"Wie klingt der Frühling?", fragte Karli Brozsat, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins Orgelrenovierung Mariä Heimsuchung zu Meersburg, in seiner Begrüßung.

Eine fröhliche Antwort darauf gab die Stadtkapelle Meersburg mit ihrem beschwingten Frühlingskonzert. Unter dem Dirigat von Musikdirektorin Marianne Halder zeigte die Kapelle in der katholischen Pfarrkirche, dass sie die Konzertpause im Winter genutzt hat, um neue Stücke einzuüben.

Für das erste große Konzert des Jahres hatten sich die Musiker moderne Stücke zeitgenössischer Komponisten ausgesucht. Zart mit nur einer Trompete begann "Pacem" vom amerikanischen Komponisten Robert Spittal. Die "Hymne für den Frieden", wie Spittal sie selbst bezeichnet, steigerte sich bis zum klangvollen Ende.

Fröhlich ging es weiter mit der "Suite from Abdelazer and the Double Dealer" von Henry Purcell. Jannik Hoffmann, stellvertretender Dirigent, nutzte die Gelegenheit, um mit "Amazing Grace" von Frank Ticheli sein Können unter Beweis zu stellen.

Hoffmann hatte vergangenes Jahr zum ersten Mal ein komplettes Konzert dirigiert. Trotzdem hatten Marianne Halder und der Student viele zusätzliche Stunden eingelegt, um den Auftritt beim Frühlingskonzert zu verwirklichen. "Wir haben viele begabte Talente in der Stadtkapelle", erzählte Halder im anschließenden Gespräch. "Diese sollen mit neuen Projekten gefördert werden." Eines dieser Talente ist Felix Birnbaum, der am Marimbafone brillierte. Faszinierend, wie er mit vier Schlägeln virtuos das Solo in Hayato Hiroses "Fantasy for Marimba and Concert Band" meisterte.

Im Mittelteil, mit zwei Schlägeln gespielt, entwickelte er eine atemberaubende Geschwindigkeit, bei der das Auge kaum folgen konnte. Begeistert applaudierten die Dirigentin, Musikerkollegen und das Publikum. Viele Zuschauer zollten stehend ihren Tribut.

Einen Gegensatz zum Vorausgegangenen bot "Psalm 92" von Anthony LaBounty. In der Urfassung ein Gesang zum Schabbat, mutete das Stück orientalisch an. Felix Penert spielte mit dem Sopransaxofon das Solo. Mit "Elsas Zug zum Münster" aus Richard Wagners "Lohengrin" endete das abwechslungsreiche Programm klanggewaltig.