In puncto E-Mobilität will die Stadt Meersburg mit gutem Beispiel leise und emissionsfrei voranfahren. Sukzessive stellt sie ihren Fuhrpark entsprechend um und bis zum Beginn der Saison 2021 soll auch ein Forschungs- und Testprojekt für einen E-Lieferverkehr in die Tat umgesetzt werden.

Aktuell fünf E-Fahrzeuge

Schul-Hausmeister Martin Blinka (links) und Stadtgärtnereichef Thomas Biller überzeugen sich vom großzügigen Fassungsvolumen der Lastenräder, mit denen Mitarbeiter der Stadtverwaltung unter anderem Post befördern.
Schul-Hausmeister Martin Blinka (links) und Stadtgärtnereichef Thomas Biller überzeugen sich vom großzügigen Fassungsvolumen der Lastenräder, mit denen Mitarbeiter der Stadtverwaltung unter anderem Post befördern. | Bild: Sylvia Floetemeyer

Dank zweier Förderprogramme verfügt die Stadt inzwischen bereits über fünf E-Fahrzeuge, die sie nun stolz präsentierte: Zwei Renault-Kangoos für den Bauhofleiter und die Hausmeisterei, ein Sonderfahrzeug des Herstellers Goupil für die Stadtgärtnerei und zwei E-Cargo-Bikes, Lastenfahrräder, für die Hausmeister und Verwaltungsmitarbeiter. Bürgermeister Robert Scherer kündigte beim Vorstellungstermin an, er wolle selbst auch ab und zu ein E-Cargo-Bike nutzen, etwa, um damit städtische Präsente auszufahren. Die Fahrzeuge seien ja auch gute Werbeträger für die Stadt. „Wir Kommunen sind Vorreiter“ in Sachen E-Verkehr, so Scherer.

Scherer Verfechter der E-Mobilität

Bürgermeister Robert Scherer lädt an der Wallbox am städtischen Gebäude Zunftstube seinen Hybrid-Dienstwagen mit elektrischer Energie.
Bürgermeister Robert Scherer lädt an der Wallbox am städtischen Gebäude Zunftstube seinen Hybrid-Dienstwagen mit elektrischer Energie. | Bild: Sylvia Floetemeyer

Der Bürgermeister ist seit jeher ein begeisterter Verfechter der E-Mobilität und fährt seit rund einem Jahr als Dienstwagen einen Audi Q5 e-tron mit Plug-in-Hybrid-Technologie. Sämtliche Strecken in der Stadt und im Landkreis fahre er nur elektrisch, betonte Scherer.

Fördergelder erleichtern die Anschaffung

Möglich wurden alle diese Anschaffungen durch Fördergelder. Die Zuschüsse von je 30 Prozent für die Cargo-Bikes kamen vom Land, sodass die Stadt pro Fahrrad noch 4000 Euro zahlen musste. Die Zuschüsse für die anderen Fahrzeuge erfolgten über ein Förderprogramm des Bundes. Beim Gärtnereifahrzeug, das rund 58 000 Euro brutto kostete, deckte die Förderung zum Beispiel rund 32 000 Euro ab. Dieses Fahrzeug ist vielfältig einsetzbar: So kann es ein unabhängiges, leicht auf- und abbaubares 1000-Liter-Wasserfass transportieren, mit dem die Stadtgärtnerei während der Vegetationsphase die Pflanzen gießt. Diese Arbeit wird am frühen Morgen erledigt – und kann nun ganz leise erfolgen. „Man hört überhaupt keinen Krach mehr“, so Thomas Biller, Leiter der Stadtgärtnerei. Denn auch die akkugespeiste Wasserpumpe funktioniert elektrisch, wie Biller hervorhob. Dank eines Hubs kann das Fass einfach heruntergenommen und das Fahrzeug dann, etwa auf dem Friedhof, in den engen Gassen oder den Grünanlagen, als Kleintransporter eingesetzt werden. Man könne es an jeder Steckdose aufladen, benötige lediglich ein spezielles Kabel und habe vollgeladen dann – bei einer Höchstgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern – eine Reichweite von bis zu 110 Kilometern, so Biller.

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Umgewöhnung beim Fahren

Und wie sind sonst so die Erfahrungen? Franz David vom Bauhof meinte, er sei auf den Winter mit dem Kangoo gespannt, denn: „Man muss mit dem Gas echt aufpassen.“ Schulhausmeister Martin Blinka erläutert, der Kangoo, mit dem man, wenn er voll aufgeladen sei, bis zu 200 Kilometer weit komme, reagiere halt „schneller aufs Gas, wenn man vom Gas weg geht, dann bremst er“. Gabi Paetzold unterstreicht lächelnd: „Man muss mit Gefühl fahren.“ Sie ist ein E-Technik-Fan, ihr nächster, privater Smart werde auch ein E-Fahrzeug sein, erzählte sie.

Zug um Zug bei Ersatzbeschaffungen E-Fahrzeuge

Nach und nach soll der städtische Fuhrpark, immer dann, wenn sowieso eine Ersatzbeschaffung ansteht, auf E-Fahrzeuge umgestellt werden. Wie schnell das gehe, hänge sicher auch davon ab, wie es zum einen mit den Förderprogrammen, zum anderen mit der technischen Entwicklung weitergehe, meinte Biller. Denn noch sind E-Fahrzeuge teils deutlich teurer als herkömmliche. So bekäme man für die 58 000 Euro, die der Goupil (ohne Zuschuss) kostet, fast vier Piaggios, rechnete David vor. Und nicht für alle der aktuell 15 Fahrzeuge, die der Bauhof und die Stadtgärtnerei haben, gebe es derzeit leistungsfähige E-Modelle. „Bei den Lastwägen ist es schwierig“, da sei die E-Technik erst noch in den Startlöchern, so David.

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