Vermutlich hat die Meersburger Feuerwehr noch nie so wenig Zeit zwischen Runtergehen des Alarms und Eintreffens am Einsatzort gebraucht. Doch das war kein Wunder. Denn 54 Aktive der Wehr saßen gerade an den Tischen der Wache, um an der Hauptversammlung teilzunehmen. Binnen Sekunden waren sie umgezogen und rückten mit den Einsatzfahrzeugen aus. Glücklicherweise handelte es sich bei dem Einsatz nur um einen qualmenden Toaster, der die Brandmelder aktiviert und einen Stromausfall verursacht hatte. Nachdem der Toaster entsorgt, die Stromversorgung wiederhergestellt und die Bewohner des Hauses beruhigt waren, konnte mit gut halbstündiger Verspätung die Sitzung ordnungsgemäß beginnen.

Tageseinsätze eine Herausforderung

102 Einsätze habe die Meersburger Wehr im vergangenen Jahr gehabt, erklärte Feuerwehrkommandant Hartmut Schucker. Davon entfielen mehr als zwei Drittel auf Hilfseinsätze, darunter bis Mitte Mai auch 21 Wassereinsätze, dann begann die lange Trockenzeit. Die Statistik belegt, dass die meisten Einsätze in die Zeit von 12 bis 18 Uhr fallen, in eine Zeit, in der die meisten der freiwilligen Wehrleute bei der Arbeit seien. Das große Problem der meisten Freiwilligen Feuerwehren. Doch durch die Zusammenarbeit mit Daisendorf könne die Tageseinsatzstärke gewährleistet werden, sagte Schucker.

Kostenübernahme bei Kreiszeltlager

Großer Lob galt der Jugendfeuerwehr. „Ihr bringt die Jugend zum glühen“, lobte Schucker die Arbeit der Jugendwarte um Alexander Wurster und Ann-Kathrin Weber. So war es dem Kommandanten auch eine besondere Freude, verkünden zu können, dass die Stadt das Engagement der 44 Kinder und Jugendlichen honoriere. Zusammen mit Bürgermeister Robert Scherer hätte er beschlossen, dass die Teilnahme der Kinder am Kreiszeltlager finanziell komplett übernommen werde. Außerdem spendiere die Stadt einen dreistündigen Aufenthalt in der Meersburg Therme für die rund 50 Personen mit Jugendleitern.

Bürgermeister Robert Scherer lobte seinerseits "das gute Miteinander", wobei auch kritisches Hinterfragen des Gemeinderats nach dem "Warum?" dazugehöre. Der Schultes sprach damit die beschlossene Anschaffung des neuen Einsatzleitwagens an, der rund 30 Prozent teuerer als zuerst veranschlagt geworden sei. "Bei 60 000 Euro muss man mal nachfragen", sagte Scherer.

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Die Rücklagen konnten gesteigert werden, gab Kassierer Daniel Scheppelmann einen Überblick über den Kassenstand der Wehr. Die erwirtschaften Gelder, etwa aus dem Winzerfest, werden zur Kameradschaftspflege verwendet. Dazu gehört auch die Pflege der Partnerschaften mit den Wehren der Städtepartnerschaften. Schriftführer Richard hatte im Vorfeld einen detaillierten Bericht über das vergangene Einsatzjahr gegeben.

Neuwahlen für Feuerwehrausschuss

Neu gewählt werden mussten, nach Ablauf des fünfjährigen Turnus, die sechs Mitglieder aus der Einsatzabteilung für den Feuerwehrausschuss. In geheimer Wahl wurden aus einer großen Anzahl von Bewerbern Sebastian Kolbe, Markus Schmäh, Jan Junker, Stefan Warnkönig, Ann-Kathrin Weber und Patrick Rotzsch gewählt.

Neben den Aktiven waren die Kameraden der Altersabteilung, die Jugendfeuerwehr, die Vertreter der befreundeten Hilfsorganisationen von Deutschem Roten Kreuz (DRK) und Deutscher Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) sowie Mitglieder des Gemeinderats anwesend. Stellvertretend für den Kreisfeuerwehrverband sprach Beisitzer Franz Burkart ein Grußwort, in dem er Projekte – "die Einführung einer Feuerwehrrente wird gewünscht" – und Probleme – "zukünftig sollen auch unverheiratete Hinterbliebene von im Dienst verunglückten Einsatzkräften einen Versicherungsanspruch erhalten" – ansprach.

