Lachen ist gesund, sagt schon der Volksmund, Bewegung an frischer Luft auch – und so kombiniert Edith Frei beides miteinander und gibt Lachyoga-Kurse in Freien. Sonntags morgens trifft sie sich mit den Teilnehmern und Interessierten am Wetterkreuz auf dem Höhenweg hoch über den Weinreben, mit Blick über den See.

Glückshormone und Endorphine im Spiel

„Die positive Wirkung des Lachens auf den Körper ist wissenschaftlich erwiesen. Was der Volksmund schon früh erkannt hat, wurde von der Wissenschaft des Lachens, der Gelotologie, erst spät erforscht“, sagt die ausgebildete Lachyoga-Lehrerin. Beim Lachen würden Glückshormone ausgeschüttet, die Endorphine. Diese seien entzündungshemmend und schmerzstillend und Stresshormone würden abgebaut.

Die Begrüßungsübung für einen leichten Einstieg: Frank Kalbach und Helga Schluder lachen sich bei der alltäglichen Handlung herzhaft und freundlich an.
Die Begrüßungsübung für einen leichten Einstieg: Frank Kalbach und Helga Schluder lachen sich bei der alltäglichen Handlung herzhaft und freundlich an. | Bild: Lorna Komm

Dem Körper ist es egal, ob das Lachen künstlich oder echt ist

Dabei merke der Körper nicht, ob das Lachen künstlich oder echt sei – die Wirkung sei die gleiche. Doch aus dem aufgesetzten Lachen werde schnell ein richtiges Lachen, meint die Expertin. „Man muss nur die Bereitschaft haben, die Mundwinkel nach oben zu ziehen“, nennt sie als Voraussetzung. Der Rest komme von alleine.

Nach der ersten Übung verfliegt die Scheu der Teilnehmer

So dauert es beim sonntäglichen Kurs auch nicht lange und Christine Hiller lacht aus vollem Herzen und kann fast nicht aufhören. Auf Nachfrage sagt sie, dass sie kein Lachprofi sei, sondern dass sie zum ersten Mal an dem Kurs teilnehme. Schon nach der ersten Begrüßungsübung ist die Scheu der Teilnehmer verflogen und aus den teilweise kläglichen Grinsversuchen der Anfänger wird ein Lachen aus dem Bauch heraus.

„Für einen erfrischenden, glücklichen Start in den Tag“ gibt Lachyoga-Lehrerin Edith Frei am Wetterkreuz in Meersburg mit Blick auf den See sonntag morgens einstündige Kurse.
„Für einen erfrischenden, glücklichen Start in den Tag“ gibt Lachyoga-Lehrerin Edith Frei am Wetterkreuz in Meersburg mit Blick auf den See sonntag morgens einstündige Kurse. | Bild: Lorna Komm

Manche Spaziergänger reihen sich für ein paar Übungen spontan ein

Die unsicheren Blicke der Neulinge auf die vorbeigehenden Spaziergänger – „was denken die jetzt wohl?“, diese Frage steht so manch einem Kursteilnehmer ins Gesicht geschrieben – verändern sich nach einigen Übungen. Fröhlich lachend werden die Spaziergänger freundlich zum Mitmachen aufgefordert. „Manchmal entscheiden sich die Vorbeigehenden spontan, ein paar Übungen mitzumachen“, berichtet Frei. Seit dem Frühjahr bietet sie die einstündigen Übungen am Wetterkreuz an. Die Kurse in der Öffentlichkeit sollen ein niederschwelliges Angebot sein, Lachyoga einfach mal auszuprobieren.

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Lockeres Treffen ohne Verpflichtung, eine Spende ist willkommen

„Es liegt mir am Herzen, diese einfache Methode für ein glücklicheres, gesünderes und erfolgreicheres Leben den Menschen nahe zu bringen“, erklärt sie ihre Motivation. Das lockere Treffen ist jedermann zugänglich, verpflichtet zu nichts, eine freiwillige Spende ist willkommen.

Bewegungen aus dem Alltag

Bei Kälte baut die Yogalehrerin Übungen mit viel Bewegung ein, darunter symbolisch auch viele Tätigkeiten aus dem Alltag. So sollen die Kursteilnehmer sich zum Beispiel vorstellen, sie stehen unter Dusche und seifen sich mit einer Creme voller Glück und Lebensfreude ein. „Wir müssen den Körper zum Glücklichsein und zum Lachen ohne Grund trainieren“, erklärt die Lachexpertin, warum sie alltägliche Situationen für die pantomimische Darstellung wählt.

Marlies Heidemann-Bukop, Frank Kalbach und Silvia Frey haben Spaß an den einfachen Übungen in der freien Natur.
Marlies Heidemann-Bukop, Frank Kalbach und Silvia Frey haben Spaß an den einfachen Übungen in der freien Natur. | Bild: Lorna Komm

Atemübungen und Klatschen

Man erinnere sich dann auch leichter, was in dem Kurs gemacht wurde, und fange schon bei dem Gedanken daran zu schmunzeln an. Nebenbei baut sie immer wieder Atemübungen ein, die sich positiv auf den Blut- und Herzkreislauf ausüben sollen. Auch wird zwischendurch immer mal wieder geklatscht, „dadurch werden die Akupunkturpunkte berührt und der Energiefluss wird angeregt.“

Teilnehmer schätzen „lockere Gymnastikstunde“

Die Übungen werden dreimal ausgeführt, dann laufen die Teilnehmer bunt durcheinander auf neue Plätze, während sie sich gegenseitig anlächeln und klatschend motivieren. „Für mich ist es wie eine lockere Gymnastikstunde“, meint Helga Schluder, die schon mehrfach dabei war. Die Übungen sind nicht körperlich anstrengend. Jeder soll nur das machen, was ihm guttut, betont Frei. Marlies Heidemann-Bukop, eine der älteren Teilnehmerinnen, erklärt: „Ich war schon öfter dabei und raffe mich immer wieder auf.“ Kritikern entgegnet Lachyoga-Lehrerin Frei: “Lachen ist ansteckend, macht glücklich, steigert die Lebensfreude und ist eine universelle Sprache, die jeder versteht.“