In einer zweiten Gemeinderatssitzung in dieser Woche hat Wilfried Franke, Verbandsdirektor des Regionalverbandes Bodensee-Oberschwaben, über die Fortschreibung des Regionalplans informiert. Der noch geltende Regionalplan ist aus dem Jahr 1996 und in vielen Teilen überholt. Daher sei eine Aktualisierung und Fortschreibung bis 2035 geplant, informierte Franke. „Alles wächst, nur die Flächen nicht“, fasste er die raumplanerischen Aufgaben kurz zusammen. Daher regle der Verband für die Großregion übergeordnet den Bedarf an Siedlungs-, Gewerbe- und Naturschutzgebieten sowie Straßen.

Bürgermeister: „Es kann zur Bebauung kommen, muss aber nicht“

Der Gemeinderat nutzte die Gelegenheit, für Flächenerweiterungen zu plädieren. Oberste Priorität hatte die Erweiterung des Gewerbegebiets am Toren, aber auch eine Vergrößerung des Baugebiets beim San-Gimignano-Weg sowie einer weiteren Fläche am Trielberg. „Wir reden hier von Potenzialflächen“, erklärte Bürgermeister Robert Scherer. Er sprach sich für eine gemäßigte Entwicklung aus: „Es kann zur Bebauung kommen, muss aber nicht.“

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Sechs Handwerker suchen neues Betriebsgelände

Aber gerade für das Gewerbegebiet habe man aktuell sechs Anfragen von Handwerkern aus dem Ort, die Betriebsgelände suchten. Scherer erläuterte, an den Verbandsdirektor gewandt, den Flächenbedarf: „Wir müssen weiterhin investieren, um touristisch attraktiv zu bleiben. Dafür müssen wir Gelder generieren und brauchen so Arbeitsplätze für unsere Betriebe.“ Außerdem könne nicht nachvollzogen werden, warum der Gemeinde der eine Hektar Teilfläche für Wohnbebauung am San-Gimignano-Weg nicht zugestanden werde.

Peter Krause (Umbo): „Müssen auch Platz für junge Familien schaffen“

Markus Waibel (FWV) und Peter Krause (Umbo) sprachen sich ebenfalls für eine dringend benötigte Erweiterung des Gewerbegebiets aus. Waibel meinte: „Es ist sinnvoll und wichtig, Entwicklungsflächen für die Handwerker zu haben, die aus der Altstadt raus müssen.“ Krause sprach die innerstädtische Nachverdichtung an: „Die Stadt ist ausgemostet, wir müssen auch Platz für junge Familien schaffen.“

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Wilfried Franke kann sich Ortstermin vorstellen

Wilfried Franke erklärte, er könne die Argumentationen nachvollziehen, merkte aber an: „Ich kann nicht spontan ‚ja‘ sagen, das ist nicht meine Rolle.“ Er könne sich aber einen Ortstermin vorstellen. „Wenn eine Fläche aber identisch mit einem Naturschutzgebiet ist, geht nichts“, betonte Franke auch auf Nachfrage von Monika Biemann (Umweltgruppe). Christine Ludwig (Bündnis 90/Die Grünen) stellte den Antrag, die vorgeschlagenen Flächen nordwestlich und nordöstlich des Gewerbegebiets Toren einzeln zur Abstimmung zu bringen. Der Erweiterung direkt im Anschluss an das bestehende Gewerbegebiet könne sie zustimmen, aber die westlich von der Baitenhauser Straße gelegene Fläche solle separat betrachtet werden. Der Beschluss, die vorgeschlagenen Flächen als Baugebiet einzureichen, wurde weitgehend einstimmig getroffen. Für die ausgewiesene Fläche am Trielberg und die Teilfläche nordwestlich des Gewerbegebiets Toren gab es drei Gegenstimmen.