Die Firma Holzbau Schmäh will ihren Betrieb verlagern und vergrößern. Anvisiert hatte Firmenchef Sebastian Schmäh das seit Jahren, doch Gewerbegrundstücke sind in Meersburg, wie in allen Seegemeinden, rar. Nun aber stehen die Pläne, dank der Unterstützung der Stadt, kurz vor der Verwirklichung.

FDP-Landtagsabgeordneter Hoher informiert sich vor Ort

Das Thema interessiert auch den FDP-Landtagsabgeordneten Klaus Hoher, der sich mit Schmäh und Bürgermeister Robert Scherer darüber unterhält. Die Fortschreibung des Regionalplans sei geprägt von Flächenmangel für Wohn- und Gewerbebau, betont Hoher, der auch stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses Ländlicher Raum und Verbraucherschutz ist. "Die Entwicklung in der ersten Reihe, am Seeufer, geht gegen null."

Rathaus nimmt gesamtes Stadtgebiet unter die Lupe

Umso mehr sind die betroffenen Kommunen gefordert. Scherer meint, wenn ein Betrieb, den man im Ort halten möchte, ein Grundstück brauche, dann müsse man systematisch danach suchen, indem man das gesamte Stadtgebiet ins Auge fasse. In Schmähs Fall wurde man fündig: 3500 Quadratmeter in Hanglage in der Nähe des Fitnessparks im "Toren". Dazu musste man das Gewerbegebiet erweitern, den Flächennutzungsplan entsprechend ergänzen und dies von den Gremien billigen lassen.

Schmäh will rund drei Millionen Euro investieren

Eigentlich hätte Schmäh gerne 6000 Quadratmeter gehabt. "Das braucht ein Zimmererbetrieb unserer Größe. Doch wir gehen einen Kompromiss ein, um hier in Meersburg zu bleiben. Das war mir wichtig." Er passe die Planung entsprechend an, wolle hochwertig bauen und rund drei Millionen Euro investieren. Schmäh hofft auch auf Fördergelder aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum, dabei will ihn Hoher unterstützen. Mit dem Bau möchte Schmäh 2020 starten, 2022, im Jahr des 150. Firmenjubiläums, soll er fertig sein.

Alter Firmensitz weicht Wohnbebauung

Der bisherige Betrieb – und Wohnsitz der Familie Schmäh – in der Schützenstraße, der trotz einer früheren Erweiterung aus allen Nähten platzt, soll komplett abgerissen werden. Auf den rund 1600 Quadratmetern möchte Schmäh "Wohnbau mit etwa 14 Einheiten" errichten. Ihm schweben "kleinere, bezahlbare Wohnungen in guter architektonischer Qualität vor", in denen er unter anderem auch seine Azubis unterbringen wolle.

Neuer Standort ermöglicht neue Geschäftsfelder

"Diese Nachverwertung ist für die Stadt wichtig", betont Bürgermeister Scherer. Das sei für sie, neben dem Wunsch, einen renommierten Handwerksbetrieb im Ort zu halten, ausschlaggebend gewesen, Schmäh zu unterstützen. "Man braucht als Unternehmer diese Unterstützung", bekräftigt Schmäh. "Ich bin hochmotiviert." Am gegenwärtigen Standort wäre sein Betrieb "auf der Stelle getreten. Es gibt viele Reibungsverluste." So seien das Holzlager und die Halle zu klein. Künftig wolle er etwa die Vorfertigung im Segment Holzbau, etwa von Wandelementen, ausbauen und dadurch seinen Betrieb, der auch viel im Bereich Restauration arbeitet, "breiter aufstellen." Am neuen Standort habe er die Freiheit, seinen Betrieb mit derzeit 28 Angestellten "in Richtung 40 wachsen zu lassen", aber auch, es bei der jetzigen Zahl zu belassen. "Ich bin flexibel."

FDP-Mann wünscht sich bessere Unterstützung des Mittelstands

Hoher sagt, er freue sich für Schmäh und dass "Bürgermeister Scherer so aktiv ist". Bei der Verleihung der Wirtschaftsmedaille des Landes an Holzbau Schmäh im vergangenen Dezember erfuhr Hoher von dessen Zukunftsplänen. Der Liberale würde sich auch mehr Unterstützung von der Landespolitik für Betriebe wie Schmähs wünschen. "Für mich ist das typischer Mittelstand. Doch den gibt’s in Stuttgart gar nicht. Dort beginnt Mittelstand ab 150 Mitarbeitern."