Der Ausschuss für Umwelt und Technik bleibt bei seiner Linie, keine neuen Ferienwohnungen zu genehmigen, bevor er zu dieser Thematik keinen Grundsatzbeschluss gefällt hat. Und so lehnte er in seiner jüngsten Sitzung die Umwandlung einer ehemaligen Gaststätte in der Kronenstraße in vier Ferienwohnungen unisono erneut ab. Auch beim Vorhaben „Burgkeller“, dem das Gremium ansonsten zustimmte, ließ es eine vorgesehene Ferienwohnung außen vor.

Corona-Krise bringt Planungen durcheinander

Das Thema Ferienwohnungen ist ein Dauerbrenner in den Gremien. Eine Grundsatzdiskussion dazu war, wie Bürgermeister Robert Scherer dem SÜDKURIER mitteilte, noch für dieses Jahr vorgesehen. Doch wegen der Corona-Krise müsse man jetzt erst einmal abwarten, wie es mit den Planungen weitergehen könne.

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Bereits im vergangenen November hatte der Ausschuss vier weitere Ferienwohnungen in dem Objekt in der Kronenstraße, in dem bereits fünf bestehen, abschlägig beschieden. Der Antragsteller beantragte daraufhin vier Wohnungen, denen die Baurechtsbehörde im Landratsamt im Januar zustimmte – laut Meersburgs Bauamtsleiter Martin Bleicher mit dem Hinweis, die Bauherrschaft könne dann ja einen Antrag auf deren Umnutzung in Ferienwohnungen stellen, was nun auch geschah.

Kritik an Vorgehen der Antragsteller

Boris Mattes, SPD, empörte dieses Vorgehen „durch die Hintertür“ und fand, „dass man jetzt einfach versucht, uns zu verarschen“. Peter Schmidt (CDU) betonte: „Wir haben ganz klar gesagt, dass wir keine neuen Ferienwohnungen zulassen, bis wir ein Konzept haben. Wir können dem nicht zustimmen, ohne uns ins Knie zu schießen.“

Sanierung des „Burgkellers“ stößt auf Wohlwollen

Die Sanierung und der Umbau des „Burgkellers“ in der Steigstraße, der lange Zeit leer stand, nachdem frühere Vorhaben nicht verwirklicht worden waren, stießen im Ausschuss auf großes Wohlwollen – mit Ausnahme der Ferienwohnung, die in einer der vier Wohneinheiten entstehen sollte. Zuvor hatte es im „Burgkeller“ drei Wohnungen gegeben. Im Erdgeschoss soll künftig wieder Gastronomie stattfinden.

Die neuen Besitzer des „Burgkellers“ an der Steigstraße hatten bei insgesamt vier Wohnungen eine als Ferienwohnung vorgesehen. Auch dafür gibt es keine Zustimmung.
Die neuen Besitzer des „Burgkellers“ an der Steigstraße hatten bei insgesamt vier Wohnungen eine als Ferienwohnung vorgesehen. Auch dafür gibt es keine Zustimmung. | Bild: Jenna Santini

Bleicher hob hervor, dass es sich um eine neue Ferienwohnung handeln würde, „die nach unserem derzeitigen Stand nicht genehmigt werden kann, bevor wir keinen Grundsatzbeschluss haben“. Georg Dreher (CDU) lobte, dass die Bauherrschaft das Gebäude mit allen Auflagen saniere. Aber: „Der Ferienwohnung können wir nicht zustimmen, sonst schon.“ Monika Biemann (Umweltgruppe) meinte, sie habe sich sehr gefreut, dass „sich Eigentümer finden, die dieses Wagnis auf sich nehmen“. Da es in der Steigstraße bereits viele Ferienwohnungen gebe, „hätte ich da jetzt keine Bedenken“.

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Antrag auf Baugenehmigung mit vier Wohneinheiten bewilligt

Schmidt würdigte das Vorhaben ebenfalls und meinte, man könne über eine Ferienwohnung reden – nachdem man einen Grundsatzbeschluss habe. Martin Brugger (CDU) sagte: „Man muss froh sein, dass sich dieser Ruine jemand angenommen hat.“ Er hätte kein Problem mit einer Ferienwohnung. Anna-Lena Murzin (Grüne) sah das anders: „Wenn wir eine belebte Altstadt wollen, müssen wir Wohnungen zulassen und keine Ferienwohnungen.“ Einem Antrag von Boris Mattes, keine Ferienwohnung zuzulassen, stimmten neun Räte zu, Brugger und Biemann votierten mit Nein. Der Ausschuss bewilligte letztlich den Antrag auf Baugenehmigung mit vier Wohneinheiten.