Dort, wo in den Sommermonaten Touristen Uferpromenaden und Ortskerne in Scharen bevölkern, ist es derzeit außer an sonnigen Sonntagen eher ruhig. Viele Hotel-, Laden- und Restaurantbetriebe haben noch Winterpause. Baulärm aus zahlreichen Fenstern und Bauschutt vor den Türen zeugen davon, dass mancher Betreiber nicht unbedingt Urlaub macht, sondern sich schon auf den Saisonstart im April vorbereitet.

Die Wintermonate nutzt mancher Hotelier in Meersburg zum Renovieren.
Die Wintermonate nutzt mancher Hotelier in Meersburg zum Renovieren. | Bild: Martina Wolters

Gäste und Einheimische kommen dennoch nicht zu kurz, wenn sie an einem freien Tag oder Abend nach Unterhaltung oder einem Platz zum Einkehren suchen. Tipps gibt es beispielsweise bei den Touristikerinnen aus Hagnau und Sipplingen, Sarah Kunle und Silvia Fritz. "In den Wintermonaten ist es fast noch schöner bei uns am See“, findet Jutta Theurich vom Gewerbeverein „Aktiv für Meersburg“ sogar. „Einwohner und Besucher genießen das ruhige Meersburg“, ist sich die Vorsitzende des Vereins sicher.

Blick fällt auf leere Auslagen

Ansonsten beobachten sie und ihre Mitstreiter in den vergangenen zwei Jahren zunehmend mehr Aktivität in Meersburg, sagt Theurich. Viele Laden- und Gastronomietüren seien, statt vormals mehrere Monate, oft nur noch im Januar und Februar geschlossen. Ein Unterhaltungsprogramm gebe es und die Grundversorgung sieht die Gewerbevereinsvorsitzende mehr als gesichert mit geöffnetem Friseur, Café, Bioladen, Geschenke- und Bekleidungsgeschäft. Wenn es nach Theurich geht, könnte allerdings trotz Einkehr- und Wandermöglichkeiten noch mehr gehen. Denn wer die Steigstraße oder entlang der Unterstadtstraße läuft, dessen Blick fällt noch allzu häufig in leere Auslagen. Schilder weisen darauf hin, dass sich die Geschäftstüren frühestens Mitte März wieder öffnen.

Zwischen Weihnachten und Dreikönig oder bei sonnigem Winterwetter strömen die Besucher an den See. Die Gewerbevereinsvorsitzende Jutta Theurich würde dem gerne Rechnung tragen und die Saison ausdehnen.
Zwischen Weihnachten und Dreikönig oder bei sonnigem Winterwetter strömen die Besucher an den See. Die Gewerbevereinsvorsitzende Jutta Theurich würde dem gerne Rechnung tragen und die Saison ausdehnen. | Bild: Martina Wolters

Als erfahrene Geschäftsfrau fragt sich Theurich, ob es für Hoteliers nicht lukrativ sein könnte, Angebotspakete zu schnüren, zum Beispiel mit derzeit gefragten Wellnessangeboten. Auch wenn sie Verständnis für notwendige Reparaturen und Renovierungsarbeiten hat, wünscht sie sich, die Saison zu verlängern. “Zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag waren wahnsinnig viele Fremde in der Stadt, darauf müssen wir reagieren“, betont Theurich.

Das könnte Sie auch interessieren

Der Besucheransturm am Sonntag gibt ihr ebenfalls recht. Die Seeregion habe den Gästen Einiges zu bieten. Dass in der Tat ein Angebot für Gast und Einwohner auch in der Wintersaison bestehe, unterstreichen die Leiterinnen der Touristeninformationen in Hagnau und Sipplingen. "Um die kalte Jahreszeit gibt es in Sipplingen immer genügend Lokale, die geöffnet haben“, versichert Silvia Fritz. Derzeit seien ein italienisches, ein gut bürgerliches sowie ein Hotelrestaurant verfügbar. Auch für gemütliches Beisammensein in den Abendstunden sei dort gesorgt. Wer Abwechslung sucht, den verweist die Touristikfachfrau auf weitere Gastronomiebetriebe im Nachbarort Ludwigshafen sowie in Überlingen.

Das könnte Sie auch interessieren

Die Hagnauer Touristikerin Sarah Kunle betont, dass Gäste im winterlichen Hagnau „immer mindestens ein Restaurant“, finden, das offen ist. In den Wintermonaten setzen beide Seegemeinden auf klassische Musik mit verschiedenen Konzertangeboten, im Februar und März auf ein „abwechslungsreiches Fasnachtsprogramm“. Bei Schnee könnten Interessierte zum Rodeln nach Heiligenberg oder in die nächstgelegenen Skigebiete in den Vorarlberger Alpen oder im Allgäu.

Therme und Museen für kalte Tage

Wen allzu nasses Wetter von einem Spaziergang oder einer ausgiebigen Wanderung abhält, dem raten die Fachfrauen den Besuch einer der drei Thermen am Bodensee – Meersburg, Überlingen und Konstanz. Für Eltern mit Kindern könnte das Immenstaader Aquastaad interessant sein. Ferner sehen sie die Gemeinden am See gut vernetzt. Friedrichshafen könne beispielsweise von Hagnau aus jede halbe Stunde mit dem Bus erreicht werden – und damit auch Ausstellungen im Zeppelin Museum oder Dornier-Museum.

Saison startet spätestens im April

Kunle empfiehlt auch den neu gestalteten Flyer “Ein Ort mit Historie“, der in drei wählbaren Rundgängen unterschiedlicher Länge über Geschichte und historische Gebäude Hagnaus informiere. Die eigentliche Saison startet in allen drei Seeorten spätestens im April. In Meersburg wird sie sogar offiziell eingeläutet mit der Meersburger Frühlingswoche.