Um den coronabedingten Hygienevorgaben zu entsprechen, wurden die Zuschauerzahlen beschränkt und das Publikum auf zwei aufeinanderfolgende Vorstellungen verteilt.

„Wir müssen endlich wieder mit Veranstaltungen starten, auch wenn es mehr Arbeit für uns alle ist“, meinte Rita Keller vom Amt für Kultur und Museum. Schauspieler Heiko Ruprecht gab nach den Auftritten auf Nachfrage dieser Zeitung zu: „Ich hatte im Vorfeld Respekt vor der Doppelvorstellung.“ Doch er sei zufrieden und resümierte: „Es waren zwei unterschiedliche Vorstellungen.“

Gäste lauschen Gedichten von Goethe und Schiller

Organisatorin Keller bestätigte, die einsetzende Dunkelheit und das jeweils andere Publikum hätten unterschiedliche Atmosphären geschaffen. Musikerin Veronika Ponzer sagte, sie habe dank der kleinen Zuschauergruppen von höchstens je 40 Personen die Konzentration beim Publikum deutlich spüren können. Die Gäste lauschten gebannt den Gedichten von Friedrich Schiller und Johann Wolfgang von Goethe, die stimmgewaltig vorgetragen wurden.

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Ausdrucksstarker Auftritt des Schauspielers

Ohne in ein Mikrofon zu sprechen, rezitierte Ruprecht auswendig und abwechslungsreich in Gestik und Mimik die Gedichte, „die viele von Ihnen in der Schule noch auswendig gelernt haben“, wie er dem Publikum zu Beginn angekündigt hatte.

So erzählte er mit blitzenden Augen und schelmischen Lächeln vom unwürdigen Spiel der Hofdame in „Der Handschuh“ oder veranschaulichte in variierenden Tonhöhen die Gefühle von Vater und Kind im „Erlkönig“. Den „Zauberlehrling“ ließ der ausgebildete Theaterspieler verzweifelt und qualvoll mit dem ungestümen Besen ringen.

Harfenmusik passend zur Stimmung der Texte

Den Texten entsprechend wechselte auch die Stimmung bei den Musikstücken. Mal dramatisch, mal gefühlvoll interpretierte Ponzer an der Harfe Werke wie „Impromptu“ von Gabriel Fauré, „Phantasie in c-Moll“ von Louis Spohr oder der „Romance in G“ von Elias Parish Alvars.