Zum Glück ist nicht nur das Corona-Virus hoch ansteckend, sondern auch Kreativität: Zehn Teams starteten mit ihren phantasievollen Miniatur-Gefährten beim virtuellen Kärrelerennen. Die Ortsgruppe des DLRG hatte dazu aufgerufen, nachdem das traditionelle Kärrelerennen, das die Narrenzunft normalerweise am Rosenmontag veranstaltet, dieses Jahr wegen der Pandemie ausfallen musste. Natürlich war die Seuche, vom „Corona-Hamster“ bis zum „Virenjäger“ ein Hauptmotiv für die Bastler, die fast alle aus bekannten Kärrelebauer-Dynastien stammen, die sonst immer bei den großen Rennen mitmachen.

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Dieses Jahr mussten die Kärrelebauer nun in kleineren Dimensionen planen. Ihre Aufgabe lautete, ein Kärrele in Schuhkartongröße zu bauen, sich eine etwa 10 Meter lange Rennstrecke zu suchen, eine Zieleinfahrt zu gestalten, dann das Kärrele dorthin flitzen lassen – und das Ganze zu filmen. Das Ergebnis fiel so überzeugend aus, dass die DLRG-Jury gleich in zwei Kategorien, „weltbestes Kärrele“ und „weltbeste Filmaufnahme“, je drei Sieger kürte. Die Siegerehrung und das rund zehnminütige Video mit den Beiträgen aller Teilnehmer findet man auf der Homepage der DLRG.

Platz 1 der originellen Kärrele: Der Corona-Hamster

In der Kärrele-Sparte lagen die Geiger-Mädels Gretha und Theresa mit ihrem „Corona-Hamster“ auf Platz 1. Mit seinem Einkaufwagen, prall gefüllt mit Klopapier, Nudeln, Mehl und Dosentomaten rollte er nach ganz vorn.

Auch dieses Gefährt ging auf die Rennstrecke: Der Corona-Hamster wurde zum originellsten Kärrele gekürt.
Auch dieses Gefährt ging auf die Rennstrecke: Der Corona-Hamster wurde zum originellsten Kärrele gekürt. | Bild: privat

Auf den Silberrang schoss der „bärenstarke Konfetti-Bomber“ der Familie Bierfreund-Busse, eine Art Mini-Golfcart, der, geschmückt mit bunten Ballons und zu den Klängen von „Rivers of Babylon“ für gute Laune sorgte. Auf Platz Drei tuckerte die von einem Spielzeugtraktor gezogene Mini-Ausgabe des Gilde-Wagens der Gilde Daisendorf, die gleich noch zwei weitere Kärrele ins Rennen geschickt hatte: ein bärenstarkes Feuerwehrauto und ein „Stoppt-Corona-Wägele“.

Tolle Videos – und vorne liegt die Lichtenwiese

Völlig dem Kampf gegen das Virus verschrieben hatten sich die Familien Vogelsang-Stecher. Ihr Motto: „Die Lichtenwiese jagt das Virus“. Und diese Jagd ist wirklich filmreif. Für ihr professionelles Video bekamen die Lichtenwiesler den Oscar für den besten Streifen, gefolgt von der Aufnahme der vielseitigen Gilde Daisendorf und dem Dreh „Conni geht baden“ des Teams Meersburg Therme.

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Die beliebteste Filmmusik ist das Schnabelgiere-Lied, etliche Teams bauten auch Sequenzen mit Bildern aus „echten“ Rennen der Vorjahre ein. Die stets einfallsreichen Känzele-Kids ließen unter dem Titel „Sellemols Donnemols“ gar ein ganzes Jahrzehnt Revue passieren. Viele Videos schließen mit guten Wünschen für die Gesundheit und die Zukunft. Ihr gemeinsamer Tenor, getreu dem von der DLRG ausgegebenen Motto: Corona stoppt uns nicht.

Hoffnung auf das reale Kärrelerenne 2022

Die Lichtenwiesler setzen ans Ende ihres Videos – das natürlich ein Happy End hat: „Erfolgreich geimpft“ – einen Satz, den wohl alle leidenschaftlichen Kärrelebauer in und um Meersburg herum unterschreiben: „2022 hoffentlich wieder im Original.“