Unter Hupen und lauten Rufen fuhr der kleine Konvoi langsam durch die Meersburger Altstadt. Vier Schlepper und zwei Anhänger transportierten die Riesling-Trauben aus der Weinlage „Bengel“ und die Lesehelfer ins Weingut. Am Kelterhaus wurde dann auf den erfolgreichen Herbstabschluss angestoßen. Jürgen Dietrich bedankte sich bei den Lesehelfern für ihre Unterstützung und den reibungslosen Verlauf der Lese. „Dieses Jahr hatten wir in mehrfacher Hinsicht einen heißen Herbst“, blickte er zurück. Vom Hohentwiel waren die Trauben sogar im Kühlwagen nach Meersburg in die Kellerei gebracht worden.

Das könnte Sie auch interessieren

Der Anhänger mit der Bierwerbung hatte für einiges Schmunzeln im Weingut gesorgt. Der erste Kellermeister des Weingutes, Johannes Brückner, der fast gleichzeitig mit dem Lesebeginn nach Meersburg gewechselt war, hielt das aber gut aus. Denn: „Die kühlen, frischen Trauben gewährleisten den Erhalt der hohen Qualität des Lesegutes im Keller.“ Und Jürgen Dietrich fuhr fort: „Der schöne Herbst bei ruhigem Wetter hat uns mit den Unwetterschäden vom Mai ausgesöhnt. Die Mostgewichte lagen durchweg im Spätlese- bis Auslesebereich. An den hagelgeschädigten Anlagen im Meersburger 'Bengel' reiften sogar die später ausgetriebenen Geiztrauben noch so weit, dass sie mit 95 Grad Oechsle geerntet werden konnten.“ Für einen hohen Ertrag reichte es nicht. Im Staatsweingut werde der 2018er ein mengenmäßig kleiner, qualitativ aber sehr guter Weinjahrgang, heißt es in dem Pressetext.