Die Wimmlerweinprobe des Winzervereins Meersburg zieht von Jahr zu Jahr mehr Besucher an, sodass sie dieses Jahr aus Platzgründen erstmals im Augustinum stattfand. Dort verkosteten 240 Gäste, inklusive 25 Augustinum-Bewohner, sechs Weißweine von 2018 und einen Rotwein von 2017. Darunter waren auch ein Prinzessinnen-Wein und eine Cuvée mit exklusivem Etikett.

Winzervereins-Mitarbeiterin Susi Scheinert präsentiert das von ihr gemalte Motiv für das Etikett des „Spaß-Weins“.
Winzervereins-Mitarbeiterin Susi Scheinert präsentiert das von ihr gemalte Motiv für das Etikett des „Spaß-Weins“. | Bild: Sylvia Floetemeyer

Mit der Wimmlerweinprobe bedanken sich die 32 Winzer der Genossenschaft jedes Jahr bei ihren Erntehelfern, den Wimmlern. Diese vermehren sich jährlich, was auch daran liegen soll, dass manch einer sich nur Traubenlese melde, um einmal bei der legendären Weinprobe dabei sein zu können. So etwa Überraschungsgast Max Seyfried, der eine launige Rede hielt, unter anderem über eben diesen Umstand.

Vorstand Georg Dreher gratuliert Martin Frank zum 25. Jubiläum als Geschäftsführer des Winzervereins.
Vorstand Georg Dreher gratuliert Martin Frank zum 25. Jubiläum als Geschäftsführer des Winzervereins. | Bild: Sylvia Floetemeyer

Im vergangenen Jahr war der Winzerverein bereits ins Traktormuseum ausgewichen, weil der Platz in seinem Wein- und Kulturzentrum nicht mehr ausreichte. Der Andrang erklärt sich zum einen an der Neugier auf die neuen Weine, zum anderen ist die Probe ein soziales Ereignis mit guter Unterhaltung und viel Musik, die die Winzerkapelle „Sängerhalde“ spielt. In ihrer Mitte: Winzervereins-Geschäftsführer Martin Frank mit seiner Trompete.

Der katholische Stadtpfarrer Matthias Schneider (links) schenkt Frank zum Jubiläum ein „Gaudibursch“-T-Shirt.
Der katholische Stadtpfarrer Matthias Schneider (links) schenkt Frank zum Jubiläum ein „Gaudibursch“-T-Shirt. | Bild: Sylvia Floetemeyer

Ausgeschenkt wurden dieses Jahr zwei Müller-Thurgau, eine Weißwein-Cuvée, ein Weißburgunder, ein Weißherbst, eine Kerner Spätlese und ein Spätburgunder. Die meisten stellte Kellermeister Valentin Wagner vor, der auch einige Anekdoten aus dem Arbeitsalltag zum Besten gab. Bodensee-Weinprinzessin Pia Dreher aus Meersburg präsentierte ihren Prinzessinnen-Wein selbst. Sie hatte sich bewusst für die seetypische Rebsorte Müller-Thurgau entschieden, feinfruchtig ausgebaut. Er passe zu ihr, meinte Martin Frank, der Dreher interviewte: „Er ist frisch und lieblich wie du.“ Doch Dreher könne man nicht nur im Dirndl antreffen, sondern oft auch im Arbeitsoverall, denn sie macht eine Schreinerausbildung. Diese beiden Seiten passten ganz gut zusammen, meinte Dreher. Sie liebe das Handwerk und: „Letztlich ist Wein auch ein handwerkliches Produkt.“

Neu-Wimmler Max Seyfried hält eine launige Rede zu seinem ersten Einsatz in den Reben.
Neu-Wimmler Max Seyfried hält eine launige Rede zu seinem ersten Einsatz in den Reben. | Bild: Sylvia Floetemeyer

Danach stellte Vertriebsmitarbeiterin Susi Scheinert „ihren“ Wein vor. Die begeisterte Hobbymalerin gestaltete ein Etikett, das eine beschwingte Frau mit einem riesigen Weinglas zeigt, und durfte dazu einen passenden Wein aussuchen: eine Weißwein-Cuvée, bestehend aus 60 Prozent Müller-Thurgau und 40 Prozent Bacchus. Dieser Wein trägt den vielversprechenden Namen: „Der macht richtig Spaß“.

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Letzteres galt auch, trotz und sogar wegen des heißen Sommers für den gesamten Weinjahrgang 2018. Das betonten Kellermeister Wagner und Winzervereinsvorsitzenden Georg Dreher. Man habe Weine von höchster Qualität gelesen und die Herausforderungen der ungewöhnlichsten Ernte seit Menschengedenken gemeistert. Denn die reguläre Lese begann so früh wie noch nie, am 5. September, endete bereits am 5. Oktober und fand teils bei größter Hitze statt. Deshalb rückten die Wimmler bereits morgens um 7 Uhr aus. Dreher dankte ihnen für ihre Disziplin.

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Die Krönung des Ausnahmejahrs 2018 erfolgte am 15. Januar 2019 mit der Lese eines Eisweins, den letzten hatte man 2003 geerntet. Später würdigte Dreher einen weiteren guten Jahrgang, „den 1994er“. In jenem Jahr startete der damals 28-jährige Martin Frank als Geschäftsführer des Winzervereins. Dreher rühmte Franks Arbeit für die Genossenschaft, die ihm zum 25. Arbeitsjubiläum einen Zeppelinflug schenkte. Auch Pfarrer Matthias Schneider, der die Wimmler wieder einmal mit einer humorvollen Ansprache begeisterte, hatte ein Mitbringsel für den begnadeten Entertainer Frank: Ein T-Shirt mit der Aufschrift „Gaudibursch“. Und für Georg Dreher, der im März 60 geworden ist, gab‘s das Buch „Glaube geht durch den Magen“ nebst einem Fresskorb. Bürgermeister Robert Scherer sprach ebenfalls ein Grußwort, bevor dann Miriam El Harchi, die in der Steigstraße einen Laden betreibt, den Schluss der Weinprobe mit handgemachten Schokoladen versüßte.

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