Seit 2012 ist die Sommertalschule Gemeinschaftsschule. Sie war die erste im Bodenseekreis und entließ 2018 ihre ersten Realschüler. (flo)

Große Eröffnungsfeier erst 2021

Seit 2012 ist die Sommertalschule Gemeinschaftschule und musste deshalb entsprechend erweitert werden. <em>Bild: Sylvia Floetemeyer</em>
Seit 2012 ist die Sommertalschule Gemeinschaftschule und musste deshalb entsprechend erweitert werden. Bild: Sylvia Floetemeyer

Meersburg – Pünktlich vor den Sommerferien 2020 ist die Erweiterung der Sommertalschule abgeschlossen. Doch gefeiert wird wegen Corona erst später. „Aufgrund der aktuellen Situation ist eine große Eröffnungsfeier in der ersten Jahreshälfte 2021 vorgesehen“, kündigt Meersburgs Bürgermeister Robert Scherer an. „Hoffentlich können wir dann wieder alle uneingeschränkt die wichtige Maßnahme feiern.“

Unterm Strich soll sie, eingerechnet der Bauabschnitte, die noch folgen sollen, 8,3 Millionen Euro kosten. Die Stadt erwartet dafür laut Verwaltung etwa 3,8 Millionen Euro an Zuschüssen.

Scherer erinnert an den Auslöser für die Schulerweiterung: „Nachdem die Stadt Meersburg sich 2012 für den Schritt zur Gemeinschaftsschule entschieden hatte, wurden die Arbeiten nach Abstimmungen mit den Behörden aufgenommen und nun die Sanierung und Erweiterung umgesetzt.“

Ende November 2016 hatte der Gemeinderat, noch unter Scherers Vorgänger, die ersten Bauabschnitte beschlossen, damals noch ohne Mensa, die nur als künftige Option vorgesehen war. Im April 2017 entschied dann das Gremium, gleich eine Mensa mitzubauen, die zusätzlich eine knappe halbe Million Euro kosten sollte. Im November 2019 wurde die Schulkantine eröffnet und startete mit 465 Essen pro Woche. Die Mahlzeiten werden im städtischen Senioren- und Pflegeheim Dr.-¦Zimmermann-Stift zubereitet.

Die Einschränkungen, die die Arbeiten vor allem für die Lehrer und Schüler bedeuteten, sind laut Scherer „aus unserer Sicht in guter Abstimmung aller Beteiligten gut bewältigt worden“. Der Standort im Sommertal entwickle sich immer mehr zu einem „Bildungscampus, da hier vom Kindergarten über die Grundschule bis hin zur Gemeinschaftsschule ein breites Spektrum angeboten wird und die Kinder sich von Beginn an unter der Aufsicht vieler motivierter und fachlich tollen Erzieherinnen und Pädagoginnen und Pädagogen wohl fühlen können“. Der Bürgermeister versichert: „Die Investitionen werden zukünftig auch weitergehen.“ So würden weitere Objektsanierungen „sowie die Außenanlage über die gesamte Länge von der Festhalle bis zum Parkplatz Sommertal“ samt der dafür nötigen Investitionen die Stadt in den kommenden Jahren beschäftigen. „Da nicht alles gleichzeitig geht, werden wir, wie bisher, versuchen, kontinuierlich dran zu bleiben um den Standort weiterzuentwickeln“, so Scherer. Dies geschehe bereits mit dem nächsten Schritt, dem im Juni begonnenen Erweiterungsbau für den Kindergarten. „Dies sind alles sehr gute und wichtige Investitionen in die Zukunft unserer Kinder und Zukunft der Stadt.“