Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, das Rote Haus weiter an das Landratsamt zu vermieten. Der Vertrag soll zehn Jahre laufen. Außerdem beteiligt sich Meersburg mit 60 000 Euro an den Renovierungskosten. Bürgermeister Robert Scherer erklärte, der seit dem Jahr 2000 bestehende Mietvertrag verlängere sich seit 2010 jährlich um ein weiteres Jahr.

Technik muss für 160 000 Euro saniert werden

Jetzt müssen Lüftungs-, Klima- und Elektroanlagen saniert werden. Das Gesamtpaket wird geschätzt 160 000 Euro kosten. Das Landratsamt habe Interesse an einer Fortführung des Mietvertrags, sagte Scherer, und bitte um einen Zuschuss zu den Investitionskosten. Außerdem habe eine Gruppe Meersburger Bürger eine Mietanfrage für das Rote Haus gestellt, um dort ein Haus der Kunst und Kultur einzurichten.

Scherer meinte, dass die Ausstellungen des Landratsamts bisher immer von hoher Qualität gewesen seien. Und wenn man die Klimatisierung der Räume optimiere, seien auch noch höherwertige Ausstellungen zu erwarten.

Waibel (FWV): Vineum steht Kultur-Gruppen noch nicht zur Verfügung

Markus Waibel (FWV) kritisierte in einer längeren Stellungnahme, dass den vielen Gruppen in Meersburg, die sich um Kultur kümmern, das Vineum für Sonderausstellungen zur Verfügung gestellt werden sollte, was bis heute aber nicht umgesetzt worden sei. Bisher sei das Vineum mehr Veranstaltungsort.

Mattes (SPD): Ausstellungen tun der Stadt gut

Boris Mattes (SPD) antwortete später darauf, dass das Gremium doch selbst die große geplante Ausstellung vom Kulturamt gekippt habe. Aber über diese Thematik solle man ein anderes Mal diskutieren. Waibel sprach sich für eine Weitervermietung an das Landratsamt aus. Er hoffe auf Leihgaben, schätze die Ausstellungen und „denke, die tun der Stadt gut“. Als „gut gelungen“, um die Interessen von Stadt und Landratsamt unter einen Hut zu bringen, bezeichnet auch Mattes das bestehende Mietverhältnis. „Das bürgerschaftliche Engagement ist toll, aber kein Grund, die jahrelange Zusammenarbeit mit dem Landratsamt zu kippen“, meinte er.

Gilowsky (Umbo): Landratsamt trägt Kosten für Sanierung mit

Michael Gilowsky (Umbo) sprach sich ebenfalls für eine Vermietung an das Landratsamt aus, auch wegen der Investitionen: „Die Nachtspeicheröfen sind 35 Jahre alt. Die Kosten entstehen, egal wer Mieter ist.“ Ulrike Wirbatz fragte nach, ob die Öffnungszeiten verlängert werden könnten, da Mitte September schon Schluss sei. Scherer, der ebenfalls auf eine Saisonverlängerung hofft, antworte, dass dies mit der bisherigen Klimatisierung und Heizung zusammenhänge und in Zukunft geändert werden könnte. Christian Herter (Umbo) fehlte ein Konzept der Bürgergruppe.

Endres (CDU): Kreis hatte Meersburg unter neun Gemeinden Zuschlag gegeben

Werner Endres (CDU) meinte, dass man damals das Haus für ein paar Mark fast geschenkt bekommen habe. Da sei es in Ordnung, auch mal zu investieren. Außerdem erinnerte er daran, dass sich seinerzeit, als das Landratsamt ein Haus für die Galerie Bodenseekreis gesucht habe, neun Gemeinden gemeldet hätten und Meersburg den Zuschlag bekommen habe.