Bürgermeister Daniel Heß hat seine Wirkungsstätte gestern kurzerhand in die zukünftige Kinderkrippe umgewandelt. "Hier ist jetzt das Kinderhaus Beamtilus", rief er den fröhlichen Rathausstürmlern aus dem Fenster zu. Wo kein Rathaus mehr, da auch kein Rathaussturm, witzelte Heß.

Raphaela Horn, Monika Heß, Simone Preti und Yonna Akaya treten als Gelbwesten in Erscheinung.
Raphaela Horn, Monika Heß, Simone Preti und Yonna Akaya treten als Gelbwesten in Erscheinung. | Bild: Martina Wolters

Das wollten sich die Narren nicht gefallen lassen. Gelbwesten-Trägerinnen hielten Transparente hoch und votierten für eine "Mauer nach Hagnau, aber ohne Tunnel".

Kinderkrippe statt Rathaus – ein Schild an der Rathaustür weist auf die U3-Betreuung "Beamtilus" hin.
Kinderkrippe statt Rathaus – ein Schild an der Rathaustür weist auf die U3-Betreuung "Beamtilus" hin. | Bild: Martina Wolters

"Bürgermeister kumm rab", wandelte Hasle Maale Bernhard Müller den Narrenruf der Stettener Zunft ab. Ein paar Minuten später stand Heß in Babykleidung vor der Tür. Im Nu war er umringt von gleich zwei Narrenpolizistinnen.

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Tupfengleich angezogen in Rot und Weiß schellten Christa Müller und ihre Tochter Martina dem Schultes-Baby kräftig um die Ohren. Schnell öffnete der zwar das Rathaus, ließ aber jeden Eindringling in die Knie gehen. Wer durch das Kinderzelt gekrabbelt war, den erwartete drinnen zur Belohnung ein Schnuller-Lutscher nebst Leckereien vom Rathausteam.

Drei Geishas aus Hagnau sind auch bei der Schülerbefreiung.
Drei Geishas aus Hagnau sind auch bei der Schülerbefreiung. | Bild: Martina Wolters

Der Rathausschlüssel hatte noch immer nicht den Besitzer gewechselt. Zuerst mussten Elektra und Bernie alias Thomas Kopp und Bernhard Menzel ihre Narrenelternfähigkeit beweisen. Mit Mützchen und Höschen wurde aus der närrischen Polizistin ein schreiendes Baby.

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Den Brei wollte es nicht schlucken, der Obstler aus dem Fläschle hingegen ging gut. Während der Schultes zufrieden das Narrenelternpaar traute, schrie die Baby-Polizistin nach dem Schlüssel. Den bekam sie zwar, musste dafür aber vorübergehend ihre Lieblingsschelle abgeben.

Auch der Narrennachwuchs hat Spaß beim Rathaussturm.
Auch der Narrennachwuchs hat Spaß beim Rathaussturm. | Bild: Martina Wolters

Zuvor hatten sich die Stettener Narren unter die Kinder gemischt. Im Kindergarten gab es einen Zauberwald. Die Grundschüler rappten, tanzten und sangen.