Wie läuft es mit der Fußgängerzone in der Altstadt von Meersburg? Das Fahrverbot, das nach einem Probebetrieb im Sommer 2021 für die Fußgängerzone dauerhaft saisonal eingeführt wurde, wird weitgehend beachtet. „Es ist aber noch viel Luft nach oben“, zog Bürgermeister Robert Scherer ein Fazit nach einem Erfahrungsaustausch im Gemeinderat.

Verwaltung beobachtet zunehmende Akzeptanz der Fußgängerzone

Der rein formelle Tagesordnungspunkt, Straßen und Teilflächen nach dem Straßengesetz in eine Fußgängerzone umzuwidmen, hatte dazu geführt, die Fußgängerzone und Maßnahmen zur Einhaltung des Fahrverbots nochmals eingehender in der Ratssitzung zu diskutieren. Ulrike Staiger-Heinzmann, Leiterin der Abteilung Bürgerbüro und Ordnung, berichtete auf Nachfrage von den Erfahrungen des Gemeindevollzugsdiensts, welcher den ruhenden und fließenden Verkehr in der Stadt überwacht. „Selbst der Meersburger akzeptiert es jetzt“, sagte Staiger-Heinzmann augenzwinkernd. Allerdings gebe es noch Probleme mit einigen Bankkunden, die zu ihrem Kreditinstitut auf den Marktplatz fahren. Gegenüber der Projektphase habe sich das Verhalten der Autofahrer jedoch generell verbessert, was auch an den Punkten zu merken sei, die gegenüber der Probephase verändert worden seien. „Die Akzeptanz nimmt täglich zu“, sagte Staiger-Heinzmann.

So ist es richtig: Die Radfahrer müssen in der Fußgängerzone absteigen und schieben, wie hier auf dem Marktplatz.
So ist es richtig: Die Radfahrer müssen in der Fußgängerzone absteigen und schieben, wie hier auf dem Marktplatz. | Bild: Lorna Komm

Radfahrer halten sich weiter häufig nicht an die Regeln

Ein Riesenproblem seien weiterhin die Radfahrer, die teils so schnell unterwegs seien, dass die Mitarbeiter des Gemeindevollzugsdienstes zur Seite springen müssten. „Die Kollegen müssen sich da viel anhören“, berichtete die Leiterin der Fachabteilung. Ein Aktionstag zur Information von Radfahrer, zusammen mit Vertretern der Polizei und von Radfahrverbänden, sei voraussichtlich für Juli oder August geplant. Staiger-Heinzmann gab jedoch zu Bedenken, dass viele Radfahrer als Urlauber nur einmalig vor Ort seien.

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Martin Brugger (CDU) erklärte, dass sich seiner Beobachtung nach die Situation insgesamt gebessert habe. Abends funktioniere es aber überhaupt nicht. So berichtete er von nächtlichen Fahrten getunter Schweizer Boliden, die die Steigstraße hoch und runter gefahren seien. „Kann die Landespolizei nachts Streife fahren“, wollte er wissen. Staiger-Heinzmann sagte zu, dies an das Überlinger Polizeirevier weiterzugeben.

Immer noch Autoverkehr zu Musikschule und Bank

Michael Dörr (FDP) hatte nachts Ähnliches auf dem Schlossplatz beobachtet und kritisierte auch das Verhalten einiger Einheimischer. „Die Eltern fahren ihre Kinder immer noch vor die Jugendmusikschule.“ Es brauche dringend Poller, um die Einfahrt zu verhindern. Peter Köstlinger (CDU) sprach sich ebenfalls für ein optisches Signal aus, beispielsweise eine provisorische Barke. Zudem sollten Verstöße konsequent mit Geldstrafen geahndet werden, damit das Einfahrverbot sich in den Köpfen festsetze. CDU-Fraktionskollege Peter Schmidt befand, die Situation sei „ein einziges Chaos“. Er regte an, mit den Vertretern des Kreditinstituts zu reden, ob nicht wieder ein Geldautomat am Winzerverein oder an ähnlich exponierter Stelle aufgestellt werden könne. Außerdem fragte er nach den geplanten Bannern, die auf die Fußgängerzone aufmerksam machten sollen.

Große Banner sollen auf Fußgängerzone hinweisen

Hauptamtsleiter Maximilian Fetzer antwortete, dass die Banner inzwischen geliefert seien. Problematisch sei momentan noch die Befestigung, da die Banner zu groß und schwer seien, um sie einfach mit Haken an Hauswänden zu befestigen. Zur Sicherung auch bei Sturm müssten sie an verankerten Fahnenmasten oder ähnlich vor Windböen gesichert montiert werden.