Nur ungern erteilte der Gemeinderat sein Einvernehmen zu dem Antrag auf „Errichtung einer temporären Baustraße“ im Südwesten des Wohngebietes Roggele. Denn die beantragte Zufahrtsstraße wurde bereits gebaut. „Noch nie wurde eine Bauangelegenheit so emotional diskutiert“, sagte Bürgermeister Daniel Heß bei der öffentlichen Sitzung.

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Straße soll bis Dezember 2020 zurückgebaut werden

Es habe viele Einwendungen von Bürgern gegen den Straßenbau gegeben. Erst auf Verlangen der Baurechtsbehörde und der zuständigen Ämter sei der Straßenbau im Nachhinein beantragt worden. Der Bürgermeister verwies auf einen Bauzeitenplan. Demnach soll die Baustraße bis Dezember 2020 zurückgebaut werden.

Bürgermeister Daniel Heß: „Diese Vorgehensweise missbillige ich“

Das Amt für Wasser und Bodenschutz des Landratsamts stufe den Eingriff als „heilbar“ ein. „Es wird Auflagen geben, die einen vollständigen Rückbau und das Wiederherstellen der ursprünglichen Ackersituation garantieren“, erklärte Heß. Der Straßenrückbau soll vom Landratsamt überwacht werden. „Diese Vorgehensweise missbillige ich“, machte der Bürgermeister seinem Ärger über das unrechtmäßige Vorgehen der Bauherrin Luft.

Rätin befürchtet Signalwirkung für Nachahmer

Alexandra Somoza (FWV) zeigte sich ebenfalls verstimmt. Es falle ihr schwer, zuzustimmen. Anstelle solch einer „Nacht-und-Nebel-Aktion“ hätte sie sich ein Einbeziehen der Anwohner gewünscht. Durch den positiven Beschluss befürchte sie eine „Signalwirkung“ für Nachahmer.

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Der Bürgermeister entgegnete, das Anliegen werde „nicht einfach durchgewunken“. Er habe sich viele Gedanken dazu gemacht. „Die Anwohnerschaft wird das Ganze mit Argusaugen beobachten“, versprach Somoza.

Räte wollen wissen, ob Bußgeld möglich ist

Martin Frick (CDU) sagte, es sei für ihn nicht nachvollziehbar, dass Bauherren und Planer nicht gewusst haben sollen, dass eine Bauzufahrtsstraße genehmigungspflichtig ist. Maja Herrchen (FWV) sprach von einem „Unding“. Sie bat darum, zu erkunden, ob hier ein Bußgeld möglich sei. Auf Nachfrage von Klaus Horn (FWV) erläuterte Heß, es seien noch nicht alle Stellungnahmen der beteiligten Fachämter eingegangen.

Grenzverläufe im Gebiet Roggele chaotisch

Horn betonte, die diskutierte Straße sei vorher ein Acker gewesen. Anders als beim Roggele-Areal wünschte er sich, dass bei zukünftigen Baugebieten auf ausreichend Zufahrtsmöglichkeit geachtet werde. Der Bürgermeister gab ihm recht. Die Grenzverläufe im rund 50 Jahre alten Baugebiet Roggele seien chaotisch.

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Das Ratsgremium stimmte dem nachträglich eingereichten Antrag zum Bau der Straße schließlich zu. Alexandra Somoza und Klaus Horn sprachen sich dagegen aus.

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