Neuaufnahmen, Beförderte und Verabschiedete (von links): Bürgermeister Robert Scherer, Diana Heuchert, Sebastian Kolbe, Sarah Kratzer, Adrian Gumpp, Sophie Rotzsch, Babaros Sögüt, Kommandant Hartmut Schucker, Marc Richter, Jan Junker, Stephan Martin, Marcel Martin, Tobias Stechmann, Richard Beisch und Alexander Wurster.
Neuaufnahmen, Beförderte und Verabschiedete (von links): Bürgermeister Robert Scherer, Diana Heuchert, Sebastian Kolbe, Sarah Kratzer, Adrian Gumpp, Sophie Rotzsch, Babaros Sögüt, Kommandant Hartmut Schucker, Marc Richter, Jan Junker, Stephan Martin, Marcel Martin, Tobias Stechmann, Richard Beisch und Alexander Wurster. | Bild: Lorna Komm

Neuaufnahmen, Beförderungen und Verabschiedungen bei der Meersburger Wehr

  • Personalstand: 70 Aktive Wehrleute leisten ihren Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr Meersburg. Darunter neun Frauen. 17 Männer sind in der Altersabteilung. In der Jugendfeuerwehr sind 44 Heranwachsende, davon 30 in der Jugendgruppe und 14 in der Kindergruppe.
  • Einsätze 2018: 102 Einsätze hatte die Wehr im Jahr 2018. Davon entfielen 63 auf Hilfseinsätze und 38 auf Brandeinsätze. Darunter auch zwei Brandeinsätze in Uhldingen-Mühlhofen sowie Unfalleinsätze auf der B 31, von denen einer schwerwiegend war.
  • Beförderungen: Alexander Wurster zum Hauptlöschmeister, Jan Junker zum Löschmeister. Marcel Martin und Tobias Stechmann zu Hauptfeuerwehrmännern. Maya Hanser und Luisa Stecher zu Oberfeuerwehrfrauen. Adrian Gumpp, Marc Richter, Sebastian Kolbe und Stephan Martin zu Oberfeuerwehrmännern. Barbaros Sögüt zum Feuerwehrmann.
  • Neuaufnahmen: Hannes Brugger, Julia Greinwald, Sarah Kratzer, Sophie Rotzsch, Niklas Thierfelder sowie Hauptfeuerwehrfrau Diana Heuchert und den zurückkehrenden Oberlöschmeister Andreas Meichle.
  • Austritte: Wegen Wohnortwechsels verlassen Benjamin Schlumberger, Sarah Möschler und Gabriel Unsinn die Wehr. Richard Beisch wechselt wegen der Altersgrenze in die Alters- und Ehrenabteilung.
  • Hitliste: Thomas Schmäh führt mit 80 Einsätzen die Einsatzliste 2018 an. Es folgen: Jan Junker (65), Andreas Neßler (58), Heiko Herp (56), Markus Schmäh (54), Dominik Spießer (47), Nils Schweikhardt (47), Lars-Eric Meyer (47), Dominik Mackowiak (45) und Stefan Warnkönig (44).
  • Übungstätigkeit 2018: gesamt etwa 4112 Stunden (2017: 3456). Davon entfielen 2800 Stunden auf Zug- und Gesamtübungen, 140 auf Brandsicherheitsdienst bei Open-Air-Konzerten und Bodenseeweinfest. 480 Stunden wurden für Bereitschaftsdienst an Sonntagen veranschlagt. Die restlichen Stunden verteilen sich auf Maschinisten-, Führungs- und Drehleiterübungen.
  • Ausblick: Im Jahr 2019 stehen der Umbau und die Sanierung des Feuerwehrhauses an. Baubeginn soll im dritten Quartal mit dem ersten Bauabschnitt sein. Dazu gehören der Anbau im hinteren Teil der Wache und neue Tore.