Der städtische Veranstaltungsmix, bestehend aus Märkten, Open-Air-Konzerten und dem Weinfest, hat im Gemeinderat viel Zustimmung gefunden. Tourismus-Chefin Iris Müller stellte dessen Kosten dar. Allerdings gab es auch Stimmen, die Neues forderten. Und Markus Waibel (FW) fand, dass die Stadt nicht draufzahlen sollte, wenn auswärtige Betreiber im Spiel seien wie bei den Open Airs und dem Mittelaltermarkt.

Insgesamt gab die Stadt 2016 für Veranstaltungen 142 957 Euro aus und nahm 133 412 Euro ein. Das Defizit beträgt also 9545 Euro. Für 2017 liegen noch nicht alle Zahlen vor. Gewinn erbrachte für die Stadt 2016 unterm Strich einzig das Weinfest mit 11 312 Euro. Beim Weihnachtsmarkt, den ausschließlich Meersburger Vereine und engagierte Bürger bestreiten, betrug das Defizit 8335 Euro, beim Mittelaltermarkt 3427 Euro, beim Herbstmarkt 2343 Euro, beim Ostermarkt 2174 Euro und bei den drei Open Airs insgesamt 948 Euro.

Image und Werbung für Meersburg

Im Rat herrschte jedoch großer Konsens, dass man die Veranstaltungen nicht auf eine reine Gewinn-Verlust-Rechnung reduzieren kann. Sie bedeuteten "Image" und "Werbung für Meersburg", betonten etwa Peter Krause (Umbo) und Heinz Frey (FW). Ulrike Wirbatz (SPD) meinte, es handle sich um kein großes Defizit. Und: "Wir erreichen unterschiedliche Zielgruppen." Allerdings wünsche sie sich noch eine neue Veranstaltung in der Nebensaison, etwa zum Thema Gesundheit und Bewegung.

Bürgermeister Robert Scherer betonte ebenfalls: "Die Veranstaltungen sind ein Marketinginstrument." Wichtig seien vor allem auch jene am Rande der Saison wie Weinfest, Oster- und Herbstmarkt. Und, meinte Scherer in Richtung Waibel, man müsse auch Einnahmen einrechnen, "die hier nicht dargestellt sind, weil sie schwer zu erfassen sind", etwa Parkgebühren. Wenn beispielsweise 3500 Open-Air-Besucher durchschnittlich je 6 Euro zahlten, käme allein dadurch eine ganz schöne Summe zusammen.

Lanze für Mittelaltermarkt

Peter Krause und Martin Brugger (CDU) brachen auch eine Lanze für den Mittelaltermarkt. Krause: "An dem Wochenende ist Meersburg ausgebucht, ebenso wie am Weinfest. Der Mittelaltermarkt gehört inzwischen dazu." Brugger ergänzte, er sei auch gut für die Städtepartnerschaft mit San Gimignano, von wo jedes Jahr eine große Delegation der "Cavalieri di Santa Fina" anreist. Zum Veranstaltungspaket meinte Brugger: "Das sind Werbungskosten, das rentiert sich. Viele Besucher kommen wieder mal."

Während Heinz Frey (FW) meinte: "Diese Mischung bringt's, man sollte nicht auf Bewährtes eindreschen", sähe Peter Schmidt (CDU) gerne die Open Airs auf dem Prüfstand. Tagelang sei die Altstadt, wo auch Schmidt wohnt, belagert. Er bezweifelte, ob sie den beabsichtigten Werbeeffekt und die erhoffte Umwegrentabilität für die Stadt brächten. Denn mittlerweile seien Open Airs in der Region inflationär. "Brauchen wir's? Passt es zu uns? Ich wäre froh, wenn wir eine Alternative für 2019 suchen würden." Doch nur Schmidts Kritik an den Terminen mitten im Hochsommer fand ein zustimmendes Echo, so von Monika Biemann (Umweltgruppe), die den Mai besser fände. Müller versicherte: "Wir wollen's vom August weg haben." Allerdings müsse man sich nach den Tourneeplänen der Bands richten.